Josef von Nazaret
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Josef von Nazaret oder Josef der Zimmermann gilt gemäß dem Neuen Testament der Bibel und der kirchlichen Überlieferung zwar als gesetzlicher, nicht aber als leiblicher Vater Jesu. Bild:Meister des Perikopenbuches Heinrichs II. 002.jpg
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Die Historizität Josefs kann nur aus christlichen Quellen, vor allem aus der Bibel, hergeleitet werden.
Im Neuen Testament berichten lediglich die Evangelisten Matthäus und Lukas von Josef und geben jeweils - deutlich von einander abweichend - einen Stammbaum Josefs an, der besagt, dass Josef aus dem Hause David abstamme. Häufig wird er in der deutschen Bibel als Zimmermann bezeichnet, wobei die Übersetzung des griechischen "Tekton" der ältesten vorhandenen Bibeltexte eher Architekt bzw. Bauherr bedeutet; jemand, der generell mit Steinen, Stroh und Holz umgehen konnte und meist im Hausbau tätig war.
Josef war mit Maria verlobt, die er auf Weisung eines Engels, der ihm nachts im Traum erschien, zur Frau nahm, obwohl diese nicht von ihm, sondern vom Heiligen Geist, schwanger war. Im wesentlich späteren jüdischen Talmud wird Jesus als uneheliches Kind eines römischen Soldaten bezeichnet.
Nach den beiden Evangelien wurde Jesus in Betlehem geboren, wobei nach Lukas sich der in Nazaret wohnende Josef aufgrund einer - historisch nicht belegten - Volkszählung mit seiner Frau in seine Geburtsstadt begeben musste. Nach dem Mathäusevangelium musste die Familie nach Jesu Geburt vorübergehend nach Ägypten fliehen, da König Herodes aus Angst vor einem prophezeitem neugeborenen, ihn verdrängenden jüdischen König, alle neugeborenen Kinder in Betlehem töten ließ. Dieser Kindesmord ist allerdings nicht historisch belegt. Später zog die Familie auf göttliche Weisung nach Nazaret, wo Jesus groß wurde.
Bild:Gutenzell Krippe Flucht nach Aegypten.jpg Im Lukasevangelium taucht Josef letztmals auf, als er mit Maria den verlorenen zwölfjährigen Jesus im Tempel von Jerusalem wiederfindet. Daraus schließt man, dass er noch vor dem öffentlichen Auftreten Jesu gestorben sei.
Die römisch-katholische und orthodoxe Tradition nimmt - über das Zeugnis der Bibel hinausgehend - an, Josef habe auch nach der Geburt Jesu mit Maria eine sogenannte Josefsehe ohne Sexualakte geführt. Die neutestamentlich bezeugten Geschwister Jesu wären dann als ein Kreis von nahen Verwandten zu verstehen, in deren Verband nach dem Tod Josefs Maria und Jesus aufgenommen wurden.
Verehrung
Bild:Guido Reni 042.jpg In der Ostkirche wurde Josef schon sehr früh verehrt, im Westen dagegen erst gegen ab 850.
In der barocken Ikonografie ist der Tod des heiligen Josef ein beliebtes Thema. So wurde er zum Schutzpatron der Sterbenden. Außerdem gilt er auch als Schutzpatron der Ehe.
Papst Pius IX. erklärte den heiligen Josef 1870 zum Schutzpatron der katholischen Kirche.
Pius XII. führte 1955 als kirchliches Pendant zum weltweit begangenen Tag der Arbeit (1. Mai) den Gedenktag Josef der Arbeiter ein, der laut Bibel als tekton (Bauhandwerker) tätig war und so traditionell als Patron der Arbeiter, insbesondere Zimmerleute und Holzfäller gilt. Dies war eine Reaktion der Kirche auf die soziale Bewegung.
Josef wurde von Papst Johannes XXIII. neben Maria zum besonderen Schutzpatron des 2. Vaticanums erwählt und seine Anrufung ins erste römische Hochgebet eingefügt.
Im 20. Jahrhundert wurden dem heiligen Josef mehr neue katholische Kirchen geweiht als irgendeinem anderen Heiligen (Maria ausgenommen).
Gedenktag
- Katholisch: 19. März (Hochfest im Allgemeinen Römischen Kalender)
- Josef der Arbeiter: 1. Mai (Nicht gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender)
- Orthodox: 16. Dezember
- Evangelisch: 19. März
- Anglikanisch: 19. März
Der 19. März wird in der Katholischen Kirche seit dem 12. Jahrhundert zu Ehren des heiligen Josef begangen, heute als Hochfest. Der Tag wird Josefstag oder Joseftag genannt. In Bayern heißt der Tag Josefi, in der Schweiz Seppitag.
Für den Tag gibt es folgende Wetterregeln:
- „Ein schöner Josephstag ein gutes Jahr verheißen mag“.
- „Ist's Josef klar, gibt's ein gutes Honigjahr“.
Literatur
- Tarcisio Stramare, Er gab ihm den Namen Jesus. Der heilige Josef in Leben und Lehre der Kirche", hg. von Josef Spindelböck, übersetzt von Claudia Reimüller, 248 Seiten, Kleinhain 2005, ISBN 3-901853-11-1.
Weblinks
- Literatur von und über Josef von Nazaret im Katalog der DDB
- Eintrag im Ökumenischen Heiligenlexikon (ÖHL)
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Josef von Nazaret – Bilder, Videos oder Audiodateien |
Siehe auch
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Josef von Nazaret |
| ALTERNATIVNAMEN | Josef der Zimmermann |
| KURZBESCHREIBUNG | gesetzlicher, aber nicht leiblicher Vater Jesu |
| GEBURTSDATUM | |
| GEBURTSORT | |
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| STERBEORT | |



