Lombardei

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Lombardei (Lombardia)
Bild:Wappen der Lombardei.png
Basisdaten
Hauptstadt: Mailand
Gliederung: 12 Provinzen
Fläche: 24.000 km²
Einwohner: 9.000.000
Bevölkerungsdichte: 375 Einwohner/km²
Website: www.regione.lombardia.it
Präsident: Roberto Formigoni
Karte
Bild:Lombardei in Italien.png

Die Lombardei (ital. Regione Lombardia) ist eine oberitalienische Region mit einer Fläche von etwa 24.000 km² und 9 Millionen Einwohnern. Sie ist in 12 Provinzen aufgeteilt: Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Lecco, Lodi, Mantua, Mailand, Monza und Brianza, Pavia, Sondrio, Varese.

Sie liegt zwischen Lago Maggiore, Po und Gardasee. Die Hauptstadt ist Mailand (ital.Milano). Die zweitgrößte Stadt ist Brescia. Die Lombardei war im Mittelalter eine stark umkämpfte Region zwischen den deutschen Kaisern des Heiligen Römischen Reichs, den oberitalienischen Städten und Fürstentümern und der römischen Kirche. Später wurde sie Teil des Königreichs Sardinien.

Ambrosius von Mailand hat die Geschichte der Kirche dieser europäischen Region geprägt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Lombardei grenzt im Norden an die Schweizer Kantone Tessin und Graubünden, im Osten an die italienischen Regionen Trentino-Südtirol und Venetien, im Süden an Emilia-Romagna und Westen ans Piemont.

Die Lombardei hat Teil an den großen norditalienischen Seen: dem Lago Maggiore (der die Grenze zum Piemont und zum Tessin bildet), dem Lago di Lugano (Grenze zum Tessin), dem Lago di Como (vollständig lombardisch) und dem Lago di Garda (Grenze zu Trentino-Südtirol und Venetien).

Die Landschaftsformung ist sehr unterschiedlich: im Norden die alpinen Regionen etwa des Veltlin, im Süden die Poebene. Das gesamte Territorium entwässert über den an der südlichen Grenze in West-Ost-Richtung fließenden Po, dessen wichtigste Nebenflüsse auf lombardischem Gebiet der Ticino, die Adda, der Oglio und der Mincio sind.

Wirtschaft

Die Lombardei ist Italiens führende Industrie-Region, wobei die Agglomeration um die Hauptstadt Mailand die wichtigste Rolle spielt. Gleichfalls in Mailand ansässig sind Handel und Banken sowie Italiens wichtigste Börse.

In der Landwirtschaft spielen die fruchtbaren Ebenen im Süden eine wichtige Rolle.

In der Lombardei gibt es drei Verkehrsflughäfen: als größten den Aeroporto internazionale Milano-Malpensa (MXP) in der Provinz Varese, als nächsten den Aeroporto Enrico Forlanini, besser bekannt als Milano-Linate (LIN) in der Nähe von Mailand und den Aeroporto internazionale Orio al Serio (BGY) bei Bergamo, der hauptsächlich von Billigfluggesellschaften genutzt wird.

Geschichte

Antike

Zur Zeit des Römischen Reiches war das Gebiet der Lombardei Teil von Gallia Transpadana. Zusammen mit den anderen Regionen nördlich des Po (Venetien und Piemont) erhielt es 89 v. Chr. nur das latinischen Bürgerrecht, nicht die vollen Bürgerrechte. Die vollen Bürgerrechte erhielt es im Jahr 49 v. Chr.. Zusammen mit dem Piemont bildete es in Augustus' Verwaltungsstruktur die 11. Region.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts gehörte die Lombardei zur Provinz Liguria, deren Hauptstadt Mediolanum (Mailand) war. 568 wurde sie von den Langobarden unter König Alboin erobert.

Französische Revolution und Napoleon

In seinem Italienfeldzug ab März 1796 konnte Napoleon rasch große Teile Norditaliens – die Lombardei sowie Teile des Kirchenstaats und Sardinien-Piemonts – erobern. Unterstützt wurde er dabei von der verbreiteten Abneigung der Italiener gegen die österreichische Fremdherrschaft. Sie sprachen sich für eine Demokratie und gegen Feudalismus und Klerikalismus aus. Obwohl er das Direktorium eigentlich andere Pläne hatte, arbeitete Napoleon auf die Errichtung einer eigenständigen Republik im Norden Italiens hin.

Im Oktober 1796 wurde die Cispadanische Republik südlich des Po gegründet, am 9. Juli 1797 nördlich des Po die Transpadanische Republik, die im Wesentlichen das Territorium der Lombardei umfasste. Im Laufe des Jahres wurde die Republik in Cisalpinische Republik umbenannt, und es wurden ihr die Cispadanische Republik, Teile Venetiens, die während des Winterfeldzugs gegen Österreich annektiert worden waren sowie das schweizerische Veltlin angegliedert.

Die Phase von recht großer Freiheit endete mit dem Zweiten Koalitionskrieg im April 1799, und die von den Franzosen errichteten Republiken in Italien brachen zusammen. Nach seinem Staatsstreich im November überquerte Napoleon abermals die Alpen und konnte die österreichisch-russische Armee wieder zurückdrängen. Nach der Schlacht von Marengo wurde die Cisalpinische Republik wieder errichtet.

Mittels einer konstituierenden Versammlung in Lyon wurde eine italienische Republik (Nachfolgerin der Cisalpinischen) proklamiert, an deren Spitze auf französischen Druck für zehn Jahre Napoleon selbst gewählt wurde. Weitgehend auf repräsentative Funktionen beschränkt war der Vizepräsident Francesco Melzi d'Eril, ein lombardischer Adliger. Es gab eine Verfassung und eine legislative Versammlung, aber in der Praxis wurde das Staatsgebilde weitgehend von Frankreich aus gesteuert.

Nach der Gründung des Französischen Kaiserreichs 1804 wurden auch die italienischen Staaten nun offiziell in Monarchien umgewandelt. Napoleon selbst wurde am 26. Mai 1805 mit der alten langobardischen Eisenkrone gekrönt, nachdem sein Bruder Joseph die Königswürde abgelehnt hatte. Sein Stiefsohn Eugène de Beauharnais wurde Vizekönig.

Risorgimento

Nach dem Sturz Napoleons 1814 übergab Eugène Mailand ohne Widerstand an Österreich. Der Wiener Kongress stellte weitgehend die vornapoleonischen Verhältnisse in Italien wieder her. Die Lombardei und Venetien wurden zum Königreich Lombardisch-Venetien zusammengefasst, als dessen Könige die österreichischen Kaiser fungierten, wenn auch die Verwaltung von Österreich getrennt war.

Die starke Abhängigkeit von Wien, die Polizeimethoden und die von Deutschen dominierte Bürokratie wurde bald zum Ärgernis für die Italiener. Die Ideen der Carbonari schwappten aus Süditalien in die Lombardei über. Das politische Ziel – eine Vereinigung Norditaliens unter dem sardinisch-piemontesischen König Karl Albert, eine Konföderation der italienischen Staaten oder eine italienische Republik – war noch umstritten. Allen diesen Richtungen war gemeinsam, dass die Österreicher aus Norditalien vertrieben werden mussten.

Als die Revolution von 1848 in mehreren europäischen Hauptstädten ausbrach, kam es in Mailand zu den Aufständen der Cinque giornate (18. - 22. März), und die österreichischen Truppen mussten sich aus der Stadt zurückziehen. Wenige Wochen später erklärte das Piemont Österreich den Krieg und marschierte in die Lombardei ein. So wie die Revolution anderswo in Europa zusammenbrach, wurden auch die alten Zustände in der Lombardei wiederhergestellt.

Weblinks

Bild:Wikiquote-logo.png Wikiquote: Lombardische Sprichwörter – Zitate




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