Justus-Liebig-Universität Gießen
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Die Justus-Liebig-Universität in Gießen, Deutschland, wurde 1607 von Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt gegründet. Daher hieß sie bis 1945 "Ludwigsuniversität" oder auch "Ludoviciana".
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Geschichte
Sie verdankt die Entstehung dem Zeitalter der Glaubenswirren, Reformation - Gegenreformation, dem Umzug lutherischer Professoren aus der kalvinistischen Marburger Universität (gegr. 1527) nach Giessen. Vom 25. Mai 1625 bis zum 5. Mai 1650 zog die Universität wegen der Pest und des 30jährigen Krieges nach Marburg, zwischendurch 1633 weilte sie für 12 Monate wieder in Gießen.
Von 1787 bis 1833 lehrte hier der Kameralist und Statistiker August Friedrich Wilhelm Crome, der als Rektor und Mitglied einer sogenannten Kriegskommission den Raub der Universitätsbibliothek durch die französischen Besatzer verhindern konnte.
Im 19. Jahrhundert arbeiteten Wissenschaftler wie Wilhelm Conrad Röntgen und Justus von Liebig an der Universität.
Durch die Veränderungen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem 2. Weltkrieg wurde die Universität stark verkleinert.
Im Dezember 1944 während der Angriffe auf Gießen wurde ein großer Teil der Universität zerstört. Auch das Hauptgebäude der Univiersität brannte aus. Der Bereich der Universitätsklinik war besonders schwer betroffen, 42 Treffer gingen in diesem Bereich nieder. Etwa 90% der Literaturbestände wurde vernichtet. Trotz allem ging der Hochschulbetrieb am 10. Januar 1945 weiter. Der erneute Bombenangriff am 14. März 1945 traf vor allem den Veterinärmedizinischen Bereich. Mit der Besetzung durch US-amerikanische Truppen am 14. März wurde die Universität wieder geschlossen. Am 26. Juni 1945 wurde Karl Bechert Rektor der Universität und trieb den Wiederaufbau der Universität voran. Leider waren die Kontakte zur neuen Großhessischen Regierung eher schlecht und der amerikanische Universitätsoffizier Hartshorne zeigte wenig Interesse am Erhalt der Universität in Gießen. Ende März 1946 wurden die Fachbereiche Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaften geschlossen und die Bestände der Bibliotheken an umliegende Universitäten vergeben. Am 13. April 1946 trat Karl Bechert zurück und Cermark wurde sein Nachfolger. Am 27. Mai 1946 wurde die "Justus-Liebig-Hochschule für Bodenkultur und Veterinärmedizin" eröffnet.
1957 erhielt die Hochschule den Universitätsstatus zurück.
Eine ausführlichere Geschichtsschreibung ist hier [1] zu finden.
Gegenwart
Im Wintersemester 2003/2004 studierten 22.396 Studenten an der Universität.
Man kann
- Rechtswissenschaften
- Wirtschaftswissenschaften (mit den Teilgebieten BWL, VWL oder Ökonomie)
- Sozial- und Kulturwissenschaften
- Geschichtswissenschaften
- Sprache, Literatur und Kultur
- Psychologie
- Mathematik, Informatik (nur als Nebenfach), Physik und Geografie
- Biologie, Chemie und Geowissenschaften
- Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement
- Veterinärmedizin
- Medizin und Zahnmedizin
- Sportwissenschaft
studieren
Partnerhochschulen
- Kansas State University in Manhattan/Kansas (USA)
- Uniwersytet Łódzki in Łódź (Polen)
- University of Wisconsin in Milwaukee/Wisconsin (USA)
- Universität Kazan in Kazan/Russland
Mit weiteren Universitäten in unterschiedlichen Ländern bestehen Kooperationen.
Studentische Initiativen
- AIESEC - größte internationale Studentenorganisation [2]
- AKB - Arbeitskreis Börse [3]
- Contact & Cooperation - Studenten in Zusammenarbeit mit Unternehmen [4]
- elsa - [5]
- MTP - Marketing zwischen Theorie und Praxis [6]
Berühmte Persönlichkeiten
- Ludwig Jungermann (1572-1653), Professor der Botanik und Medizin sowie Dekan der Medizinischen Fakultät und Rektor der Universität
- August Friedrich Wilhelm Crome, Professor für Kameralistik
- Ludwig Börne (1786-1837), Dichter, studierte in Giessen
- Ferdinand von Ritgen (1787-1867), Professor der Medizin
- Justus von Liebig
- Heinrich Buff (1805-1878), Professor für Physik
- Friedrich August Kekulé von Stradonitz (1829-1896)
- Hugo von Ritgen, Inhaber des Lehrstuhls für Architektur und Ingenieurwissenschaften sowie Präsident der Universität im 19. Jahrhundert
- Wilhelm Conrad Röntgen
- Willy Moog (1888-1935), deutscher Philosoph und Pädagoge
- Bernhard Grzimek (1909-1987), Tierarzt, Tierfilmer, Autor und Herausgeber von Tierbüchern
- Konstantinos Simitis, griechischer Ministerpräsident
- Wangari Muta Maathai, Nobelpreisträgerin
- Brigitte Zypries, Bundesjustizministerin
- Frank Walter Steinmeier, designierter Bundesaußenminister
Weblinks
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Justus-Liebig-Universität Gießen – Bilder, Videos oder Audiodateien |



