Buch Jesaja

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Das Buch Jesaja ist ein prophetisches Buch des Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in 66 Kapitel unterteilt. Im Buch Jesaja werden die Seraphim dargestellt und Immanuel und die Verheißung des Friedefürsten erwähnt.

Theologischer Rationalismus sowie Glaubenskrisen bewogen liberale Theologen nicht an die göttliche Prophetie zu glauben. Es sei nicht möglich, dass Jesaja durch göttliche Eingebung (Prophetie) Ereignisse viele Jahrhunderte im voraus prophezeien könne. Im zwangsläufigen Umkehrschluss könne dieser Theorie nach, dass Buch Jesaja, nicht nur von einem Autor stammen.

Als Autoren werden von den Befürwortern dieser Theorie mindestens drei Personen angenommen. So soll der erste Jesaja die Kapitel 1 bis 39 verfasst haben. Um von ihm abzugrenzen, werden die anderen Autoren Deuterojesaja (griechisch: zweiter Jesaja), Kapitel 40 bis 55, und Tritojesaja (griechisch: dritter Jesaja), Kapitel 56 bis 66, genannt. Allerdings nimmt die Forschung an, der letzte Abschnitt sei, da er literarisch nicht einheitlich ist, von mehreren Autoren nach und nach ergänzt worden.

Die Befürworter der Multiautorentheorie behaupten, zumindest der letzte Teil des Buches müsse von jemandem geschrieben worden sein, der im 6. Jahrhundert v. u. Z lebte. Demnach sollen die Prophezeiungen über die Verödung Judas nach ihrer Erfüllung aufgezeichnet worden sein und daher handle es sich gar nicht um echte Voraussagen. Solche "Prophetie" nennt man vaticinium ex eventu, Prophetie nach dem Ereignis. Wie die Kritiker ebenfalls ausführen, ist im Buch Jesaja ab Kapitel 40 von Babylon als herrschender Macht die Rede und von den Israeliten, als seien sie dort in Gefangenschaft. Deshalb müsse der Schreiber — wer auch immer — den letzten Teil des Buches Jesaja im 6. Jahrhundert v. u. Z. aufgezeichnet haben.

Im 12. Jahrhundert u. Z. stellte der jüdischen Kommentator Abraham Ibn Esra, zum ersten Mal die Autorenschaft des Buches Jesaja in Frage. In seinem Kommentar zu Jesaja erklärt Abraham Ibn Esra, die zweite Hälfte, ab Kapitel 40, sei das Werk eines Propheten, der während des Babylonischen Exils lebte, bis kurz nach der Rückkehr nach Zion. Im 18. und 19. Jahrhundert übernahmen mehrere Theologen und Gelehrte die Auffassung von Abraham Ibn Esra. Zu diesen Zählte Johann Christoph Döderlein, ein deutscher Theologe, der 1775 den ersten Teil seines exegetischen Werkes über Jesaja herausgab. In einem Bibelkommentar heißt es zB.: „Alle, mit Ausnahme der konservativsten Gelehrten, übernehmen heute die Hypothese Döderleins , dass die in Kapitel 40 bis 66 des Buches Jesaja enthaltenen Prophezeiungen nicht Worte des Propheten Jesaja aus dem 8. Jahrhundert v. u. Z. sind, sondern aus späterer Zeit stammen“.

Aufgrund der Annahme eines zweiten Jesajas zerstückelte man gewissermaßen das Buch Jesaja immer weiter. Während einige Theologen und Gelehrte der Meinung sind Kapitel 15 und 16 einem unbekannten Propheten zuzuschreiben, bezweifeln anderer, dass Jesaja die Kapitel 23 bis 27 schrieb. Auch herrscht die Meinung, Jesaja könne die Worte in Kapitel 34 und 35 gar nicht geschrieben haben. Da der Stoff und Inhalt der Kapitel 40 bis 66 sehr ähnlich sei und man diese Kapitel, schon einem anderen als dem des Jesaja im 8. Jahrhunderts zugeschrieben hatte.

Der Kommentator Charles C. Torrey fasst diese Theorien wie folgt zusammen: „Der einst große ‚Prophet des Exils‘ ist zu einer völlig unscheinbaren Figur zusammengeschrumpft und wird unter dem Wirrwarr von Bruchstücken fast begraben.“


Inhalt

Das Buch ist in folgende Abschnitte unterteilt:

  • Gericht über Juda und Jerusalem (Kap. 1 bis 5)
  • Jesajas Wirken in der Anfangszeit (Kap. 6 bis 9)
  • Ein Rest wird gerettet (Kap. 10 bis 12)
  • Das Gericht über die Völker (Kap. 13 bis 23 und 34)
  • Weltgericht und Erlösung Israels (Kap. 24 bis 27)
  • Zwischen Assyrien und Ägypten (Kap. 28 bis 33)
  • Die Assyrer vor Jerusalem (Kap. 36 bis 39)
  • Trost für die Verschleppten (Kap. 40 bis 55)
  • Die kommende Heilszeit (Kap. 56 bis 66)

Die ersten 39 Kapitel bestehen überwiegend aus Prohezeiungen, in denen Jesaja den Nationen droht, die Juda verfolgen. Zu den Nationen gehören unter anderem Assyrien, Ägypten, Babylonien, Syrien und Moab. Generell beinhalten die Vorhersagen die Aussage, dass Gott der Herr der Welt sei und alle ungläubigen Völker bestraft, die sich sicher genug fühlen. Jesaja erwähnt hier auch einen Messias, eine geweihte Person, die Macht von Gott bekommen hat und dessen Königreich, in dem Gerechtigkeit vorherrschen werde.

Ab Kapitel 40 wird die Befreiung der nach Babylonien verschleppten Juden vorhergesagt. Dabei beteuert der Autor, dass die Juden das auserwählte Volk des Herrn seien und dass Jahwe ihr einziger Gott sei.

Die letzten Abschnitte enthalten sehr poetisch formulierte Prophezeiungen über die prächtige Zukunft Zions. Das Buch endet trotz Erwähnung der Verdammung von falschen Götzendienern mit einer Nachricht der Hoffnung auf einen rechtschaffenen Herrscher. Die Wirkungszeit des Propheten in Jerusalem beträgt ca. 40 Jahre.

Siehe auch: Bibel, Liste der Bücher der Bibel, Hohes Lied

Jesajas Wirkungszeit in Jerusalem beträgt ca. 40 Jahre.



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