Jim Jones

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Jim Jones (eigentlich James Warren Jones; * 13. Mai 1931 in Crete, Indiana; † 18. November 1978 in Jonestown, Guyana) war ein Sektenführer, der dadurch bekannt wurde, dass seine über 900 Anhänger im guayanischen Urwald Massenselbstmord begingen.

Jim Jones wurde als Sohn des mutmaßlichen Ku Klux Klan-Mitgliedes James Thurman Jones geboren und entwickelte früh einen von seiner Mutter Lynetta beeinflussten Glauben, der von Vorstellungen der Pfingstbewegung und von sozialen Idealen erfüllt war. Er war seit Anfang der 50er Jahre Prediger, wurde aber aus der Pfingstbewegung ausgeschlossen und gründete am 4. April 1955 eine Sekte mit dem Namen Wings of Deliverance, die er ein Jahr darauf umtaufte in The People's Temple Full Gospel Church (Volkstempel). 1960 schloss sich die Bewegung der Christian Church (Disciples of Christ) an. Die Sekte führte zunächst jahrelang ein weitgehend unscheinbares Dasein innerhalb der für die USA typischen Vielfalt christlicher Gruppen und erlangte lediglich dadurch Aufmerksamkeit, dass sie in einer durch Rassentrennung geprägten Gesellschaft offen sowohl für schwarze als auch weiße Gläubige war. Die inzwischen Peoples Temple Christian Church genannte Bewegung wandelte sich aber offenbar nach und nach in eine persönliche Diktatur Jones', der das Zentrum des Kults 1967 von Indiana nach Ukiah (Kalifornien) und 1971 nach San Francisco verlegte, wohl, um Nachforschungen zu entgehen, die dem Verdacht nachspüren wollten, er veruntreue Gelder der Sektenmitglieder für persönliche Zwecke. Auch predigte er seinen Mitgliedern das Weltende durch einen Atomkrieg und glaubte, in Kalifornien sicherer zu sein. Die Gemeinde baute eine Kirche und mehrere Verwaltungsgebäude. Jim Jones heiratete Marceline und besaß mehrere leibliche und adoptierte Kinder; es gab von Kritikern der Bewegung Concerned Relatives den Vorwurf, Jones verführe weibliche Sektenmitglieder und er habe mehrere von ihnen geschwängert. In San Francisco gewann die Sekte nicht zuletzt dadurch Zulauf, dass sie in ihrem Zentrum im Fillmore-Bezirk, einem Ghetto der Stadt, kostenlose Gesundheitstests und Kinderbetreuung anbot. Am 13. Dezember 1973 wurde er in Los Angeles inhaftiert, weil er einen Undercover-Agenten der Polizei zu homosexuellen Handlungen in einem Park der Stadt verleiten wollte.

Im Sommer 1977 wich Jones mit seiner Gemeinde schließlich in den Nordwesten Guyanas aus, wo er bereits 1974 von der guyanischen Regierung 16 Quadratkilometer Land erworben hatte. Dort gründete er mit seinen Anhängern Jonestown, das Jones seinen fast tausend Leuten (darunter 250 Kinder) als das Gelobte Land präsentierte. Die Stadt war eine hermetisch abgeschlossene Gemeinde, allerdings gelang 13 Anhängern, darunter Jones' rechter Hand, Tim Stoen - die Flucht. Sie berichteten über die Sekte und deren totalitäre Praktiken der Gehirnwäsche. Daraufhin wurde das Mitglied des US-Kongresses, Leo J. Ryan, beauftragt, die Sache vor Ort zu untersuchen. Er, drei Reporter und ein Sektenmitglied wurden von Sektenmitgliedern im nahen Port Kaituma ermordet, als sie von dort nach einem Besuch in Jonestown in die USA zurückfliegen wollten; zwölf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Am selben Tag, dem 18. November 1977, starben in Jonestown die 909 Sektenmitglieder: Zum Teil begingen sie Selbstmord, indem sie ein mit Blausäure versetztes Getränk zu sich nahmen; ein solcher Fall wurde vorher mehrfach geprobt. Mitglieder wurden auch zum Trinken gezwungen, einige starben auch an Schusswunden. Eine Sektenanhängerin, die sich in Guyanas Hauptstadt Georgetown befand, tötete auf die Nachricht des Massakers hin ihre drei Kinder und sich selbst. Jones selbst wurde in Jonestown mit einer Kugel im Kopf aufgefunden.

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