Kautschukboom

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Der Kautschukboom war die Zeit zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und 1910, in der die Stadt Manaus in Brasilien durch die Produktion von Kautschuk, weltweit bekannt und vor allem reich wurde. Um 1890 wurde aus dem kleinen Dorf Manaus eine Großstadt mit breiten Straßen, einer elektrischen Straßenbahn und elektrischen Straßenlampen.

Die Entdeckung der Vulkanisierung durch Charles Goodyear führte nach 1839 zur enormen Wachstum der Nachfrage von Kautschuk. Bald war Kautschuk ein wichtiger Rohstoff von vielen Produkten der Industrialisierung.

Der Kautschukboom wurde gerade durch die extravagante Lebensart der Kautschukbarone geprägt. Das Bild eine Zigarre mit Geldscheinen anzuzünden wurde dadurch bekannt. Waldemar Scholz eignete sich eine Löwen, ein Motorboot und eine Yacht an. Ein weiterer Baron ließ einen Palast für seine Pferde bauen, der so imposant wurde, dass er selbst einzog. In Manaus lebten in der Boomzeit bis zu fünf Prozent Ausländer.

Der Höhepunkt der Extravaganz stellte das Bauen des Teatro Amazonas dar. Als großes Opernhaus mitten im Amazonas, bestand es zu einem Großteil aus importierten Baumitteln, unter anderem italienischem Marmor. Dieser Bau kostete ca. zwei Millionen Dollar, eine enorme Summe für damalige Verhältnisse.

Der Kautschukboom endete zwanzig Jahre nach dem 1876 Henry Wickham von Dr. Joseph Hoocker beauftragt wurde Samen des Kautschukbaums zu sammeln. Herr Wickham schaffte es über siebzigtausend Samen zu sammeln, aus denen über zweitausend Bäume in den Kolonien Englands in Asien heranwuchsen. Der Preis des Kautschuks fing 1910 an zu sinken und führte zur Panik unter den Kautschukbaronen. Asien hatte bis dahin die Monopolstellung Brasiliens aufgebrochen und der Kautschukboom endete dadurch.

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