Konservatismus

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Konservatismus oder auch Konservativismus (lat. conservare: erhalten, bewahren) ist ein Sammelbegriff für politische, gesellschaftliche oder religiöse Ideen, deren Hauptziel es ist, die eigene bestehende Gesellschafts- und Werteordnung zu bewahren.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale und Unterschiede

Der Konservatismus stützt sich zumeist auf Tradition, Religiosität und Autorität. Eine über diese Merkmale hinausgehende formale Definition des Begriffes existiert nicht. Die Begriffsbestimmung scheitert an den Schwierigkeiten der Zuordnung, die sich auch in zahlreichen Varianten mit fließenden Übergängen äußern, etwa Liberalkonservatismus, Nationalkonservatismus oder christlicher Konservatismus. Näherungsweise wird der Konservatismus daher oft in zwei Hauptrichtungen eingeteilt: Wertkonservatismus und Strukturkonservatismus.

Den möglichen Spielarten sind dabei aber kaum Grenzen gesetzt, so schufen etwa Intellektuelle in der Weimarer Republik eine Verbindung zwischen nationalkonservativem und revolutionärem Gedankengut: Durch Revolution solle ein Zustand geschaffen werden, den es zu bewahren lohnt.

Eine weitere Variante des Konservatismus, die aktuell stark diskutiert wird, ist der sog. Neokonservatismus, hier vor allem der Neokonservatismus in den USA. Diese von Irving Kristol begründete Bewegung verbindet Konservatismus mit der progressiven Grundausrichtung der sogenannten "Alten Linken" in Amerika.

Merkmale

Der Konservativismus begreift es angesicht seiner Skepsis utopischer Staatsverwirklichung gegenüber als seine Aufgabe, die spezifischen Werte einer Nation und Kultur gegenüber der Idee des Multikulturalismus zu verteidigen. Er betont die Notwendigkeit die Identität der Nation zu bewahren. Die von ihm vertretenen Prinzipien beanspruchen "Zeitlosigkeit" und wollen so dem Walten des Zeitgeistes Ordnung und Stabilität entegenstellen. Nicht zu verwechseln ist der Konservativismus mit dem Traditionalismus.

Geistige Vertreter

Platons Ideen über den Staat dienen bis heute als Grundlage vieler konservativer Theorien. Wichtige Vertreter des Konservatismus in der Moderne waren:

  • François-René de Chateaubriand, der in Paris die Zeitschrift "Le Conservateur" herausgab.
  • Der Engländer Edmund Burke
  • Der Engländer Thomas Hobbes, der den Erhalt von Ordnung und Sicherheit durch einen STARKEN Staat als Hauptaufgabe des Staates sah.
  • Der deutsch-amerikanische Philosoph Leo Strauss, der mit den sog. "Straussians" eine einflussreiche Denkschule begründete.

Religiöse Unterschiede

Konservatismen lassen sich auch nach Epoche und Religion unterscheiden. So ist der Ultramontanismus eine Erscheinung der katholischen Kirche im 19. Jahrhundert.

Nationale Unterschiede

Konservatismus ist keine philosophisch definierte politische Haltung mit abstrakten Werten, sondern jeweils auf die historische Situation bezogen - der Konservatismus des 19. Jahrhunderts hatte andere Ideale als der Konservatismus des 21. Jahrhunderts, der Konservatismus in den USA vertritt andere Werte als der Konservatismus in der Schweiz. In der Schweiz etwa, wie auch in anderen europäischen Ländern - insbesondere im Alten Europa, dort insbesondere in Frankreich -, tritt der Konservatismus heutzutage primär entweder in Form eines nationalistisch-ländlich-randregional geprägten Rechtskonservatismus oder aber in Form eines etatistisch-gewerkschaftlichen (und oft ebenfalls ländlich-randregional geprägten) Linkskonservatismus auf; beide Strömungen sind gegen eine vertiefte Integration ihrer jeweiligen Staaten in die Europäische Union.

Siehe auch:

Patriotismus, Nation, Volk, Werte, Die Deutschen Konservativen, Neokonservatismus, Konservative Allianz, Rechtskonservativ

Literatur

neue programmatische Schriften von Konservativen

Weblinks

Die tageszeitung (taz) veröffentlichte am 20. August 2005 einige Dossiers zum Thema Konservativismus: http://www.taz.de/pt/2005/08/20.nf/ressort.q,TAZ.re,sw



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