Konstituentengrammatik
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Die Konstituenten(struktur)grammatik wurde im amerikanischen Strukturalismus von Rulon S. Wells und Charles Hockett entwickelt. Die Kombinatorik eines Satzes oder einer Wortgruppe wird mit Teil-Ganzes-Beziehungen charakterisiert. Ein Satz wird zunächst in seine unmittelbaren Konstituenten zerlegt. Die wiederum werden weiter geteilt, bis die Ebene der Wortformen erreicht ist. Die Teilung erfolgt schrittweise und binär. Es wird in solche Einheiten zerlegt, die insgesamt durch eine Wortform ersetzt werden können oder selbst als Erweiterungen einer Wortform erscheinen.
(1) Paula sucht ihre Katzen.
Der Satz (1) wird in seine Hauptkonstituenten Paula und sucht ihre Katzen zerlegt, da Paula z.B. durch Paul und sucht ihre Katzen durch schläft ersetzbar ist. Konstituenten werden mit eckigen Klammern markiert.
(2) [Paula] [sucht ihre Katzen].
Die Konstituente sucht ihre Katzen kann nun weiter zerlegt werden. Man kann sucht durch liebt ersetzen, ihre Katzen durch Tiere oder Katzen.
(3) [Paula] [[sucht] [ihre Katzen]].
Schließlich kann ihre Katzen geteilt werden in ihre - Ersetzung durch Peters oder die - und Katzen - ersetzbar durch Lieblinge.
(4) [Paula] [[sucht] [[ihre] [Katzen]]].
Statt der schwerer überschaubaren Klammern kann auch graphisch eine Baumdarstellung oder ein Kastendigramm gewählt werden.
Alternativen bilden die Dependenzgrammatik, die Phrasenstrukturgrammatik, die Funktionale Syntax, die Kategoriale Syntax und die Transformationsgrammatik.
Literatur
- Ch. Hockett (1958): A Course in Modern Linguistics, New York, London: Holt, Rinehart & Winston, 147-156 (deutsch in: L. Hoffmann (Hg.)(2000/2) Sprachwissenschaft. Ein Reader. Berlin, New York: de Gruyter, 508-516
- R.S. Wells (1947): Immediate Constituents, in: Language 23, 81-117



