Krankenhaus
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
| Bild:Qsicon Ueberarbeiten.png | Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf bitte mit, ihn zu verbessern und entferne anschließend diese Markierung. |
Als Krankenhaus (siehe auch Klinik, Klinikum, Lazarett, Hospital oder Spital) wird im Sinne des deutschen Krankenhausfinanzierungsgesetzes eine Einrichtung bezeichnet, in der durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körper-Schäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können.
Inhaltsverzeichnis |
Aufgaben eines Krankenhauses
War früher das Krankenhaus mehr ein Aufbewahrungsort für Menschen, die keine eigene Pflege organisieren konnten, sind sie jetzt zu Zentren von Lehre und Forschung geworden, die hoch spezialisierte Diagnostik und Therapie anbieten. IhreLeistungen werden auf Pflegequalität und Qualität der Organisation hin überprüft. Fachkliniken bieten nur ein sehr begrenztes Spektrum an, können jedoch örtlich oder organisatorisch mit anderen Krankenhäusern verbunden sein. Durch zunehmend intensivere Techniken haben sich die Zahl der Ärzte pro Patient und die Anforderungen an die Ausbildung der Fachkräfte erhöht.
Krankenhäuser können als ein Gebäude geplant sein (meist ein Hochhaus) oder aber in getrennten Bauten als Pavillons, vor allem zum Infektionsschutz. Meist bestehen viele Krankenhäuser aus historischen Gründen aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Größe und Alters.
Da in Krankenhäusern immer neben der Pflege auch eine medizinische Versorgung rund um die Uhr gewährleistet wird, bieten sie auch eine medizinische Notfallversorgung an, meist über eine Rettungsstelle oder über eine zentrale Notaufnahme, Ambulanz oder Poliklinik.
Die Ausstattung und personelle Kapazität für die Notfallversorgung ist sehr unterschiedlich. So bieten spezialisierte Traumazentren bedingt durch Ausstattung und Übung eine bessere Versorgung an. Mehrere Studien zeigen, dass mit der Anzahl der Fälle auch die Qualität der Versorgung ansteigt.
Neben der Notfallversorgung wird auch bei geplanten Eingriffen zunehmend auf die Fallzahlen geachtet, und Zentren mit spezialisierter Diagnostik werden gebildet (z.B. Brustzentrum). Krankenhäuser die ein großes Spektrum an Patienten adäquat versorgen können, werden immer seltener.
Bedingt durch den medizinischen Fortschritt führen immer aufwendigere Verfahren zu ständig steigenden Kosten trotz Reduktion der Liegedauer, der Bettenanzahl und der Zahl der Krankenhäuser. Durch die Auswahl von Patienten die ausreichende Einnahmen, bei geringen Kosten erwarten lassen, wird versucht den zunehmenden Einsparungsdruck auszuweichen. Ebenso wird durch eine verkürzte Liegedauer versucht mehr in die ambulante Versorgung zu verlagern (siehe auch Blutige Entlassung).
Heutzutage besitzen die Krankenhäuser zunehmend eine Zertifizierung des Hauses oder der einzelnen Abteilungen mit einem Qualitätsmanagement an. Durch Straffung von Prozessen mit Standard Operating Procedures (SOP), schnellen Durchlauf der Patienten mit fast-track wird versucht Kosten einzusparen. Man spricht auch vom Taylorismus der Medizin. Vergleicht man die Krankenhäuser mit anderen Branchen steckt die Medizin in dieser Hinsicht noch in den Kinderschuhen. So ist die Ausstattung mit IT-Technik vergleichsweise gering entwickelt. Da der größte Kostenblock die Personalkosten sind, ist dies eigentlich verwunderlich.
In Deutschland ist die Trennung von stationärer und ambulanter Versorgung historisch bedingt sehr ausgeprägt. Ebenso ist die Hierarchie im internationalen Vergleich sehr ausgeprägt. In Anlehnung an das Militär gibt es Ober- und Unterärzte (heute meist Assistenzärzte genannt) und einen Chefarzt. In größeren Krankenhäusern wird meist auf einen akademischen Titel des Chefarztes Wert gelegt.
Eine zunehmende integrierte Versorgung wird angestrebt, aber bisher ist dies noch nicht sehr entwickelt. Schon lange gab es jedoch Ambulanzen und Polikliniken in denen entweder Patienten vor oder nach der Versorgung im Krankenhaus betreut wurden, oder aber Patienten die von niedergelassenen Fachärzten überwiesen wurden, weil ein Spezialist oder aber spezielle Verfahren notwendig sind.
Die zunehmende Verlagerung in den ambulanten Bereich vermindert die Auswirkungen des Hospitalismus, aber erfordert einen höheren Aufwand für den niedergelassenen Arzt und die zu betreuende Familie oder Freunde.
Jedoch ist auch durch politische Entscheidungen das mögliche Potential noch nicht ausgeschöpft. So wird das ambulante Operieren in anderen Ländern in größerem Umfang durchgeführt, während in Deutschland die finanzielle Situation noch nicht sehr förderlich ist.
Geschichte des Krankenhauses
Die ersten Einrichtungen, die sich um Kranke kümmerten sind aus Indien bekannt. Die ersten Lehrkrankenhäuser jedoch stammen aus Persien. Im Mittelalter diente ein Krankenhaus auch als Armenhaus oder Unterkunft für Pilger. Der Begriff stammt aus dem lateinischen Wort hospes. Meist wurde die Pflege von Mönchen oder Nonnen geleistet (siehe auch Hôtel-Dieu). Im 18. Jahrhundert kamen die ersten modernen Krankenhäuser auf. So wurde im Jahre 1710 die Charité als Pestkrankenhaus gegründet.
Krankenhäuser wurden immer weniger eine Versorgung für Arme, sondern ein Platz intensiver medizinischer Diagnostik und Therapie, sowie ein Platz der Lehre und Ausbildung.
Klassifikation
Krankenhäuser kann man nach der Zahl der Betten, nach dem Träger oder ihrem Tätigkeits- bzw. Forschungsschwerpunkt klassifizieren. Im internationalen Vergleich ist die Zahl der Betten jedoch nicht aussagekräftig, da beispielsweise durch eine kürzere Liegedauer und mehr ambulante Versorgung die Krankenhäuser außerhalb Deutschlands mit weniger Betten dennoch mehr Patienten versorgen können.
Sie können auch klassifiziert werden nach dem Krankenhausträger, ob öffentlich, freigemeinnützig oder privat, Öffentliche Träger können zum Beispiel, Bund, Länder und Gemeinden sein, freigemeinnützig zum Beispiel religiöse Gemeinschaften oder soziale Vereinigungen (z.B. Wohlfahrtsverbände): Ein Universitätsklinikum, ein Landeskrankenhaus, ein städtisches Haus, ein Kreiskrankenhaus, ein Bundeswehrkrankenhaus, ein katholisches, evangelisches, jüdisches Haus, ein Krankenhaus einer privat geführten Krankenhauskette. etc.
Sie können eingeteilt werden nach den angebotenen Leistungen, ob eine Fachklinik, oder ein allgemeines Krankenhaus. Universitätskliniken vergeben an Krankenhäuser die an der Ausbildung beteiligt sind noch den Titel des akademischen Lehrkrankenhauses.
In der Krankenhausplanung wird auch nach verschiedenen Anforderungs- und Versorgungsstufen unterteilt:
- Krankenhaus der Maximalversorgung
- Krankenhaus der Schwerpunktversorgung
- Krankenhaus der Regelversorgung
- Krankenhaus der Grundversorgung
Seit dem 31. August 2005 müssen zugelassene Krankenhäuser nach § 108 SGB V strukturierte Qualitätsberichte veröffentlichen. Der Bericht muß im Abstand von höchstens zwei Jahren regelmäßig erstellt werden. Auf Grundlage der Berichte ist es Patienten und Ärzten möglich, die Kennzahlen der Kankenhäuser (z.B. die der Anzahl erfolgreich durchgeführter Operationen) zu vergleichen und damit die Güte der Patientenversorgung einzuschätzen.
Krankenhaus-Statistik Deutschland, vorläufige Ergebnisse für 2004
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.08.2005:
- Zahl der Krankenhausbetten in 2157 Kliniken: rund 528.000;
- behandelte Fälle in Krankenhäusern: 16,7 Millionen;
- durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus: 8,7 Tage (2003: 8,9 Tage);
- Gesamtpersonal in den Krankenhäusern im Jahresdurchschnitt: 815.652 Beschäftigte (2000: 834.585);
- davon ärztliches Personal: 116.779 (2000: 108.696);
- davon nicht-ärztliches Personal: 698.872 (2000: 725.889).
In Deutschland liegt der Bettenstand im Vergleich mit anderen Ländern relativ hoch. Wobei ein kontinuierlicher Trend zum Bettenabbau zu verzeichnen ist. Auch bei der Einweisungsquote und Verweildauer sind die deutschen Zahlen vergleichsweise hoch. Eher unterdurchschnittlich sind die Kosten pro Fall, was man einerseits mit der eher niedrigen Personalausstattung, zum anderen mit der Verteilung der Kosten auf viele Fälle erklären kann.
Die Trägerschaft der Krankenhäuser teilt sich auf in
- 26 % privat (2000: 22,3 %),
- 36 % öffentlich,
- 38 % freigemeinnützig.
Damit zeigt sich ein Trend zugunsten privater Krankenhäuser. Viele private Krankenhäuser sind Teil von größeren Krankenhausketten z.B. der Rhön Klinikum AG oder der Helios Kliniken GmbH.
Gliederung eines Krankenhauses
Organisatorische Gliederung
Sie können gegliedert werden nach den Fachabteilungen, z.B. Chirurgie, Innere etc. oder den Berufsgruppen, z.B. Ärzte, Pfleger, etc..
Klassische Gliederung
Viele Krankenhäuser sind organisatorisch in verschiedene Abteilungen unterteilt. Eine Abteilung entspricht einer medizinischen Fachrichtung und wird als Klinik bezeichnet, z.B.: Chirurgische Klinik, Klinik für Innere Medizin, Klinik für Gynäkologie, Radiologie, Labor usw.
Viele Kliniken vereinen therapeutische, diagnostische und pflegerische Einrichtungen unter sich.
Neuere Gliederung
In einem sogenannten Modulsystem wird nur in therapeutische, diagnostische und pflegerische Bereiche unterschieden.
In der Krankenpflege von Patienten werden in diesem System folgende Bereiche unterschieden:
- Low Care Station
- Eine Stationen für Patienten, die nur wenig Pflege brauchen.
- Intermediate Care
- Eine Station, in der Patienten am Monitor überwacht werden können, jedoch keine intensivmedizinische Betreung möglich ist.
- Intensive Care
Es gibt auch eine Bildung von Zentren, in denen man sich an Krankheitsbildern orientiert. Dadurch sollen die sogenannten Behandlungspfade in der Patientenversorgung optimiert werden.
Funktionelle Gliederung
Ein Krankenhaus lässt sich in sieben funktionale Bereiche gliedern:
- Untersuchung und Behandlung (Ambulanz, Poliklinik, Rettungsstelle, Schockraum, Endoskopie, Operationssaal, Kreißsaal usw.)
- Pflege (Bettenstationen)
- Verwaltung (Leitung, Personalwesen, Technik, Betriebsrat usw.)
- Soziale Dienste (Pforte, Sozialdienst, Krankenhauskapelle, Cafeteria)
- Ver- und Entsorgung (Werkstätten, Lager, Sterilisation)
- Forschung und Lehre (Hörsaal, Unterrichtsräume)
- Sonstige Bereiche (z.B. Rettungswache, Fremdfirmen, Kindergarten)
In Deutschland regelt die DIN 13080 die Unterteilung eines Krankenhauses, ein Umstand, der bei der staatlichen Förderung von Krankenhäusern eine wichtige Rolle spielt.
Kostenstruktur eines Krankenhauses
Ausgaben
Die Ausgaben eines Krankenhauses lassen sich grob in zwei Positionen aufteilen:
- 70 % Personalkosten
- 30 % Sachkosten
Die Sachkosten untergliedern sich wiederum wie folgt:
- Investitionskosten
- Arzneimittelkosten
- Kosten für Fremdinstitute, z.B. Spezielle Laboruntersuchungen
- Medizinische Verbrauchsgüter, z.B.:
- Implantate wie Herzschrittmacher
- Knochenprothesen
- Medizinische Einmalartikel, z.B. Spritzen, Tupfer
- Strom, Wasser, Energie, Gase
- Reinigung, Entsorgung
- Verwaltungskosten
- Versicherungen, z.B.:
- Arzt- und Mitarbeiterhaftpflichtversicherung
- Gebäude- und Geräteversicherungen
- Instandhaltungskosten
- Geräteinstandhaltung
- Umbau von Gebäudeteilen
- Reparaturkosten an den Gebäuden
Einnahmen
Die Finanzierung kann monistisch, oder wie bei öffentlichen Häusern in Deutschland üblich über eine Duale Finanzierung durch die öffentliche Hand (Investitionszuschüsse der Länder) und Krankenkassen erfolgen. Zu diesen Einnahmen kommen noch zusätzliche sonstige Leistungen (z.B. Cafeteria).
Siehe auch
Belegarzt - Tagesklinik - Deutsche Krankenhausgesellschaft - Ständiger Ausschuss der Krankenhäuser in Europa (HOPE) - Marburger_Bund - Grenzverweildauer - Diagnosis Related Groups - Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus - Krankenhausbuchführungsverordnung - Visite - Krankenhausbibliothek - Patientenbibliothek - Reha - Anthroposophische Krankenhäuser - Krankenhausseelsorge - Institutsambulanz - Fürsorgerischer Freiheitsentzug - Maßregelvollzug
Literatur
- Arnold, Michael; Klauber, Jürgen; Schellschmidt, Henner: "Krankenhaus-Report 2002". Schattauer, Stuttgart 2002. ISBN 3-7945-2219-2 (erscheint jährlich)
- Gesundheitswesen Schweiz 2004-2006 (Hrsg. Gerhard Kocher/Willy Oggier), Hans Huber, Bern, 2004, 336 S.,€ 22.95. ISBN 3-456-84080-2
Weblinks
| Bild:Wiktionary-logo-en.png | Wiktionary: Krankenhaus – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Krankenhaus – Bilder, Videos oder Audiodateien |
Krankenhausverzeichnisse
- http://www.kliniken.de/
- http://www.spitaeler.ch/
- http://www.hplus.ch
- http://www.rehakliniken.de/
- http://www.yellowmap.de/BSMedizin/html/default.asp
- http://www.krankenhaus.net/
- http://www.klinik-fuehrer.com/
- http://www.med-kolleg.de/klinik/
Archive
Krankenhaus-Gesundheitspolitik
- http://www.gesundheitspolitik.com/03_krankenhaus/
- http://www.wido.de/Krankenhaus/index.html
- Deutsche Krankenhausgesellschaft http://www.dkgev.de/
- Bayerische Krankenhausgesellschaft http://www.bkg-online.de/
- Bayerisches Krankenhausregister http://www.krankenhausregister.de/
- Krankenhausfinanzierungsgesetz
- http://www.g-qb.de/ Qualitätsberichte der Krankenhäuser
Seitenkategorien: Wikipedia Überarbeiten | Krankenhaus | Krankenpflege | Kommunalpolitik | Gesundheitswesen



