Marí Bin Amude Alkatiri

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Bild:Mari Bin Amude Alkatiri 2001.jpg

Mari Bin Amude Alkatiri (* 26. November 1949 in Dili) ist der erste Premierminister von Osttimor.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre

Der Moslem Alkatiri wuchs mit seinen zehn Geschwistern in Dili auf. Bereits in jungen Jahren stritt er für die Unabhängigkeit der portugiesischen Kolonie Osttimor. Im Januar 1970 gründete er gemeinsam mit anderen Bürgern den Movimento para a Liberação de Timor-Leste (Bewegung für die Befreiung Osttimors). Alkatiri ist das einzige noch lebende Mitglied dieser Befreiungsbewegung. Im gleichen Jahr ging er nach Angola, um eine Ausbildung zum Landvermesser an der Angolanischen Schule für Geographie zu absolvieren. Danach studierte er Jura an der Eduardo-Mondlane-Universität in Lourenço Marques, der heutigen Hauptstadt Maputo in Mosambik.

Der Weg zur ersten Unabhängigkeit

Nachdem die Nelkenrevolution im April 1974 die Militärdiktatur in Portugal beendete, wurden in Osttimor Parteien und politische Organisationen zugelassen. Am 20. Mai 1974 wurde die sozialdemokratische Partei Assoçiação Social Democrata Timorense (ASDT) gegründet und Alkatiri zu deren Generalsekretär ernannt. Im September des Jahres nannte sich die ASDT in FRETILIN um, mit dem Ziel die Unabhängigkeit der Kolonie Osttimor zu erreichen. Alkatiri wurde Mitglied des Zentralkomitees und war zuständig für Internationale Angelegenheiten. Zwar entließ Portugal seine Kolonien in die Unabhängigkeit, doch Indonesien versuchte sich das kleine Osttimor einzuverleiben, aber es gab auch Gruppierungen wie die UDT, die weiter zu Portugal gehören wollten. Die FRETILIN setzte sich schließlich bei den ersten freien Wahlen im 13. März 1975 mit 55% durch. Die indonesische Armee verletzte immer wieder die Grenze zu Osttimor und drohte unverhohlen mit einer Invasion, was zur Gründung der FALINTIL, der Nationalen Befreiungsarmee Osttimors, am 20. August führte. Alkatiri organisierte den Aufbau der Armee mit. Zudem wurde Alkatiri damit beauftragt im Ausland für die Sache Osttimors zu werben. Er reiste im November nach Afrika um Hilfe gegen den Einmarsch Indonesiens zu erhalten. Als er zurückkehrte wurde Alkatiri zum Vorsitzenden der Verfassungskommission ernannt, die die neue Verfassung ausarbeiten sollte. Am 28. November 1975 erklärte die FRETILIN die Unabhängigkeit Osttimors und Alkatiri wurde zum Außenminister ernannt.

Exil

Am 4. Dezember 1975 reiste Alkatiri mit einer Delegation aus Osttimor ab, um weitere internationale Unterstützung für sein Land zu bekommen. Doch drei Tage nach seiner Abreise überfiel Indonesien das militärisch unterlegene Osttimor. In den ersten Monaten der Besatzung starben tausende Menschen. Alkatiri konnte nicht nach Osttimor zurück und widmete sich fortan als Exil-Chef der FRETILIN der Aufgabe, die unrechtmäßige Besatzung seines Landes zu beenden. Noch im selben Monat erreichte er eine Verurteilung Indonesiens vor dem UN-Sicherheitsrat. Er ließ sich in Mosambik nieder und versuchte jahrelang mit Hilfe der UNO Osttimor von der indonesischen Besatzung zu befreien. Alkatiri lehrte fortan an seiner ehemaligen Universität in Maputo Internationales Privatrecht und Verfassungsrecht. Von 1992 bis 1998 arbeitete er zudem als Rechtsanwalt für eine private Kanzlei. 1995 bis 1998 beriet er das Parlament von Mosambik in Verfassungsfragen.

Rückkehr nach Osttimor

1998 trat der langjährige indonesische Diktator Suharto zurück und ein politischer Wandel setze in dem Land ein. Indonesien ließ im August 1999 nach internationalem Druck ein Referendum über die Unabhängigkeit in Osttimor zu. Der erfolgreiche Ausgang führte zu Übergriffen von proindonesischen Milizen, in dessem Verlauf fast die komplette Infrastruktur Osttimors zerstört wurde. Erst durch Eingreifen einer UNO-Friedenstruppe im September wurde den Verwüstungen ein Ende gesetzt. Alkatiri kehrte am 13. Oktober 1999 nach Osttimor zurück und übernahm in den nächsten Jahren verschiedene Aufgaben auf dem Weg zur Unabhängigkeit und des Wiederaufbaus von Osttimor. Unter anderem handelte er einen Vertrag mit Australien über die Ausbeutung der Ölvorkommen in der Timorsee aus. In der zweiten Übergangsregierung war er Minister für Wirtschaft und Entwicklung.

Am 20. Mai 2002, am Tag der erneuten Unabhängigkeit Osttimors, wurde Alkatiri von der FRETILIN, die im August 2001 die absolute Mehrheit im Parlament erlangt hatte, zum Premierminister und Minister für Entwicklung und Umwelt ernannt.


Quelle

Offizielle Biographie (engl.)



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