Jukagirische Sprache
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Die jukagirischen Sprachen (andere Bezeichnung: jukagirisch-tschuwanische Sprachen) wurden im Nordosten Asiens und Sibiriens, vor allem in Sacha-Jakutien von Teilen der Jukagiren gesprochen. Da eventuell nur noch eine dieser Sprachen im Gebrauch ist, ist auch von der jukagirischen Sprache (als Einzelsprache) die Rede. Diese ist auch unter dem Namen "odulische Sprache" bekannt.
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Klassifikation
Gemeinsam mit anderen von einigen hundert oder tausend Menschen gesprochenen, aber genetisch nicht verwandten sibirischen Sprachen wurden und werden sie gelegentlich immer noch unter dem Begriff "paläoasiatische" oder "paläosibirische Sprachen" zusammengefasst. Die uralisch-jukagirische Hypothese, vertreten vor allem von Merritt Ruhlen, geht von einer sprachlichen Verwandtschaft mit den uralischen Sprachen aus.
Einzelsprachen, Sprecherzahlen
Die Zahl der Sprecher des Odulischen beziehungsweise des Kolyma- oder Wald-Jukagirischen wurde Ende des 20. Jahrhunderts mit 150 oder 200 angegeben. Das Alaseja- oder Tundra-Jukagirische gilt nach einigen Angaben als im 19. Jahrhundert ausgestorben. Andererseits gibt Jelena Maslova für das Jahr 1987 eine Sprecherzahl von 50 an (Siehe: Weblink). Ältere russische Quellen enthalten Hinweise auf den Gebrauch weiterer verwandter Sprachen zu Beginn der russischen Kolonisation. Theorien gehen von einem weiteren Verbereitungsgbiet jukagirischer Sprachen im vorkolonialen Sibirien aus.
Jukagirisch – eine aussterbende Sprache?
Viele der Menschen, die sich heute als Jukagiren verstehen, sprechen russisch, ewenisch (lamutisch) oder jakutisch (Sacha). Es gibt Bemühungen, die Sprache zu erhalten. So wurde in den 80er Jahren eine Schriftsprache geschaffen. In einigen Schulen wird Jukagirisch als Unterrichtsfach angeboten.
Weblink
Infos (auf Englisch) zu jukagirischen Sprachen: http://www.stanford.edu/~emaslova/Yukaghir.htm Textbeispiel (UN-menschenrechtscharta) in jukagirischer Sprache und Schrift: http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ykg.htm
Literatur
Angere Johannes. Jukagirisch-deutsches Woerterbuch. Stockholm-Wiesbaden, 1957. Nikolaeva, Irina. Chresthomatia Yukagirica. Budapest, 2000



