Limbus (Katholizismus)
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Limbus (Latein für Rand, Saum, Umgrenzung) kann in der katholischen Theologie zweierlei bezeichnen:
1. Den Vorraum oder den äußersten Kreis der Hölle. Er ist in dem Sinne der Aufenthaltsort für Seelen, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel ausgeschlossen sind. Als solches war der Limbus nie ein Teil der offiziellen kirchlichen Doktrin.
2. Die theologische Unsicherheit über den Heilsstatus derer, die beispielsweise ungetauft sterben. Die katholische Kirche spricht in diesen Fall von ihrem Vertrauen, dass es einen anderen Heilsweg gibt, den aber nur Gott alleine kennt.
So unterscheidet man
- den limbus patrum. Dies ist der Ort für die Seelen der verstorbenen Gerechten der Zeit vor Jesus Christus, also z. B. der biblischen Propheten.
- den limbus puerorum. Dies ist der Ort für die Seelen der ungetauften Kinder, die nicht zum Vernunftgebrauch gelangten, bevor sie starben.
Der Limbus in der ersten Bedeutung hat kein biblisches Fundament, sondern ergab sich als theologische Spekulation aus der Frage nach der Unverzichtbarkeit der Taufe für das Seelenheil. Als solches war das Konzept des Limbus als einen Ort auch nie Teil der offiziellen kirchlichen Doktrin.
Geschichtlich gab es so auch unterschiedliche Vorstellungen, was der Limbus bedeutet.
- Verlust der Gottesschau, geistige Umnachtung und Traurigkeit, aber recht milde Sinnesstrafen
- Verlust der Gottesschau, geistige Umnachtung und Traurigkeit, aber keinerlei Sinnesstrafen
- Nur Verlust der Gottesschau (ohne weitere Aussagen)
- Verlust der Gottesschau, aber zugleich eine rein natürliche Glückseligkeit.
Die Anschauung des Limbus war niemals unumstritten. Insbesondere der Gottesbegriff, der zu dieser Anschauung führte, wurde stets angegriffen. Es wurde bestritten, dass die Erbsünde allein und ohne persönliche Sünde zum Verlust der himmlischen Seligkeit führen könne.
So entwickelten sich besonders im 19. Jahrhundert verschiedene Konzepte, um das unbiblische Konzept des Limbus zu umgehen und dennoch an der Unverzichtbarkeit der Taufe festzuhalten.
Im Weltkatechismus von 1993 findet sich der Begriff des Limbus nicht mehr. Dort ist statt dessen die Rede von der „berechtigten Hoffnung, dass es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt“. Wie dieser Heilsweg aussehen soll, bleibt im Katechismus allerdings offen.
Limbus in der Literatur
Bei Dante in "Die Göttlichen Komödie" harren hier Dichter, Philosophen und Wissenschaftler aus vor- und außerchristlichen Kulturen auf Erlösung, frei von körperlicher Bestrafung.



