Luwische Sprache
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Luwisch war die Sprache des antiken Volks der Luwier und wurde im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. in Anatolien gesprochen und geschrieben. Es gehörte zu den anatolischen Sprachen, einer Untergruppe der indogermanischen Sprachen.
Zuweilen fasst man das Luwische, Karische, Lykische, Pisidische und Sidetische unter dem Begriff luwische Sprachen zusammen, da sie näher untereinander verwandt zu sein scheinen.
Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. besiedelten die Luwier große Teile Süd-Anatoliens, aber auch weiter westlich gelegene Gebiete. Das Luwische wies regionale Unterschiede auf und wurde auch in zwei verschiedenen Schriftsystemen geschrieben. Manche Sprachwissenschaftler sehen darin die Differenzierung zweier Sprachen, andere halten die Varianten für Dialekte.
In der Zeit zwischen 1600 und 1200 v. Chr. wurde eine Variante des Luwischen in sumerischer Keilschrift geschrieben (Keilschrift-Luwisch). Keilschrifttexte wurden in den Archiven der hethitischen Hauptstadt Hattusa gefunden.
Zwischen 1300 und 700 v. Chr. wurde Luwisch in einer anatolischen Hieroglyphenschrift geschrieben. Dieses Hieroglyphen-Luwisch wurde auf Königssiegeln, Heiligtümern und Steintafeln vor allem in Süd-Anatolien (Tabal) und Nord-Syrien gefunden. Es sind ungefähr 450 Zeichen bekannt.
Viel Aufsehen erregte 1995 der Fund eines luwisch beschrifteten Bronzesiegels in Troja. Einige Forscher halten es für möglich, dass sich das Gebiet der Luwier bis zu den Dardanellen erstreckte, viel weiter nördlich als bisher angenommen, und damit auch Troja luwisch besiedelt war.
Literatur
- H. Craig Melchert: Luvian. In: The Cambridge Encyclopedia of the World's Ancient Languages, ed. R. D. Woodard, Cambridge, pp. 576-84.



