Luzerne

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Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel behandelt die Pflanze namens Luzerne, für die gleichnamige Ortschaft in Pennsylvania, USA, siehe Luzerne (Pennsylvania).
Luzerne
Bild:Medicago sativa0.jpg
Systematik
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Fabales
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Schneckenklee (Medicago)
Art: Luzerne
Wissenschaftlicher Name
Medicago sativa
L.

Die Luzerne (Medicago sativa, engl. Alfalfa) ist eine Nutzpflanze aus der der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae).

Beschreibung

Die Wuchshöhe beträgt etwa 1 Meter und ähnelt dem Klee. Sie hat auch ein tiefes Wurzel-System von manchmal bis zu 10 Metern Tiefe, was sie Dürren gut überstehen lässt. Die Luzerne wird weltweit als Futter für Vieh angebaut. Wie andere Hülsenfrüchtler hat sie die Fähigkeit, mit Hilfe von symbiotischen Bakterien, Stickstoff aus der Luft aufzunehmen, und ist dadurch in der Lage eine proteinreiche Nahrung unabhängig vom vorhandenen Stickstoff im Boden zu produzieren.

Landwirtschaft

Im Anbau befindet sich vorwiegend die buntblühende Bastardluzerne, die aus der länger bekannten, in Vorder- und Mittelasien beheimateten blau-/violettblühenden, wärmeliebenden Saatluzerne (Medicago Sativa L.) und aus der nördlicheren, aus rauheren Lagen stammdenden, gelbblühenden Sichelluzerne (Medicago falcata L.) natürlich bastardisierte (Jeroch et al. 1993). Letztere Art ist erst seit etwa 200 Jahren in nordischen Arealen in Kultur genommen worden (Heuser 1931). Schon in Persien war die Luzerne eine wichtige Futterpflanze (Matenaers 1912), diente der Pferdefütterung und wurde nach Überlieferungen etwa 470 v.Chr. nach Griechenland gebracht (Heuser 1931). Von dort kam sie etwa um 150-50 v. Chr. nach Italien, wurde als Futter für Schafe genutzt und erst etwa zu Beginn des 16. Jahrhundert n. Chr. brachten die spanischen Kolonialherren die Luzerne nach Amerika, primär in Gebiete Mexico´s und Peru´s (Heuser 1931). In Deutschland wurde die Luzerne futterbaulich erst im frühen 18. Jahrhundert interessant. Bis in die heutige Zeit hat sich Luzerne unter dem Namen „Königin der Futterpflanzen“ in gemäßigten bis subhumiden tropischen Gebieten behauptet (Stock und Diepenbrock 1999).

Ihre nitrogenfixierende Fähigkeit und Gebrauch als Futtermittel verbesserte die landwirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Wenn sie auf Böden angebaut wird, denen sie gut angepasst ist, ist die Luzerne eine ergiebige Futterpflanze.

Die Aussaat erfolgt im Frühling auf einen gut abgesetztem Saatbeet mit einem pH-Wert von etwa 6,8-7,5.

Luzerne wird meist als Silage oder Grünmehl für Pellets, wegen hoher Bröckelverluste seltener als Heu geerntet, kann aber auch beweidet werden. Sie erreicht ein Alter von fünf bis zwölf Jahren, abhängig von zum Beispiel Boden und Klima. Die optimale Nutzungsdauer liegt bei drei bis fünf Jahren.

In den meisten Klimazonen wird Luzerne drei oder vier Mal pro Jahr geschnitten. Der Ertrag beträgt etwa 1 t/ha schwankt aber regional, abhängig vom Wetter und Stadium der Reife, wenn sie geschnitten wird. Dabei sollte die Pflanze einmal pro Jahr zur Blüte gelangen, um mehrere Jahre nutzbar zu bleiben.

Sonstiges

Besonders reich an: Vitamin: A (Retinol), B1(Thiamin), B2 - Komplex (Riboflavin, Nicotinsäure, Pantothensäure, Folsäure), B3, B5, B6(Pyridoxin), C(Ascorbinsäure), D(Calciferol), E(Tocopherol), H(Biotin), K(Phyllochinon, Menachinon). Leicht aufnehmbaren Mineralstoffen: Kalzium, Eisen, Kupfer, Magnesium, Phosphor. Chlorophyll (am Licht gekeimt). 1200 mg Kalzium pro 100g Sprossen (= doppelter Tagesbedarf)! Hoher Proteingehalt (20% des Gesamtgewichts). Enthält alle essentiellen Aminosäuren.

2005 wurde in den USA und Kanada der erste Gv-Alfalfa sowohl als Nahrungsmittel als auch als Futtermittel zugelassen. Der von Monsanto entwickelte Gv-Alfalfa ist Roundup resistent (Herbizid).

Alfalfa ist die englische Bezeichnung für die Luzerne. Alfalfa-Sprossen werden in der Küche in Salaten und als Brotbelag verwendet. Ihr nussartiger Geschmack passt besonders gut zu Käse. Achtung: erst ab dem 7. Keimtag verwenden, da erst zu diesem Zeitpunkt der in den Samen enthaltene Giftstoff Canavanin abgebaut ist.

Außer als Grünfutter ist Alfalfa auch als Rollenname in US-Filmen geläufig, u.a. hieß einer der Kleinen Strolche so. In American Graffiti von 1973 spielte Harrison Ford den Rennfahrer Bob Alfalfa. Der Name Alfalfa (statt Luzernen) taucht daher auch häufiger in schlampig übersetzten Büchern und Filmen auf.



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