Johannisbeere

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Johannisbeeren
Bild:Rote johannisbeere.jpg
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Stachelbeergewächse
(Grossulariaceae)
Gattung: Ribes
Art: Rote Johannisbeere
Wissenschaftlicher Name
Ribes rubrum
L.

Bild:Schwarzejohannisbeere.jpg Johannisbeeren (Ribes spec.), auch Ahlbeere, Bocksbeere, Gichtbeere, Schwarze Träuble, Wanzenbeere sowie - und in Österreich ausschließlich - Ribisel genannt, gehören zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae), werden aber auch teilweise den Steinbrechgewächsen (Saxifragaceae) zugerechnet.

Es handelt sich um beerentragende, 1 - 1,5 Meter hohe Sträucher mit 3 bis 5-fach gelappten Blättern und grünlichen Blüten mit Blütezeit von April bis Mai. Der Blütenstand ist eine Traube. Die wohlschmeckenden säuerlichen Beeren mit Fruchtreife ab dem Johannistag zwischen Ende Juni und August sind sehr vitamin-, mineralstoff- und flavonoidhaltig.

Inhaltsverzeichnis

Standortanforderungen

Zum guten Gedeihen benötigen Johannisbeeren sehr viel hochwertigen, gut verrotteten Kompost. Johannisbeeren tragen an zwei- oder mehrjährigen Trieben.

Schwarze, Rote und Weiße Johannisbeeren

Man unterscheidet rote (R. rubrum) und schwarze (R. nigrum) Johannisbeeren.

Die Schwarze Johannisbeere hat von allen Gartenfrüchten den höchsten Vitamin C-Gehalt. Bei alten Zuchtsorten strömt der ganze Strauch der Schwarzen Johannisbeere einen Geruch aus, den viele als unangenehm empfinden und der ihm auch die volkstümliche Bezeichnung "Wanzenbeere" und "Bocksbeere" eingebracht hat. Trotz dieses schlechten Rufs wird ein Blütenknospenextrakt der Schwarzen Johannisbeere in der Parfümerie-Industrie verwendet. Kleine Mengen dieses Extraktes verleihen Parfüms eine fruchtige Note.

Die weiße Johannisbeere ist eine Zuchtform von R. rubrum. Alle Arten sind eng mit der Stachelbeere (R. uva-crispa) verwandt.

Eine Kreuzung der schwarzen Johannisbeere mit der Stachelbeere ist die Josta.

Ein gesunder Johannisbeerstrauch wird durchschnittlich 15 Jahre alt. In dieser Zeit bringt er 55 kg Beeren, 60 kg Holz und 15 kg Laub hervor.

Verwendung im Garten

Johannisbeeren können in Sonne oder im Halbschatten sowohl als Busch, Hochstamm oder als Cordon gezogen werden. Der Standort sollte nach Möglichkeit windgeschützt liegen, da bei vielen Johannisbeersorten an fruchttragenden Sträuchern Windschäden entstehen können. Der Standort sollte nicht zu nass sein, da nasse Wurzeln den im Boden vorhandenen Kali nicht aufnehmen können. Blattrandbräune ist ein Anzeichen, dass auf Kalimangel schließen lässt. Viele Gärtner helfen einem solchen Kalimangel ab, indem im Herbst mit Kalisulphat gedüngt wird. Kalisalz dagegen gilt für Johannisbeeren als ungeeignet.

Schädlinge und Krankheiten der Johannisbeere

Bild:Johannisbeeren knospend.jpg

Johannisbeeren werden in erster Linie von Blattläusen, Gallmilben sowie den Raupen der Stachelbeerwespe bzw. des Stachelbeerspanners befallen. Johannisbeer-Gallmilben leben und brüten im Inneren der Knospen. Die Knospen schwellen dadurch auf ein Mehrfaches ihrer normalen Wintergröße an. Befallene Knospen sollte man absammeln und verbrennen, da die Gallmilben die Knospen nicht nur vernichten, sondern im Frühjahr von da aus neue Knospen befallen und außerdem eine Viruserkrankung übertragen.

Verwendung als Nahrungsmittel

Die schwarze Johannisbeere ist die Grundlage des Cassissirups bzw. des Cassislikörs. Cassis ist neben dem Wein die zweite große trinkbare Spezialität des Burgunds. Hochwertiger Cassislikör ist ein naturreines Produkt und besteht nur aus Alkohol, Johannisbeeren und Zucker. Ein Kriterium für die Beurteilung der Qualität des Cassis ist die Fruchtkonzentration. Die meisten Cassismarken haben einen Fruchtanteil von 300 bis 400 Gramm pro Liter, und nur ausgesprochene Spitzensorten weisen eine höher liegende Konzentration auf.

Für die Herstellung des Likörs mazerieren die zuvor zerkleinerten Beeren für etwa zwei Monate in Alkohol. Die daraus abgepresste Flüssigkeit wird dann mit Alkohol, Wasser und Zucker zu Likör verarbeitet.

Sorten

Zu den Sorten der roten Johannisbeere gehören unter anderem:

  • "Jonkheer van Tets" gilt als eine der Sorten, die am frühesten reife Beeren trägt.
  • "Rote Vierländer" ist eine mittelfrüh tragende Sorte, die sich durch besonders große Beeren auszeichnet.
  • "Heinemanns rote Spätlese" ist eine der späten Sorten, deren Beeren erst im August geerntet werden.

Johannisbeeren als Zier- und Heckenpflanzen

Die Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum), ein Zierstrauch, hat blutrote Blüten, herzförmige Blätter und blaubereifte Früchte. Auch die Gold-Johannisbeere (R. odoratum) wird wegen ihrer gelben Blüten als Zierstrauch gepflanzt. Blut- und Goldjohannisbeere stammen aus Nordamerika.

Die Alpen-Johannisbeere (R. alpinum) (mit roten fade schmeckenden Früchten) wird als anpruchslose und robuste Heckenpflanze verwendet. Sie eignet sich auch als Unterpflanzung für hohe Hecken, da sie schattentolerant ist.



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