Jungsteinzeit

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Steinzeit

Die Jungsteinzeit oder das Neolithikum (vom griech. νεο „neu, jung“ und λιθος „Stein“) ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte. Ihr Beginn wird heute allgemein mit dem Übergang einiger Jäger- und Sammlerkulturen zu Hirten oder Ackerbauern festgesetzt, ihr Ende mit der lokalen Verwendung von Kupfer oder Zinnbronze durch die neolithischen Kulturen. Voraus ging die Mittelsteinzeit bzw. Altsteinzeit, es folgt die Bronzezeit.

Die Umstellung der Nahrungsbeschaffung vom Sammeln, Jagen und Fischen auf Viehhaltung und Pflanzenanbau markiert einen der fundamentalen Umbrüche in der Geschichte der Menschheit; ein Prozess, der von manchen Forschern „Neolithische Revolution“ genannt wird. Durch die Produktion von Nahrung schuf der Mensch die Voraussetzung für ein stetiges Bevölkerungswachstum. Statt umherzuziehen, schlossen sich die Menschen zu Dorfgemeinschaften zusammen. Statt kurzlebiger Behausungen konnte dazu übergegangen werden, solide Bauwerke aus Stein bis hin zu Monumentalbauten wie dem Tempel auf dem Göbekli Tepe zu errichten. Letztenendes ermöglichte der Ackerbau Anfänge einer arbeitsteiligen Gesellschaft, in der Spezialisten in der Lage waren, u. a. die Metallurgie zu entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der britische Anthropologe Sir John Lubbock definierte 1865 den Übergang in die Jungsteinzeit mit dem Auftreten von geschliffenen Steinartefakten (Axt, Beil). Später wurde das Auftreten von Keramik benannt. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts erkannte man aber regional auch das keramiklose Neolithikum. Heutzutage wird der Beginn der Jungsteinzeit, Vere Gordon Childe folgend, mit dem Beginn von Viehhaltung und Ackerbau gleichgesetzt (dem Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise), auch wenn die Domestikationen nicht gleichzeitig erfolgten.

Wandel der Wirtschaftsweise

Vor der eigentlichen Revolution, dem Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise, war eine Reihe von Entwicklungen nötig, die als proto-neolithisch bezeichnet werden. So entstanden einige dauerhafte Siedlungen bereits vor Entwicklung der Landwirtschaft, etwa in Palästina und Japan. Die unmittelbare Umgebung dieser Siedlungen bot den Bewohnern aber zeitweise nur ungenügende Ressourcen (ob nun Fisch, Fleisch oder Pflanzen). Der Kultivierung und dem gezielten Anbau von Getreide ging eine jahrtausendelange Nutzung entsprechender Wildvorkommen voraus; in der Levante ist diese bis 21.000 v. Chr. nachweisbar. Ebenso ging der Züchtung von Nutztieren das Halten von deren wilden Vorfahren voraus; in der Levante die Herdenhaltung von Gazellen, später (nach deren Verschwinden) von Wildziegen und -schafen.

Entstehung der Landwirtschaft

Der Übergang zu einer bäuerlichen Lebensweise, also Wandlung vom Jagen und Sammeln wilder Tiere und Pflanzen hin zur Kultivierung dafür geeigneter Arten, vollzog sich in der Menschheitsgeschichte an mindestens drei, wahrscheinlich aber sogar fünf oder mehr Orten unabhängig voneinander.

Die Entstehung der Landwirtschaft fällt für die drei erstgenannten Gebiete in den gleichen Zeitraum, etwa 8000 bis 11000 v. Chr., was nicht zufällig mit dem Ende der letzten Eiszeit (Übergang Pleistozän/Holozän, etwa 11000 bis 8300 v. Chr.) übereinstimmt. Während der Eiszeit war das Klima für eine Jahrhunderte in Anspruch nehmende Entwicklung von Landwirtschaft zu großen Schwankungen unterworfen. Erst vor 11000 Jahren stabilisierte sich in dem Areal des Wildgetreides das Klima so weit, dass der Anbau in Flusstälern möglich wurde.

Dennoch war die Entstehung der Landwirtschaft zumindest in der Levante weniger eine „freiwillige“ Entwicklung als vielmehr eine aus der Veränderung der Umwelt resultierende Notwendigkeit zum Überleben. Die Großtierfauna (insbesondere die Gazelle) hatte diese Region schon sehr früh verlassen, weshalb in der Region zwischen Euphrat und Mittelmeer vermehrt wildes Getreide auf Reibsteinen (Handmühlen) verarbeitet wurde. Die bislang ältesten Spuren von möglicherweise domestiziertem Getreide (in diesem Fall Roggen) fand man in Abu Hureira am syrischen Euphrat; sie werden auf ein Alter von 13.000 Jahren geschätzt. In dieser Zeit, dem jüngeren Dryas-Stadial, ließ eine langanhaltende Dürre einen Großteil der wilden Getreidearten verschwinden, weshalb die Menschen gezielt die dürreresistentesten züchteten.

In den trockeneren Gebieten südlich davon (Judäa, Sinai) ging man nach dem Verschwinden der Gazellen dazu über, Wildziegen und -Schafe in Herden zu halten. Die Domestikation dieser Tiere lässt sich in Beidha bereits 11.000 v. Chr. ableiten und ab 8300 v. Chr. belegen, da zu diesem Zeitpunkt Caproviden und Boviden nach Zypern gelangten. Sie muss aber weitaus früher erfolgt sein. Anfangs wurden Schafe und Ziegen ausschließlich als Fleisch- und Felllieferanten gehalten; erst um 3500 v. Chr. lässt sich die Nutzung von Sekundärprodukten, in erster Linie Milch und Wolle archäologisch belegen. Genetisch (Untersuchung Peltonen) weist der Beginn des Abbaus der Laktoseintoleranz, die bei allen Menschen zunächst bei 100 % lag, auf einen viel früheren Genuss von Tiermilch. Der Einsatz von Rindern als Zugtier vor dem Pflug ermöglichte den Übergang vom jungsteinzeitlichen Hackbau zu einer höheren Ackerbaukultur. Siehe dazu auch Geschichte des Transportwesens im Altertum.

In China, im Seengebiet am Mittellauf des Jangtse, wurde in etwa zur gleichen Zeit wie in der Levante dazu übergegangen, den ursprünglich ausschließlich gesammelten wilden Reis nach und nach zu kultivieren. Weiter flussabwärts des Jangtse wird in einem Gebiet mit damals feuchtwarmem subtropischem Klima von der chinesischen Forschung das Zentrum der Nassreis-Kultivierung gesehen. Im deutlich kühleren und trockeneren Norden Chinas, nördlich und südlich des Huáng Hé, wurde einige Jahrtausende später (wahrscheinlich zwischen 5500 und 5300 v. Chr.) erstmals Hirse, vermutlich Kolbenhirse domestiziert.

Zur Fleischgewinnung wurden in China Schweine, Hunde und Bankivahühner domestiziert. Wo der Wasserbüffel ursprünglich domestiziert wurde ist unklar. Vermutlich fand dies aber ebenfalls in Süd-China um 4000 v. Chr. statt. Ebenso wie der Auerochse im Nahen Osten sollte er besonders als Zugtier von Bedeutung sein.

Bild:GEM corn.jpg Der Beginn der Landwirtschaft in Mittelamerika hatte (anders als in der Levante und in China) praktische Gründe. So züchteten die Bewohner des Oaxacatals im Süden Mexikos bereits um 8000 v. Chr. Gartenkürbisse, um darin Wasser von den Flussläufen zu ihren bewohnten Höhlen in den Bergen zu transportieren. Ihre Nahrung dagegen beschafften sie sich weiterhin als Jäger und Sammler. Erst um 5100 v. Chr. begann im nahegelegenen Grijalvadelta die Kultivierung einer als Nahrungsmittel bestimmten Nutzpflanze: die Teosinte, die wilde Form des Mais. Knapp tausend Jahre später, 4200 v. Chr., wurde die kultivierte Teosinte auch im Oaxacatal angebaut. Im Laufe der Zeit kamen Paprika, Sonnenblumen und Gartenbohnen zu den Anbaupflanzen hinzu.

Da es in der amerikanische Fauna an entsprechenden Wildtieren fehlte, die eine biologische Disposition zur Domestikation hatten, wurden außer dem Lama, dem Hund und dem Truthahn keinerlei Tiere als Fleischlieferanten oder Arbeitstiere domestiziert.

Verbreitung der Landwirtschaft

Abgesehen von den wenigen Gebieten, die ebenfalls als deren Geburtsstätten in Frage kommen, wurde die Landwirtschaft nirgend sonst auf der Welt eigenständig entwickelt, sondern aus einer der Ursprungsregionen übernommen. In erster Linie liegt das am Fehlen geeigneter wilder Pflanzen- und Tierarten in den anderen Regionen. So kamen die Wildformen von heute weltweit verbreiteten Nutzpflanzen wie Weizen und Gerste ursprünglich nur in Anatolien und Syrien vor, weshalb sie nur dort domestiziert und erst anschließend verbreitet wurden.

Die Ackerbauern der Levante hatten sich um 8000 v. Chr. etwa im Gebiet des südlichen Anatoliens (inklusive Zyperns) bis zur persischen Golfküste ausgebreitet. Es begann eine konzentrische Expansion der Landwirtschaft, und zwar in erster Linie durch eine Migration der Bauern mit den von ihnen domestizierten Pflanzen und Tieren aus der Levante sowie dem Wissen um deren Pflege, Aufzucht und Vermehrung im Gepäck. So bewiesen Vergleiche der mitochondrialen DNA, dass die ersten indischen Bauern näher mit den Bauern der Levante verwandt waren als mit den Jägern und Sammlern in ihrer Nachbarschaft. Ähnliches gilt für Europa, das die Ackerbauer vor etwa 9.000 Jahren über die noch existierende Landbrücke am Bosporus kultivierten. Von Südosteuropa verbreiteten sie sich zunächst entlang der Mittelmeerküste sowie entlang der großen Flussläufe nach Ost- und Mitteleuropa. In Ägypten ergänzten dagegen die örtlichen Jäger und Sammler ihren Speiseplan mit importierten Kulturpflanzen aus der Levante. Über den Nil flussaufwärts erreichten die gleichen Pflanzen das Hochland von Äthiopien.

Ebenso könnten die domestizierten Pflanzen und Tiere aus dem Nahen Osten die Initialzündung für die Landwirtschaft im tropischen Westafrika gegeben haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass in dieser Region etwa um 5000 v. Chr. eigenständig Sorghum, Perlhirse und Afrikanischer Reis sowie Perlhühner kultiviert wurden. Nichtsdestotrotz scheint eine Verbindung zwischen dieser und den anderen Ackerbau-Regionen in Eurasien bestanden zu haben, da bspw. Sorghum schon ab etwa 2000 v. Chr. auch in Indien angebaut wurde. Umgekehrt fanden Rinder und Ziegen den Weg nach Westafrika, von wo aus sie schließlich durch die Wanderung der Bantu ab 3000 v. Chr. den Weg ins südliche Afrika fanden.

In Äthiopien wurden nach (möglicherweise sogar vor) dem Eintreffen der vorderasiatischen Kulturpflanzen Teff und Kaffee domestiziert. Auf Zypern machte man Katzen und in Sumer und Ägypten Esel zu Haustieren und fügte die Erdmandel und die Maulbeerfeige zu den Anbaupflanzen hinzu. Die Bewohner des Industals domestizierten Sesam, die Osteuropäer dagegen Hafer und die Westeuropäer Mohn. Auf der arabischen Halbinsel wurde das Dromedar und in der heutigen Ukraine oder in Kasachstan das Pferd domestiziert.

Mit der um ebenfalls 3000 v. Chr. einsetzenden austronesischen Expansion verbreitete sich die Landwirtschaft mit den in Südchina kultivieren Pflanzen in Südostasien und dem Pazifischen Raum. Da ein weiteres Domestikationszentrum zwischen Indien und Südchina von der Forschung als unwahrscheinlich erachtet wird, ist China demnach auch Ursprungsort des indischen Reis. In Neuguinea dagegen waren unter Umständen bereits vor dem Eintreffen der südchinesischen Kulturpflanzen die einheimischen Jäger und Sammler dazu übergegangen, Bananen und Zuckerrohr zu nutzen. Von Nordchina aus, wo Reis ab 3000 v. Chr. angebaut wurde, verbreitete sich die Landwirtschaft binnen tausend Jahren nach Korea und schließlich sehr spät nach Japan.

Der mesoamerikanische Ackerbau breitete sich nordwärts aus, wo er jedoch in den Wüstengebieten des heutigen Texas ein Hindernis fand. Womöglich fand die Domestizierung von Sonnenblumen, Gänsefuß, Maygrass und Erdbirne im Osten der heutigen USA daher unbeeinflusst statt. Der Kürbis, so bewiesen Gentests, wurde in insgesamt sechs verschiedenen Regionen domestiziert. Ebenso wurden zahlreiche andere Pflanzenarten mehrfach in unterschiedlichen Regionen kultiviert. In den peruanischen Anden und dem angrenzenden Amazonas-Tiefland wurden daher vermutlich eigenständig Maniok und Kartoffeln domestiziert und erst später durch Mais ergänzt.

Ebenso wie in Mittelamerika mangelte es in Südamerika an geeigneten großen Säugetieren zur Domestikation. Einzig das Lama wurde für den Lastentransport genutzt. Zur Fleischversorgung diente Charque, getrocknetes, in Streifen geschnittenes Lamafleisch und es wurden Meerschweinchen gehalten.

In einigen Regionen der Erde hielt die Landwirtschaft – und damit die Jungsteinzeit – nie (d. h. mindestens bis zur europäischen Kolonialzeit) Einzug. Zum einen sind dies Wüsten- und Polar-Regionen, die sich grundsätzlich nicht zur landwirtschaftlichen Nutzung eignen. Zum anderen sind es Regionen, die erstens keine zur Domestikation geeigneten Arten in ihrer Flora und Fauna boten sowie zweitens durch Wüsten oder ähnliche unwegsame Gebiete von den Entwicklungszentren der Landwirtschaft getrennt waren und daher nicht in Besitz geeigneter kultivierter Pflanzen und Tiere kamen (wie Australien). Heute sind nur noch wenige Naturvölker auf einer Entwicklungsstufe vor der Jungsteinzeit.

Archäologische Kulturen

Innerhalb der Jungsteinzeit lassen sich (deutlicher als in der Altsteinzeit) „typische“ Kulturen erkennen, die jeweils nach mehrhundertjähriger Dauer abgelöst wurden, bzw. in eine neue Phase eintraten. Die archäologischen Funde und Fundsituationen weisen innerhalb von zeitlich und regional bestimmbaren Regionen Ähnlichkeiten auf und deuten die Grenzen der einheitlichen Kulturräume an.

Mitteleuropa

Die früheste gut erforschte neolithische Kultur Mitteleuropas ist die bandkeramische Kultur (vor 7.500 Jahren. Am Ende verbreitet von Moldawien bis in das Pariser Becken, im Norden bis zum Nordrand der Mittelgebirge). Parallel zu dieser vorwiegend die Löss-Landschaften besetzenden Kultur dürften sich in Enklaven, besonders aber an der Peripherie mesolithische Jäger- und Sammler gehalten haben. Die Bandkeramik wurde im Gebiet des heutigen Deutschland im westlichen Verbreitungsgebiet von der Rössener Kultur abgelöst, im Osten von der Stichbandkeramik.

Weitere: La-Hoguette-Gruppe Trichterbecherkultur Michelsberger Kultur

Danubischer Raum, Südosteuropa

Im mittleren Donauraum setzte das Neolithikum mit dem Starcevo-Körös-Cris Komplex ein, in Griechenland mit der Sesklo-Kultur. Das Mittelneolithikum prägten auch die Alföld-Linearkeramik bzw. die Bükk-Kultur in Nordungarn und der Slowakei. Das Endneolithikum war in Serbien und im Banat durch die Vinča-Kultur, in Ungarn durch die Theiß-Kultur (Tisza-Kultur) bestimmt. Am Übergang zum Mittelneolithikum bricht auf dem Balkan und im danubischen Raum die Kontinuität der Tell-Siedlungen ab.

China

Mittelamerika

Südamerika

Varia

Der einzige bekannte Mensch aus der Endphase der Jungsteinzeit ist der Ötzi, der vor über 5.000 Jahren lebte. Seine Leiche blieb als gefriergetrocknete Mumie erhalten. Er hatte typische Gerätschaften der Jungsteinzeit wie Pfeil und Bogen bei sich und trug bereits ein Kupferbeil.

Wichtige archäologische Stätten der Mittel- und Endphase der Jungsteinzeit (vor 6.500 bis 4.800 Jahren) und Nachfolger der Tempel auf dem Göbekli Tepe (Türkei) vor 11.000 Jahren sind die Megalithanlagen und Menhire in Carnac (Frankreich), in Skara Brae (Schottland), sowie Maltas Tempel und Newgrange und Knowth in Irland.

Technologie und Entwicklung

Die meisten Werkzeuge aus Holz, Tierknochen oder Feuerstein waren denen aus der Alt- und Mittelsteinzeit sehr ähnlich. Neu waren Beile und Äxte, die durch Sägen und Schleifen geschärft und zur Schäftung durchbohrt wurden. Ebenfalls neu war das Auftreten gebrannter Tongefäße. In den meisten Regionen traten diese meist zur Bevorratung gebrauchten Gefäße mit oder unmittelbar nach dem Entwicklung des Ackerbaus auf, in Japan dagegen aber schon weit vorher.

Bild:Pfahlbauten Unteruhldingen 2005 05.jpg Mit der beginnenden Sesshaftigkeit entwickelte sich auch der Hausbau weiter. Im Gebiet der Alpen baute man Hütten auf meterhohen Stützen („Pfahlbauten“) an der Ufergebieten der Seen; eine Bauweise, die den periodischen Überflutungen der Seeufer angepasst war. Auch im Seengebiet des Jangtse und am Jangtse-Delta wurde auf diese Weise gebaut.

In Çatal Hüyük wurden meist rechteckige Häuser, aus Lehmziegeln und einem Holzgerippe, gebaut. Für eine sesshafte Kultur war Grundbesitz und dessen Verteidigung von großer Bedeutung; Oasenstädte wie Jericho wurden von meterhohen Mauern umgeben.

Die Entwicklung der Landwirtschaft und die daraus resultierende bessere Versorgungslage führte zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl. Gleichzeitig spezialisierten sich Teile der Gruppe auf bestimmte Tätigkeiten. Es bildete sich eine geistige und politische Führungsschicht (Priester, Stammesoberhäupter, Fürsten).

Metalle

Während der Jungsteinzeit wurde auch die Metallbearbeitung entwickelt. Sie beschränkte sich aber auf gediegene (elementar vorkommende) Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. Die ältesten Kupferfunde stammen aus Anatolien und dem Iran und sind über 9.000 Jahre alt. Aufgrund der Metallverarbeitung wird der letzte Abschnitt der Jungsteinzeit regional begrenzt als Kupfersteinzeit bezeichnet.

Religion und Kunst

Bild:Poulnabrone-dolmen.jpg Durch die Entwicklung von Pflanzenbau und Tierzucht kam der Idee der Fruchtbarkeit in der Vorstellung des Menschen eine größere Bedeutung zu. Analog zum Vorgang Säen–Reifen–Ernten wurde die Abfolge Geburt–Leben–Tod in die Glaubenswelt übernommen. Die Bedeutung der Frau als „Lebensspenderin“ stieg, ebenso die Rolle weiblicher Fruchtbarkeitsgottheiten in der Religion. Das Matriarchat wurde vorherrschende Gesellschaftsordnung. Erst mit der Entstehung erster staatlich organisierter Gesellschaften (den ersten Stadtstaaten in Mesopotamien) wird es vom Patriarchat abgelöst, eine Entwicklung, die bspw. im Etana-Mythos ihre religiös-mythische Begründung erhält.

Wie noch heute in einigen Naturreligionen wurden heilige Kräfte in der umgebenden Tier- und Pflanzenwelt vermutet. Menschen-, tier- oder mischgestaltige Fabelwesen wurden Objekt der Verehrung, ebenso die Sonne als höchstes Wesen oder Lichtgottheit. In Ägypten entstand die Idee der Sonnenbarke. Die Tradition (aus der Mittelsteinzeit) der Wandmalerei in Höhlen wurde in einigen Regionen fortgesetzt (Skandinavien, Ostspanien), während im Nahen Osten nun die Wände von Kultgebäuden verziert wurden.

Die Beisetzungen der Toten erfolgte in der Regel außerhalb der Siedlungen in Flachgräbern. In Mitteleuropa wurden bedeutende Herrscher in Hügel- oder Großsteingräbern (Megalithgräbern) beerdigt, ebenso scheint ein Toten- und Ahnenkult betrieben worden zu sein. In Ägypten begann im 4. Jahrtausend v. Chr. die Tradition unterirdischer Grabanlagen, die im Alten Reich mit den monumentalen Pyramidenbauten ihren Höhepunkt fand.

Die vielfältige und abwechslungsreiche Formung und Ornamentierung von Töpferware (Keramik) lässt Archäologen einzelne Gefäße (und damit Fundplätze) einer bestimmten Kulturgruppe zuordnen. Die Art und Weise der Keramikbearbeitung wird nun auch maßgebend für die Namensgebung (durch Archäologen) für die einzelnen Kulturen (bspw. Bandkeramiker) und löst damit die Steinwerkzeuge in dieser Hinsicht ab.

Literatur

Bücher

  • John Lubbock: Die vorgeschichtliche Zeit erläutert durch die Überreste des Alterthums und die Sitten und Gebräuche der jetzigen Wilden, Costenoble, Jena 1874.
  • Vere Gordon Childe: Der Mensch schafft sich selbst, Verlag der Kunst, Dresden 1959.
  • Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften, Fischer TB, Frankfurt/Main 1998. ISBN 3-596-14967-3
  • Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit. Jäger, Fischer und Bauern zwischen Nordseeküste und Alpenraum, Bertelsmann, München 1991. ISBN 3-570-02669-8
  • J. Müller: Die Impresso-Kultur und die Neolithisierung des Adriaraumes, Spiess Wissenschaftsverlag, Berlin 1994.
  • Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit (in: Beitraege zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, Bd. 36), Beier und Beran, Langenweissbach 2003. ISBN 3-930036-70-3
  • Jeanette Werning: Früheste Scherben, frühester Reis, früheste Hirse. Zur Neolithisierung in China, in: Jörg Eckert (Hg.): Archäologische Perspektiven. Analysen und Interpretationen im Wandel, Leidorf, Rahden/Westfalen 2003, S. 103–129. ISBN 3-89646-400-0
  • Daniel Zohary und Maria Hopf: Domestication of plants in the old world. The origin and spread of cultivated plants in West Asia, Europe and the Nile Valley, Oxford University Press, Oxford 32000. ISBN 0-19-850357-1

Artikel in Fachzeitschriften

  • Bruce F. Benz: Archaeological evidence of teosinte domestication from Guilá Naquitz, Oaxaca, in: PNAS 98 (Februar 2001), S. 2104–2106. online
  • Daniel G. Bradley: Genetic evidence for Near-Eastern origins of European cattle, in: Nature 410 (April 2001), S. 1088–1091.
  • Lounès Chikhi: Y genetic data support the Neolithic demic diffusion model, in: PNAS 99 (August 2002), S. 11008-11013. online
  • Richard Cordaux: Genetic Evidence for the Demic Diffusion of Agriculture to India, in: Science 304 (Mai 2004) S. 1125.
  • Gordon Hillmann: New evidence of Lateglacial cereal cultivation at Abu Hureyra on the Euphrates, in: The Holocene 11/4 (Juli 2001), S. 383–393.
  • Simcha Lev-Yadun: The Cradle of Agriculture, in: Science 288 (Juni 2000), S. 1602–1603
  • Dani Nadel: Processing of wild cereal grains in the Upper Palaeolithic revealed by starch grain analysis, in: Nature 430 (August 2004), S. 670–673.
  • Katharina Neumann: New Guinea. A Cradle of Agriculture, in: Science 301 (Juli 2003), S. 180–181.
  • Dolores R. Piperno: Phylogenetic relationships among domesticated and wild species of Cucurbita (Cucurbitaceae) inferred from a mitochondrial gene, in: PNAS 99 (Januar 2002), S. 535–540. online
  • Kevin O. Pope: Origin and Environmental Setting of Ancient Agriculture in the Lowlands of Mesoamerica, in: Science 292 (Mai 2001), S. 1370–1373.
  • Bruce D. Smith: The Initial Domestication of Cucurbita pepo in the Americas 10,000 Years Ago, in: Science 276 (Mai 1997), S. 932–934.
  • Melinda A. Zeder und Brian Hesse: The Initial Domestication of Goats (Capra hircus) in the Zagros Mountains 10,000 Years Ago, in: Science 287 (März 2000), S. 2254–2257.

Weblinks

Siehe auch



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