Leder
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| Bild:Disambig-grau.png | Dieser Artikel befasst sich mit gegerbter Tierhaut. Weitere Bedeutungen finden sich unter Leder (Begriffsklärung). |
Leder ist ein Material, das aus der Haut von Tieren (Rind, Kalb, Ziege, Schwein, Krokodil, Pferd etc.) durch Gerben gewonnen wird. Im Mittelalter wurde auch Hunde- und Katzenhaut verwendet. Auch in jüngster Zeit gelangt vielfach ungekennzeichnetes Leder aus Fernost nach Europa, das von Hunden und Katzen stammt.
Unter Kunstleder, einem Lederimitat, versteht man den Verbund von textilem Gewebe mit einer Beschichtung aus Kunststoff . Hierbei handelt es sich um Naturfasergewebe oder Kunstfasern, die mit einer weichen PVC-Schicht beschichtet sind. Diese Beschichtungen können je nach Anwendungsfall kompakt oder geschäumt ausgeführt werden. In aller Regel sind die Oberflächen noch genarbt, sodass sie einer Lederstruktur entsprechen. Anwendungsbeispiele für Kunstleder sind Schuhe, Taschen oder automobile Faltdächer.Bild:Lederjacke.png
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Verarbeitung
Nach dem Schlachten werden die Rohhäute getrimmt (beschnitten). Hierbei werden Teile, die nicht zur Lederherstellung geeignet sind, entfernt. Danach muss die Haut schnellstmöglich konserviert werden, um den organischen Verfall aufzuhalten und qualitative Schäden zu vermeiden. Dies geschieht meistens durch Salzen. In Regionen, wo die Entfernungen und die Lieferketten es zulassen, werden die Häute auch durch Kühlung Kurzzeit-konserviert und damit auf Salz verzichtet. In manchen Regionen, in denen Salz knapp ist und es das Klima zulässt, werden Häute und Felle auch noch getrocknet.
Bei der Gerbung wird die Haut zunächst eingeweicht, um Salz, Schmutz etc. zu entfernen. Danach wird die Haut enthaart und anschließend mit tierischen, mineralischen oder pflanzlichen Gerbstoffen behandelt und dadurch haltbar gemacht. Dickes Leder wird gespaltet. Für die meisten Anwendungen bedarf es noch diverser Oberflächenbehandlungen, wie z.B. Lackieren, Prägen, Perforieren u.ä..
Gefärbtes Leder wird entweder durch- oder oberflächengefärbt. Durchgefärbtes Leder bezeichnet man auch als Anilin gefärbtes Leder. Anilin ist ein Teil der Farbe, welcher in das Leder eindringen kann. Komplett Anilin gefärbtes Leder hat auf der Ober- und der Unterseite die gleiche Farbe, Kratzer oder Abnutzung fallen dadurch weniger auf. Semi-Anilin gefärbtes Leder wurde mit Farbe auf Anilin Basis besprüht, welche etwas in die Oberfläche eindringt. Oberflächengefärbtes Leder ( oder auch pigmentiertes Leder ) ist mit einem Farbstoff lackiert.
Grundlegende Ledertypen
Je nach Machart unterscheidet man verschiedene Ledertypen.
- So ist Nappaleder die glatte, obere Seite vom Spaltleder, die sogenannte "Vachette". Diese kann als Rein-Anilin ohne Oberflächenschutz, als Semi-Anilin mit schwacher Oberflächenbehandlung oder als gedecktes Leder mit Schutzlack gehandelt werden.
- Von Nubukleder spricht man, wenn die Oberfläche angeschliffen wird, so dass eine feine, aufgeraute Struktur entsteht.
- Im Kleidungsbereich weit verbreitet ist das Veloursleder, welches man aus den dünneren, unteren Schichten nach dem Spalten der Haut erhält oder durch das auf-links-drehen von dünneren Glattledern. Veloursleder kann von schwerer, sehr guter Qualität sein, was allerdings leider selten der Fall ist. Oft wird fälschlicherweise von Wildleder gesprochen. Das rührt daher, dass Velours eine ähnliche Oberfläche aufweist wie Leder von Hirschen oder ähnlichen Wildtieren.
- Hühnerleder wird aus den Fellen junger Schafe und Ziegen gewonnen.
Bild:Leather-Shoes.jpg Verwendung findet Leder vor allem in der Bekleidungsindustrie/Mode (als Jacken, Mäntel, Hosen, Schuhen, Gürteln, (Hand-)Taschen und Motorrad- oder Schutzkleidung), in der Möbelindustrie als (Bezug von Möbeln, Sofas ö.ä.), im Sport zum Überzug von Bällen (Fußball) oder Sportgeräten. Erzeugnisse aus Leder werden als Lederwaren oder Portefeuilles bezeichnet. Es gibt zahlreiche unterschiedliche lederverarbeitende Handwerksberufe wie den Feintäschner, Gerber, Kürschner, Riemer, Sattler, Schuster oder den Schuhmacher.
Ein wachsender Anwendungsbreich ist die Technik oder Fahrzeugindustrie. Schon früh wurde Leder für Transmissionsriemen o. ä. verwendet. Heute nimmt die Verwendung als Innenraum- oder Lenkradverkleidung sowie für Ledersitze zu.
Tabelle der Lederarten
- Cordovan
- Hühnerleder
- Juchtenleder
- Krokodilleder
- Nappaleder
- Nubukleder
- Saffian
- Vacheleder
- Vachetteleder
- Veloursleder
- Weißleder
- Aalleder
Siehe auch
Kirn, Pergament, Chagrin, Bandalier, Lineapelle
Weblinks
- http://www.ledermuseum.de Deutsches Ledermuseum Offenbach



