Jura (Geologie)
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Der Jura bezeichnet in der Geologie die mittlere erdgeschichtliche Formation des Mesozoikums (Erdmittelalter). Er umfasst die Epochen Lias (Unterer Jura, ältere Bezeichnung: Schwarzer Jura), Dogger (Brauner Jura) und Malm (Oberer Jura, älter: Weißer Jura). Die daraus abgeleiteten Gesteinsschichten heißen ebenfalls Jura. In der Quenstedtschen Gliederung erfolgt eine Einteilung der Schichtfolgen für den süddeutschen Raum. Die Jurazeit begann vor etwa 195 (205) Millionen Jahren (Ende des Trias) und endete vor etwa 135 (142) Millionen Jahren (Beginn der Kreide).
Die Formation ist nach dem Juragebirge benannt, das sich durch die Schweiz, Frankreich und Deutschland zieht. Dieses Gebirge besteht hauptsächlich aus den Ablagerungen (Sedimenten), die in der geologischen Periode des Jura im damaligen Tethysmeer abgelagert worden sind, und später, erst im Zeitalter des Känozoikums während der alpidischen Orogenese, gehoben und aufgefaltet wurden.
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Ereignisse des Jura
Geologie
Während des frühen Jura brach der Superkontinent Pangäa auseinander, die Bruchstücke bildeten Nordamerika, Eurasien und Gondwana (Südkontinent). Der frühe Atlantik und das Tethysmeer waren noch schmal. Im späten Jura zerbrach auch der Südkontinent Gondwana.
Fauna
Der Jura stellt die erste Blütezeit der Dinosaurier dar. Auch in Deutschland wurden Fußspuren (Barkhausen) und Skelettreste von Dinosauriern aus der Jurazeit (Ohmdenosaurus, Compsognathus) entdeckt. Der nur katzengroße Compsognathus von Jachenhausen bei Riedenburg gilt als der kleinste Dinosaurier der Erde.
Eine bekannte Fundstätte für Fossilien des Lias ε oder Posidonienschiefers (z. B. Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Krokodile, Fische, Seelilien, Ammoniten) ist Holzmaden bei Kirchheim, am Fuß der Schwäbischen Alb. Das dort ansässige Urweltmuseum Hauff hat Weltgeltung.
Der Urvogel Archaeopteryx wurde in Gesteinsschichten des Oberen Jura (Malm) gefunden, bislang ausschließlich auf der Fränkischen Alb, insb. bei Solnhofen und Eichstätt.
Die Zeugenberge sind markante Überreste der Jurazeit, in denen die drei Gesteinsschichten (Lias, Dogger, Malm) noch erhalten sind. Ein aufschlussreiches Beispiel ist der Hesselberg am Rande der Fränkischen Alb.
Aus dem Jura stammt auch das bisher älteste Säugetier-Fossil, Hadrocodium wui.
Flora
An Pflanzen waren hauptsächlich Nadelbäume (besonders Mammutbäume und Kiefern), aber auch Ginkgobäume und Palmfarne die großen Schattenspender und Nahrungsquellen. Das Jura wird auch als Zeitalter der Palmfarne (Cycadeen) genannt, da diese wohl "überall" zu finden waren. Als Bodenbedecker wuchsen Farne und Schachtelhalme. Bis zu Funden von Archaefructus liaoningensis galt die Kreidezeit als Beginn der Entwicklung von Angiospermen (Blütenpflanzen). Die Pflanzenteile wurden in den 145 Millionen Jahre alten Schichten der Yixian-Formation im Nordosten Chinas gefunden, welche noch zum oberen Jura zählen.
Klima
Das Klima im Jura war warm, Spuren großer Inlandseisschilde wurden nicht gefunden. Wie in der Trias befand sich kein festes Land in der Nähe der geographischen Pole.
Siehe auch
- Geologische Zeitskala
- Geologische Zeitskala (Tabelle)
- Phylogenese (Stammesentwicklung der Lebewesen)
- Historische Geologie
- Stratigrafie
Literatur
- Ernst Probst: Deutschland in der Urzeit", C. Bertelsmann, München 1986
- Ernst Probst: Rekorde der Urzeit", C. Bertelsmann, München 1992
- Ernst Probst / Raymund Windolf: Dinosaurier in Deutschland", C. Bertelsmann, München 1993
Weblinks
- Karte der Erde im Unterjura
- Karte der Erde im Oberjura
- http://www.urweltmuseum.de
- petrefactum: Geologie und Biologie des Jura
- Karten Europas - auch im Oberjura
- Perioden der Erdgeschichte
- Solnhofen
- Der Urvogel Archaeopteryx
- Dinosaurier von A - Z
Hinweis: Viele der im Film Jurassic Park dargestellten Urtiere gehören in die Kreidezeit, aber Cretaceous Park war der PR-Firma wohl nicht genehm.



