Lemuren

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Lemuren
Bild:Catta.jpg
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Lemuren
Wissenschaftlicher Name
Lemuridae
Gray, 1821
Gattungem

Lemuren (Lemuridae) sind eine Familie aus der Ordnung der Primaten. Sie zählen zur Unterordnung der Feuchtnasenaffen (früher als Halbaffen bezeichnet). Die Familie umfasst 10 Arten in vier Gattungen. Die früher ebenfalls zu den Lemuren gerechneten Katzenmakis und Wieselmakis werden heute als eigene Familien betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Lemuren sind auf der Insel Madagaskar und der benachbarten Inselgruppe der Komoren beheimatet.

Beschreibung

Lemuren sind schlanke Tiere mit langen, dicht behaarten Schwänzen. Ihr Fell ist weich und manchmal gemustert. Lemuren sind eichhörnchen- bis katzengroß, erreichen eine Kopfrumpflänge von 26 bis 45 cm und eine Schwanzlänge von 28 bis 60 cm. Sie wiegen bis zu fünf Kilogramm, besitzem einen langen, meist buschigen Schwanz. Ihre Vordergliedmaßen sind kürzer als ihre Hintergliedmaßen. Die meisten Lemuren sind nachtaktive Baumbewohner und besitzen große nach vorne gerichtete Augen mit einer reflektierenden Schicht um Nachts besser sehen zu können (ähnlich den Katzen).

Lebensweise

Lemuren leben meist auf Bäumen und können mühelos von einer Baumkrone zur anderen springen. Neben gänzlich baumbewohnenden Arten gibt es auch Lemuren (wie den Katta), die des öfteren auf den Boden kommen. Auch hinsichtlich der Hauptaktivitätszeit lassen sich keine genauen Angaben machen, sie können sowohl tag- als auch nachtaktiv sein. Lemuren leben meist in kleinen bis mittelgroßen Gruppen zusammen.

Nahrung

Lemuren sind vorwiegend Pflanzenfresser, die sich von Blüten, Früchten und Blättern ernähren. Besonders die Samen der Tamarinden stehen auf der Speisekarte der Lemuren. Gelegentlich nehmen sie auch Insekten und Vogeleier zu sich.

Fortpflanzung

Nach einer Tragzeit von 90 bis 150 Tagen kommt zwischen August und Oktober (kurz vor Beginn der Regenzeit) ein oder zwei Junge zur Welt. Nach rund fünf Monaten sind diese entwöhnt und nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Die Lebenserwartung kann bis zu 20 Jahren betragen.

Bedrohung

Die Abholzung der Regenwälder Madagaskars (u.a. zur Herstellung von Holzkohle) und die damit verbundene Einengung des Lebensraumes stellen die größte Bedrohung für die Lemuren dar. Acht der 10 Arten sind zumindest gefährdet, der Breitschnauzen-Halbmaki ist stark bedroht. 1987 wurde das Beza-Mahafaly-Reservat auf Madagaskar eingerichtet, um den Fortbestand der verschiedenen Lemurenarten zu sichern.

Gattungen und Arten

  • Der bekannteste Lemur ist der Katta (Lemur catta).
  • Fünf Arten von Makis werden in der Gattung Eulemur zusammengefasst.
  • Die Gattung Varecia umfasst eine Art, den Vari.
  • Als Halbmakis bezeichnet man drei Arten der Gattung Hapalemur.

Lemuren in der Mythologie

Die Lemuren waren Geisterwesen der Römischen Religion. Sie waren Manen, also Totengeister, die keine Grabstätte bekommen hatten oder zu ihren Lebzeiten Straftaten begangen hatten. Auch eine Vernachlässigung im Kult konnte eine Wandlung der Manen zu Lemuren mit sich bringen. Die Wirkung waren schlechte Träume.

In Goethes Faust II werden sie von Mephistopheles herbeizitiert: Herbei, herbei! Herein, herein! Ihr schlotternden Lemuren, Aus Bändern, Sehnen und Gebein Geflickte Halbnaturen.

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Lemuren – Bilder, Videos oder Audiodateien


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