Mangrove (Baum)

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Bild:Mangrove auf Cayo Levisa, Kuba.jpg Mangrovenbäume haben sich an das Leben im Gezeitenbereich tropischer Küstenregionen angepasst und sind nur dort bestandsbildend.

Verschiedene Mangrovenbaum-Arten bilden unter ungünstigen Umweltbedingungen (nördliche oder südliche Verbreitungsgrenze mit kühlem Klima, hypersaline oder nährstofflimitierte Standorte) Zwergformen aus. Zu den besonderen Anpassungen der Mangrovenbäume an ihren Lebensraum gehören ausgeprägte Salztoleranz und die Fähigkeit zum Wurzeln in sauerstoffarmem und häufig instabilem Sediment. Charakteristisch ist in vielen Fällen die Verbreitung über im Augenblick der Trennung vom Mutterbaum sehr weit entwickelte Früchte, die sich in kürzester Zeit zu einem schwimmfähigen Keimling entwickeln. Die Mangrovenbäume aus der Familie der Rhizophoraceae verbreiten sich "lebendgebärend" über bereits am Mutterbaum gekeimte Jungpflanzen (Viviparie).

Inhaltsverzeichnis

Nutzung

Mangrovenbäume lassen sich in Ausnahmefällen forstlich nutzen (Malaysia). Mangrovenholz wird zur Holzkohleerzeugung oder direkt als Brennholz und gelegentlich für einfache Holzkonstruktionen genutzt. Die tanninhaltige Rinde einiger Mangrovenbäume wird regional zur Gerbstoffgewinnung eingesetzt.

Systematik

Mangrovenbäume bilden keine systematisch einheitliche Gruppe, sondern entstammen unterschiedlichen Familien der Bedecktsamer (Magnoliophyta). Wichtige Gattungen: Avicennia (Familie der Akanthusgewächse (Unterfamilie: Avicennioideae): "Weiße", "Graue" oder "Schwarze Mangrove") mit weltweit etwa 8 Arten; Rhizophora (Rhizophoraceae; "Rote Mangrove") mit weltweit etwa 8 Arten. Weitere Gattungen: Bruguiera, Ceriops, Kandelia (Rhizophoraceae); Lumnitzera, Laguncularia (Combretaceae); Sonneratia (Weiderichgewächse); Aegiceras (Myrsinengewächse); Excoecaria Wolfsmilchgewächse; Heritiera (Sterkuliengewächse); Pelliciera (Pellicieraceae); Xylocarpus (Mahagonigewächse). Bislang ungeklärt sind die Gründe für die Artenarmut der westafrikanisch-amerikanischen Mangroven-Flora im Vergleich mit den Mangrovenwäldern des indo-pazifischen Raums.

Rote Mangrove

Mangrovenbaum aus der Familie der Rhizophoraceae. Bezieht sich zumeist auf die in Westafrika und in Nord- und Südamerika verbreitete Rhizophora mangle L.. Die für die Gattung Rhizophora typischen bogenförmigen, ausladenden Stelzwurzeln prägen das Bild vieler Mangrovenwälder.

Diese Mangrovenart ist gegenüber Salzkonzentration, Temperatur, Bodensubstrat sowie Überschwemmungen die widerstandsfähigste Mangrovenart von allen, deshalb ist sie auch die am weit verbreitete Mangrovenart der Welt.

Wichtigsten Eigenschaften:

  • Höhe: bis zu 40 Meter
  • Unterschied Ebbe/Flut: 2 Meter
  • Lufttemperatur: min. 8°C - max. 70°C
  • Wassertemperatur: min. 3-4°C - max. 50°C (max. 3-5 Tage)
  • Luftfeuchtigkeit: min. 30% - 100%
  • Blüte: Gelb-Weiß (4 weiße u. 4 gelbe Blütenblätter)
  • Lebensdauer in Salz/Brackwasser: ca. 50 Jahre
  • Lebensdauer in Süßwasser: ca. 60 Jahre
  • Wurzeln sind Filter der Ozeane, Ufer und Flüsse, denn diese entnehmen dem Wasser Nitrate und Phosphate
  • Samenlänge: von 5-50cm
  • Nutzen:
    • Holzbau (eines der härtesten Hölzer der Welt, äußerst resistent gegen Holzwürmer)
    • Medizin
    • Zuchtstätten für Jungfische, verschiedenste Schalentiere, Vögel, Affen, Schlangen, Otter, uvm.
    • Schutz vor Erosion der Ufer (d.h. ohne Mangroven würden/werden ganze Ufer langsam abgetragen)
    • Retten Küstengebiete vor Übersalzung, mit zuviel Salz im Boden wächst Nichts (Küstenbewohner!)
    • Schutz vor Tsunamis u. Stürmen für Tier und Mensch
    • uvm.

Schwarze Mangrove

Mangrovenbaum aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae) (Unterfamilie: Avicennioideae) (Avicennia germinans (L.) Stearn 1958; Verbreitung: Westafrika, Nord- und Südamerika). Siehe auch: Graue Mangrove.

Graue Mangrove

Mangrovenbaum aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae) (Unterfamilie: Avicennioideae) (Avicennia marina (Forssk.) Vierh. 1907; Verbreitung: Indopazifik vom Sinai/Ägypten bis Südafrika und Neuseeland). Die Gattung Avicennia besitzt Atemwurzeln (Pneumatophoren), die vom unterirdischen Wurzelsystem aus senkrecht nach oben wachsen und die Bodenoberfläche durchstoßen. Durch luftdurchlässige Poren in der Rinde der Atemwurzeln kann sauerstoffreiche Luft über ein schwammartiges Luftgewebe (Aerenchym) in die sauerstoffunterversorgten, unterirdischen Bereiche des Wurzelsystems gelangen. Die Samen der Avicennia entwickeln sich noch am Mutterbaum zu Keimlingen, diese verbleiben aber in der Frucht, die bald nach dem Abwerfen aufplatzt und den Keimling freigibt ("krypto-vivipar", verborgen-lebendgebärend).

Weiße Mangrove

Mangrovenbaum; im amerikanischen Raum zuweilen für Laguncularia racemosa (L.) Gaertn.f. 1805 (Combretaceae); Verbreitung: Westafrika, Nord- und Südamerika. Auch für Avicennia marina (Indopazifik; Graue Mangrove).

Die "Weiße Mangrove" hat Salzdrüsen an den Blattstengeln sowie direkt an der Blattunterseite, die es der Pflanze erlauben, überschüssiges Salz über diese Drüsen auszuscheiden. So kann man oft Salzkristalle an der Blattunterseite finden.

Literatur

  • P. B. Tomlinson: The Botany of Mangroves. Cambridge University Press, Cambridge 1986. ISBN 0-521-46675-X

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