Latifundium

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Als Latifundium, auch Latifundie (latus, weit; fundus, Grundbesitz) wird ein großes Gut bezeichnet.

Der Begriff bezeichnete in der Antike den Großgrundbesitz der römischen Senatoren seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert. Diese Latifundien wurden ursprünglich von Sklaven bewirtschaftet.

Nach dem Zerfall des römischen Reiches wurden diese von neuen Besitzern, die das Latifundium als politisch de facto unabhängiges Lehen erhielten, als verstreute Kleinstparzellen an viele hörige oder leibeigene Kleinbauern verpachtet, was damals und auch noch lange Zeit später für die Landwirtschaft üblich wurde.

Als im Frühmittelalter sich fast ganz Europa nach und nach in kleinste Lehen zersplitterte, wurden die Grundherren immer mächtiger und verlangten für das verpachtete Land immer mehr Abgaben und Dienstleistungen von den Bauern. Dieser Zustand überdauerte viele Jahrhunderte und verlangsamte die Entwicklung der Wirtschaft erheblich.

Auch in der Neuzeit wird der spanische und lateinamerikanische durch die Kolonisation neu entstandene Großgrundbesitz als Latifundium bezeichnet, wo Einheimische als Sklaven eingesetzt wurden. Durch einen einsetzenden Arbeitskräftemangel und fortschreitende Abschaffung der Sklaverei wurden zunehmend auch schlecht bezahlte Lohnarbeiter beschäftigt, die bis heute in den meisten Teilen der Welt die Sklaverei verdrängt haben. Die Produktivität ist trotz der dort in jüngster Zeit eingesetzten Mechanisierung und Rationalisierung gering.

Landwirtschaftliche Kleinbetriebe heißen Minifundien.



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