Justus Georg Schottelius

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Justus Georg Schottelius, (ursprünglich Schottel, das -ius ist die lateinische Endung), (* 23. Juni 1612 in Einbeck; † 25. Oktober 1676 in Wolfenbüttel) war ein deutscher Sprachgelehrter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er war der Sohn des lutherischen Pfarrers Johannes Schottelius († 1626) in Einbeck und dessen Ehefrau Margaretha, einer Tochter des Kaufmanns Hans Ilse.

Er besuchte seit 1618 die Ratsschule zu Einbeck. Nach dem Tod des Vaters begann er eine Handwerker- oder Kramerlehre, die er nach kurzer Zeit abbrach.

Mit 15 Jahren begann er sich seinen Lebensunterhalt durch Nachhilfestunden und Schreibarbeiten zu verdienen. So konnte er noch im selben Jahr das Gymnasium Andreanum in Hildesheim besuchen. Im Jahre 1628 immatrikulierte er sich an der Universität Helmstedt. In den Jahren 1631 bis 1633 studierte Schottelius am Akademischen Gymnasium zu Hamburg, welches von Joachim Jungius geleitet wurde.

Anschließend wechselte Schottelius 1633 an die Universität Groningen und blieb dort zwei Jahre lang. Am 11. Mai 1635 immatrikulierte er sich an der Universität Leiden und studierte dort bei den Professoren Daniel Heinsius und Petrus Cunaeus. Im Jahr darauf kehrte Schottelius nach Einbeck zurück und immatrikulierte sich am 11. Oktober 1636 an der Universität Wittenberg. Von dort flüchtete er im Jahre 1638 vor den Schwedischen Truppen.

In Braunschweig wurde er 1638 zum Hauslehrer der Familie von Hahn. Zu Ostern 1638 wurde Schottelius zum Präzeptor des Prinzen Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg ernannt. Ein weiterer Schüler war Ferdinand Albrecht von Braunschweig-Lüneburg.

Für seine Schüler schrieb Schottelius mindestens sechs Schauspiele, welche von diesen auch aufgeführt wurden. Größtenteils komponierte Herzogin Sophie Elisabeth, die Gattin Herzog Augusts des Jüngeren, die Musik dazu; bei einem Stück wurde Heinrich Schütz dazu aufgefordert.

Während seiner Zeit als Präzeptor und Hauslehrer promovierte Schottelius an der Universität Helmstedt zum Doctor der beiden Rechte. Als solcher wurde er 1642 zum Assessor am Hofgericht ernannt.

Während dieser Jahre bemühte sich Schottelius um die deutsche Sprache. Sein Werk ist ohne Zweifel von großer Bedeutung für die Sprachdebatte seiner Zeit, auch wenn er in dauernder Konkurrenz zu Christian Gueintz und Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen stand. Vielleicht nahm ihn der Fürst gerade deswegen am 25. September 1642 in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Gleichzeitig mit Schottelius wurde auch Franz Julius von dem Knesebeck aufgenommen.

Schottelius wurde der Gesellschaftsname der Suchende und das Motto reine Dünste gegeben. Als Emblem wurde ihm die Gemsenwurtzel oder Schwindelkraut <wahrscheinlich Doronicum pardalianches L.> zugedacht. Schottelius' Eintrag findet sich im Köthener Gesellschaftsbuch unter der Nr. 397. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für die Aufnahme bedankt:

Die Gemsenwurtzel wird auch Schwindelkraut genant,
Von Jägern die dem thier' in bergen hoch nachsteigen:
Die reinen dünst' ich such' und mache sie bekant,
Die unsrer Deutschen sprach' in ihrer art seind eigen,
Recht auf dem grunde geh', und drin bleib' unverwand:
Heis Suchend, auch wil fort, was sich drin finded Zeigen,
Zu bringen frucht die wol dem Vaterlande nutzt,
Und mit der Deutschen Zung' all' andre frembde trutzt.

Am 8. September 1646 heiratete er Margarethe Cleve, die aber schon am 6. September 1647 - wahrscheinlich im Kindbett - starb.

Bis 1646 hatte Schottelius das Amt eines Präzeptors inne. Anschließend wurde er als Hof- und Kammerrat mit administrativen Aufgaben betraut. Der Pegnesische Blumenorden von Georg Philipp Harsdörffer hatte ihn schon 1645 als sein zehntes Mitglied aufgenommen; er wird unter dem Namen Fortano Mitglied. Wahrscheinlich war Schottelius auch seit 1644 bereits Mitglied der Unio Christiana von Johann Valentin Andreae.

Am 12. Juni 1649 heiratete Schottelius Anna Maria Sobbe.

1663 erschien von Schottelius das Werk ,Ausführliche Arbeit Von der Teutschen HaubtSprache (...)´. Es ist in der Folgezeit wegen seiner grammatischen Aussagen vor allem im Bereich der Wortbildung, als auch wegen seiner kulturpädagogischen Wirkung hinsichtlich der Aufwertung des Deutschen gegenüber anderen europäischen Sprachen von großer Bedeutung gewesen und hat alle weiteren Bemühungen um die grammatische Beschreibung des Deutschen grundlegend beeinflusst.

Im Alter von 64 Jahren starb Justus Georg Schottelius am 25. Oktober 1676 in Wolfenbüttel an einem Schlaganfall.

Werke

  • Ausführliche Arbeit von der teutschen Haubtsprache. - Tübingen : Niemeyer, 1976 <Repr. d. Ausg. Braunschweig 1663>
  • Ethica : die Sittenkuns oder Wollebenskunst. - Bern : Francke, 1980. - ISBN 3-7720-1456-9 <Repr. d. Ausg. Wolfenbüttel 1669>
  • Fruchtbringender Lustgarte : voller Geistliche und Weltliche Neue erfindungen. - München : Kösel, 1967 <Repr. d. Ausg. Wolfenbüttel 1647>
  • Jesu Christi Nahmens Ehr. - Wolfenbüttel : Bund, 1666
  • Der schreckliche Sprach-Krieg. - Leipzig : Reclam, 1991. - ISBN 3-379-00721-8
  • Sonderbare Vorstellung von der ewigen Seeligkeit. - Braunschweig : Zilliger, 1673
  • Teutsche Sprachkunst. - Hildesheim : Olms, 1976. - <Repr. d. Ausg. Braunschweig 1641>
  • Teutsche Vers- und Reimkunst. - Hildesheim : Olms, 1976. - ISBN 3-487-05880-4 <Repr. d. Ausg. Lüneburg 1656>


Literatur

  • Berns, Jörg J. (Hrsg.): Justus Georg Schottelius. - Wolfenbüttel: Herzog August Bibliothek, 1976.
  • Hundt, Markus: "Spracharbeit" im 17. Jahrhundert: Studien zu Georg Philipp Harsdörffer, Justus Georg Schottelius und Christian Gueintz. - Berlin: de Gruyter, 2000. - ISBN 3-11-016798-0
  • Schneider, Rolf: Der Einfluß von Justus Georg Schottelius auf die deutschsprachige Lexikographie des 17. und 18. Jahrhunderts. - Frankfurt a.M.: Lang, 1995. - ISBN 3-631-47973-5
  • German. In: A. Deumert, W. Vandenbussche (eds.): Germanic Standardisations. Past to Present. Amsterdam: Benjamins, 2003, S. 211-244. - ISBN 90-27-21856-0


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