Josef Matthias Hauer
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Josef [nicht Joseph] Matthias Hauer (* 19. März 1883, Wiener Neustadt; † 22. September 1959, Wien) war ein österreichischer Komponist.
Hauer entwickelte zeitlich kurz vor Arnold Schönberg ab 1919 eine von ihm „Tropenlehre“ genannte Variante der Zwölftonmusik. Gegenüber dem Schönbergschen System blieb das von Hauer weitgehend bedeutungslos. Es ist mehr spekulativ-philosophisch als musikalisch begründet und bietet dem Komponisten nicht so viele Möglichkeiten; die Musik hat eher statischen Charakter.
Die Stellung Hauers in der internationalen Musikwelt
Hauers Kompositionsweise basierte auf dem Prinzip der von ihm entwickelten Zwölftonreihe, die Tropen. Hauers Werk wurde stets von Theodor W. Adorno erniedrigt und als Folge sein Name in weiten Teilen der Musikwelt ignoriert. Selbst Thomas Mann versagte die Erwähnung Hauers als Mitbegründer der Zwölftonmusik in seinem Werk Doktor Faustus, in dem auf Forderung Arnold Schönbergs nur dieser erwähnt war. Auf Bitte des Hauer-Schülers Hermann Heiß – der sich mit Rücksicht auf seine künstlerische Bindung an Arnold Schönberg nicht selbst an Thomas Mann wandte – verfasste die Musikpädagogin Ellie Bommersheim am 15. Februar 1949 einen Brief an Thomas Mann, in dem sie auf die Priorität Hauers bei der Entwicklung der Zwölftontechnik hinwies. Im Antwortschreiben vom 19. Februar 1949 erklärte Thomas Mann, dass er „über die ursprüngliche Autorschaft“ Hauers „am Zwölf-Ton-System ganz gut Bescheid wusste“. Er habe Hauers Name aber „absichtlich unterdrückt, um den leidenden Mann“ (Arnold Schönberg) „nicht noch mehr zu reizen“. Seine Isolierung von der Öffentlichkeit führte dazu, dass sich Hauer in späteren Jahren ganz von seinen Komponistenkollegen zurückzog und, wenn überhaupt, nur noch indirekt mit ihnen korrespondierte.
(Eine detaillierte Darstellung findet sich in dem Buch FÜRSPRACHE FÜR HAUER – Hermann Heiß und die Hintergründe eines Briefes von Thomas Mann an Ellie Bommersheim im Jahre 1949, Herbert Henck, Kompost-Verlag 1998, ISBN 3-9802341-3-4.)
Werke (Auswahl)
- Buch Deutung des Melos (um 1920)
- Diverse Hölderlin-Kantaten, z.B. Der Frühling op. 21 Nr. 3; Emilie vor ihrem Brauttag op. 58 (1928)
- Fantasie für Klavier op. 39 (1925)
- Charakterstücke für Salonorchester
- Oper Salambo (1929)
- Oper Die schwarze Spinne (1932)
- Zwölftonmusik für neun Soloinstrumente op. 73 (1937)
- Zwölftonmusik für Orchester op.82 (1939)
- Zwölftonmusik für Orchester mit einer Zwölftonreihe, die in sechs verschiedenen Tropen steht (1945)
- Zwölftonspiel für fünf Violinen (Hermann Heiß gewidmet) (1949)
- Zwölftonspiel für Klavier zu vier Händen (1956)
Weblinks
- Eintrag über „Josef Matthias Hauer“ im Österreich-Lexikon von AEIOU
- Josef Matthias Hauer Konservatorium der Stadt Wiener Neustadt
- Herbert Henck, Musik – Offenbarung der Weltordnung. Josef Matthias Hauers "Harmonie der Sphären" [1]
- Herbert Henck, Fürsprache für Hauer. Ergänzungen, Korrekturen sowie vollständiges Namenregister der ersten Auflage (1998)[2]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hauer, Josef Matthias |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Komponist |
| GEBURTSDATUM | 19. März 1883 |
| GEBURTSORT | Wiener Neustadt |
| STERBEDATUM | 22. September 1959 |
| STERBEORT | Wien |



