Malé
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Bild:Zzmalestadt.jpg Malé ist die Hauptstadt der Malediven.
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Kurzportrait einer Inselhauptstadt
Die ungefähr 75.000 Einwohner jener Hauptstadt leben dicht gedrängt auf der Insel Malé, die nur eine Fläche von ungefähr 1,8 km² aufweist. Neben den Häusern, welche nicht höher gebaut sein dürfen als der Turm der Hauptmoschee (Freitagsmoschee), herrscht hier gedrängtes, wirtschaftliches Treiben einer lebhaften Tropenstadt: Schallende Märkte, reger Verkehr und ein hoffnungslos überfüllter Hafen voller Fischerboote, neben den Yachten der besser Betuchten, den Handelsschiffen sowie der Wassertaxis.
Dieses Treiben der Hauptinsel steht im vollkommenen Kontrast zur beschaulichen Ruhe, welche die anderen Malediveninseln ausstrahlen.
Malé ist seit mehr als 800 Jahren das Zentrum jener Inselrepublik, der Malediven. In jüngster Zeit nahm die Bevölkerung der Insel derart zu, dass sie künstlich vergrößert werden musste, um ihrer wachsenden Bedeutung gerecht zu werden. Über ein Drittel der jetzigen Fläche der Insel ist dem Indischen Ozean abgerungen.
Die Stadt
Ein englischer Archäologe namens H. C. P. Bell, der 1920 Malé besuchte, klagte schon damals über die Übervölkerung jener Inselstadt. Damals lebten rund 5000 Personen in Malé, heute sind es fünfzehnmal mehr, nämlich 75.000. Dies entspricht einem Viertel der Gesamtbevölkerung der Malediven.
In Malé befinden sich die wichtigsten Spitäler und alle höheren Schulen des Inselstaates, neben den Behörden und der Regierung. Hier ist das Hauptquartier der Sicherheitskräfte (die Malediven verfügen über keine Armee) und das Zentrum des Gewerbes und des Handels.
Malé bringt es trotz seiner überbordenden Bevölkerung fertig, den Charme einer Kleinstadt als auch die Atmosphäre einer gesellschaftlichen Metropole auszustrahlen. Die Sehenswürdigkeiten und die Kaufhallen liegen nahe beieinander, in den Straßen und Gassen ist man bei jeder Tageszeit sicher. Man fühlt sich dort wahrlich in einer anderen Welt.
Es ist nicht schwierig, sich in der Hauptstadt der Malediven zurechtzufinden.
Die drei Moscheen
Von den drei prächtigsten Moscheen der Malediven stehen zwei in Malé. Die Hukuru Miskiiy wurde von dem charismatischen und beliebten Sultan Ibrahim Iskandar I. in der Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Heute aber dominiert die große Freitagsmoschee mit ihrer goldenen Kuppel das Stadtbild von Malé. Die Aasaari Miskiiy Moschee im nördlichen Nilandhooatoll geht zurück auf die Regierungszeit des ersten Sultans, der die Inselbewohner im 12. Jahrhundert zum Islam bekehrt hatte. Heute ist der Islam Staatsreligion.
Sultaninnen
In den Ländern im östlichen Teil des Indischen Ozeans sind Frauen seit jeher politisch zu Wort gekommen. Die Malediven stellen hier keine Ausnahme. Da gab es beispielsweise eine Sultanin namens Khadeeja Kileji, die bis 1380 38 Jahre lang auf dem Thron saß, nachdem sie Bruder und zwei Ehemänner ins Jenseits befördert hatte. Oder Mariam Kabaafaanu, die zuerst Sklavenmädchen, dann Mätresse, dann Ehefrau von Sultan Ibrahim Iskandar wurde. Als deren Sohn 1687 den Titel erbte, ergriff zunächst die Mutter selbst die Macht. Diese Frauen sind nur zwei von vielen. Da es in jüngster Zeit keine Sultaninnen in den Malediven gab, lässt die Tradition vermuten, dass bald wieder eine Frau den Inselstaat lenken wird.
Malé International Airport
Bild:Zzmalefeuerwehr.jpg Hulhumalé, die Insel, auf der sich heute der Airport befindet, war einst eine dicht bewaldete Insel. Diese wurde mit einer zweiten verbunden, worauf man 1968 die Flughafenpiste fertig stellte. In diesen Jahren rang man dem Indischen Ozean eine weitere Landebahn ab.
Bild:XMaleairport.jpg Bild:Zzmale1.jpg
Malé oder Male?
Dies ist eine Kontroverse, die in Malé wahrscheinlich ungelöst bleiben wird. Schon seit vielen Jahrzehnten dreht sich ein Konflikt darum, wie der Name der Inselhauptstadt (auf englischen Schreibmaschinen) geschrieben werden solle. Verschiedene Schreibweisen sind im Umlauf: Male, Malé, Male´ etc. Gerade jüngere Radikale geben Malé den Vorzug, andere haben sowohl den Apostroph wie auch den Akzent fallen lassen.
Aktuelle Ereignisse
Am 26. Dezember 2004 wurde Malé von einer Flutwelle infolge eines Seebebens im Indischen Ozean überflutet.
Koordinate: 4° 10' N 73° 30' O



