Journalistische Darstellungsform
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
(Weitergeleitet von Journalistische Darstellungsformen)
Journalistische Darstellungsformen gelten für alle Publikationen, also Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen und andere elektronische Medien - wenn auch nicht alle Darstellungsformen in allen Medien verwendet werden (können) und sich die praktischen Ergebnisse schon aufgrund der unterschiedlichen Erwartungen der Rezipienten an das jeweilige Medium (auch) unterscheiden (müssen).
- Leitartikel
- Der Leitartikel befasst sich weniger mit tagesaktuellen Themen, sondern vielmehr mit Entwicklungen, Tendenzen. Dabei gibt er nicht die Meinung eines einzelnen Verfassers wider, sondern (basierend auf der Grundtendenz des jeweiligen Publikationsorgans) die Meinung der Mehrheit der Redaktion (hält sozusagen die "Fahne" der Redaktion hoch) (s. auch: Editorial)
- Nachricht
- Die Nachricht teilt eine Neuigkeit mit, die für den Leser von Interesse ist. Dabei wird der Trichteraufbau oder Pyramidenaufbau eingehalten: Zuerst das wichtigste, dann immer mehr Hintergrundinformationen; zuerst das Was, dann werden die weiteren W-Fragen beantwortet, bis zum Schluss Hintergrundinformationen folgen.
- Bericht
- Im Gegensatz zur Meldung ist der Bericht länger, im Aufbau aber identisch.
- Report
- ausführlicher, oft anspruchsvoller als der Bericht (englisch: report)
- Reportage
- Die Reportage präsentiert informativ und unterhaltsam (spannend) ein spezielles Geschehen, das von allgemeinem, aktuellem Interesse ist. Für eine Reportage muss der Journalist an den Ort des Geschehens! Unbedingt! Die Reportage lebt vom Wechsel (des Blickwinkels, der Personen, der Erzählzeit, der Bausteine "Information" / "Live-Interview" / "Historie" / "Einschätzung" / "Handelnde Subjekte" / "Objekte" etc.).
- Feature
- tiefschürfender als die Reportage; Hintergrund und Zusammenhang werden beleuchtet.
- Essay
- Ein Essay, seltener: Essai (der, selten: das; über französisch essai von mittellateinisch exagium, „Probe“, „Versuch“) ist eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der ein Autor subjektive Betrachtungen zu kulturellen oder gesellschaftlichen Phänomenen liefert.
- Interview
- im Originalton bzw. -text wiedergegebenes Gespräch einer oder mehrerer Journalisten mit dem Interviewpartner in Frage- und Antwort-Form. Das Interview wird meist vor der Veröffentlichung von dem Gesprächspartner autorisiert und damit freigegeben.
- Glosse (eigentlich Randbemerkungen)
- kann über alles und nichts, muss aber in jedem Fall amüsant geschrieben sein (beliebte Methode: aus ner Mücke einen Elephanten machen oder das Erhabene ins lächerlich Kleine "herunterzoomen").
- Kolumne
- im Journalismus ein regelmäßig an der gleichen Stelle (in der gleichen Zeitungsspalte) erscheinender Beitrag eines Journalisten oder Prominenten
- Kritik
- (besser: Rezension, s. u.) vor allem im kulturellen Bereich die Bewertung, z.B. einer Theaterinszenierung, einer Fernsehsendung oder einer Kunstausstellung.
- Rezension
- kritische Besprechung einer Publikation, vor allem bei Neuerscheinungen (Mischung aus verschiedenen auf dieser Seite vorgestellten Darstellungsformen!).
siehe auch
Weblink
- Was heißt nun "Literatur"? - Erläuterungen zu journalistischen und literarischen Begriffen (Universität Essen)
- Man spreche lieber von Rezension Gedankenanstoss für Feuilletonisten



