Kathedrale

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Die Kathedrale, genauer Kathedralkirche (von griechisch/lateinisch: ecclesia cathedralis, im deutschsprachigen Raum oft auch als Dom bezeichnet) ist die Kirche eines Bischofssitzes. Der Stuhl (griechisch kathedra) des Bischofs steht in ihr an hervorgehobener Stelle. Kathedralen sind meist eindrucksvoll gestaltete Kirchengebäude. Obwohl der Begriff meist eine Funktionsbezeichnung beschreibt, kann er auch kunstgeschichtlich ausgelegt werden. Im Allgemeinen wird der Begriff meist so aufgefasst, dass es sich bei einer Kathedrale um eine „Bischofskirche“ handelt, die „Träger der führenden Gedanken der abendländischen Baukunst“ ist (Hans Jantzen). Es gibt auch eine kunstgeschichtliche Definition, wonach man „unter Kathedralen die Hauptkirchen des gotischen Baustils“ versteht (Adolf Adam). Den künstlerischen und bautechnischen Höhepunkt erfuhren die Kathedralen in der Gotik. Den Begriff der "Kathedrale" gebraucht man deshalb auch meistens im Zusammenhang mit der Gotik. Bild:Paris 1776.JPG Die Verwendung der Bezeichnung ecclesia cathedralis taucht erstmalig auf dem Konzil von Tarragona 516 auf. Als eine bedeutsame Kirche nannte man sie auch ecclesia maior (große Kirche). Als Hauptgotteshaus eines Bezirkes hieß die Kathedrale schließlich lateinisch Domus Dei (Haus Gottes), woraus sich der deutsche Name Dom und das italienische Duomo ableiten. Eine seltenere und missverständliche Bezeichnung für die Kathedrale ist Mutterkirche, wie die Kathedrale von Rom, die Lateranbasilika, bezeichnet wird.

Gelegentlich kommt es vor, dass eine Kirche ihrer Bedeutung wegen als Dom bezeichnet wird, obwohl sie keine Bischofskirche ist. Ein Beispiel ist der Petersdom oder der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus, welcher von 1562 bis 1792 Schauplatz von 10 Kaiserkrönungen war, aber niemals Bischofssitz.

Im Fall des Wormser Doms leitet sich die Bezeichnung daraus ab, dass Worms bis zur Säkularisierung 1803 Bistumssitz war. Der ursprüngliche Bischofssitz des Münchner Erzbistums war der Freisinger Dom, der darum heute als Conkathedrale (Mitdom) bezeichnet wird, während die eigentliche Kathedrale der Münchner Dom ist, der im Volksmund jedoch immer noch Frauenkirche heißt.

Der wohl bekannteste Dom in Deutschland ist der Kölner Dom.

Als Kaiserdom werden in Deutschland der Aachener Dom, der Bamberger Dom, die Stiftskirche St. Peter und Paul in Königslutter, der Speyerer Dom, der Mainzer Dom und der Wormser Dom bezeichnet. Ursprünglich leitete sich die Bezeichnung daraus ab, dass der betreffende Dom von Kaisern erbaut wurde. Später wurden auch andere bedeutende oder sehr große Kirchenbauten als Kaiserdom bezeichnet, so etwa der Wormser Dom, an dem kein Kaiser mitgewirkt hat, oder der Frankfurter Dom, weil er Sitz der Kaiserkrönungen war.

Zuweilen werden im deutschsprachigen Raum Kathedralen auch Münster genannt.

Im Einflußbereich des französischen Kathedralenbaus der Zeit der Gotik stimmen in Europa auch gewisse Ausstattungsmerkmale überein, für den Bereich gotischer Skulptur: siehe Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen.

Mitunter tragen auch Kathedralen den Titel Basilica minor und werden somit auch als "Kathedralbasilika" bezeichnet. Eine ehemalige Kathedrale oder zweite Kathedrale in einem Bistum heißt "Conkathedrale".


Siehe auch: Liste von Kathedralen und Domen

Literatur

  • Uwe A. Oster: Die großen Kathedralen. Gotische Baukunst in Europa. Primus Verlag, Darmstadt 2003.
  • Sonja Ulrike Klug: Kathedrale des Kosmos. Die heilige Geometrie von Chartres. München 2001. ISBN 3720521338
  • Adam, Adolf: Wo sich Gottes Volk versammelt. Gestalt und Symbolik des Kirchenbaus, Freiburg/Brsg. – Basel – Wien 1984.
  • Jantzen, Hans: Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs – Chartres, Reims, Amiens, Neuausgabe, erweitert und kommentiert durch ein Nachwort von Hans-Joachim Kunst, Berlin 1987.

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Kathedrale – Bilder, Videos oder Audiodateien


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