Johann Gabriel von Chasteler

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Marquis Johann Gabriel von Chasteler (* 22. Januar 1763 auf dem Schloß Mulbais im Hennegau (Moulbaix b.Ath); † 7. Mai 1825) war ein österreichischer General.

Leben

Er trat, 1776 Kadett eines österreichischen Infanterieregiments und seit 1778 auf der Ingenieurakademie zu Wien gebildet, ins Ingenieurkorps ein und zeichnete sich bald durch glänzende Leistungen aus.

Im Türkenkrieg zum Major befördert, focht er 1792-93 in den Niederlanden gegen die Franzosen. Ein besonderes Verdienst erwarb sich Chasteler durch die Verteidigung der Festung Mainz (1794-1795). Später wurde er (1795-96) als Grenzkommissar in Polen verwendet.

Nach dem Frieden von Campo formio übernahm er im Namen Österreichs die venezianischen Provinzen und regulierte die Grenzen. Im italienischen Feldzug von 1799 leistete er als Generalquartiermeister ausgezeichnete Dienste und trug namentlich bei Cassano (27. April) und an der Trebbia (17. bis 19. Juni) wesentlich zum Sieg bei.

Bei Tortona schwer verwundet, führte er schon im nächsten Jahr eine Brigade in Tirol; 1805 war er in Tirol unter Erzherzog Johann Befehlshaber einer Division, 1808 schuf er Komorn zu einem Hauptwaffenplatz um, wurde 1809 als Feldmarschallleutnant Kommandeur des 8. Armeekorps und zur Unterstützung des Tiroler Aufstandes nach Tirol geschickt, wo er anfangs solche Erfolge errang, daß Napoleon den Befehl erließ, ihn als "Chef der Brigands", sobald er gefangen, vor ein Kriegsgericht zu stellen und binnen 24 Stunden erschießen zu lassen.

Aber, ein besserer Ingenieur als General, bei Wörgl von den überlegenen Bayern und Franzosen geschlagen, mußte er sich durch Salzburg und Steiermark nach Ungarn zurückziehen und nahm an den nächstfolgenden Kriegsereignissen nur als Leiter der Verteidigungsarbeiten von Prag teil. Erst 1813 focht er wieder an der Spitze einer Grenadierdivision bei Dresden.

Nach der Schlacht bei Kulm wurde er Feldzeugmeister und Gouverneur von Theresienstadt sowie nach dem Abzug der Franzosen aus Dresden Kommandant daselbst und nach der Organisation des Lombardisch-Venezianischen Königreichs Gouverneur in Venedig, wo er 7. Mai 1825 starb. Sein eigentliches Fach war das Geniewesen, und er erwarb sich um dieses große Verdienste.

Bild:Meyerskonvlexikon.jpg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn du sicher bist, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, und dies mit Quellen belegt ist, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel entfernt werden.


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