Jersey
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| Bild:Disambig-grau.png | Dieser Artikel behandelt die Insel Jersey; für andere Bedeutungen siehe Jersey (Begriffsklärung) |
| Bild:Flagge Jerseys mittel.png | |
| Amtlicher Name | Bailiwick of Jersey |
| Staatsform | Der britischen Krone verbundenes Gebiet crown dependencies |
| Hauptstadt | Saint Helier |
| Fläche | 117 km² |
| Einwohnerzahl | 90.000 |
| Lebenserwartung | 78,8 Jahre |
| Kindersterblichkeit | 0,55% |
| Währung | Jersey-Pfund |
| Zeitzone | UTC |
| Kfz-Kennzeichen | GBJ |
| Internet-TLD | .je |
| Vorwahl | +44-1534 |
Jersey (von lat. Insula Caesarea) ist die größte und zugleich bevölkerungsreichste der Kanalinseln. Sie liegt im Ärmelkanal 20 km vor der Westküste der nordfranzösischen Halbinsel Cotentin. Jersey gilt als die sonnenreichste aller britischen Inseln und ist berühmt für ihre ausgedehnten Strände. Die Hauptstadt ist Saint Helier.
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Die Insel
Von der Lage der Insel profitiert die blühende Tourismusbranche, die zusammen mit Finanzdienstleistungen in den letzten Jahren die Landwirtschaft als wichtigste Einkommensquelle ablöste.
Jersey gehört nicht zum Vereinigten Königreich und ist nicht vom britischen Parlament abhängig, untersteht aber als Kronbesitz (engl. crown dependency) der britischen Krone und verfügt daher über eine eigene Gesetzgebung, Verwaltung und ein eigenes, völlig unabhängiges Steuersystem, das dank niedriger Steuersätze viele ausländische Investoren anlockt. Eine weitere wichtige Einkommensquelle ist die Blumenzucht; zu den wichtigen Exportgütern der Insel gehören Rinder. Jersey gehört zur Selbstverwaltung Bailiwick of Jersey, neben den Kanalinseln Minquiers und Ecréhous.
Jersey gehört auch nicht zur Europäischen Union, wird aber völkerrechtlich aufgrund eines Geschäftsbesorgungsvertrages gegen Honorar vom Londoner Foreign Office mit vertreten und gegebenenfalls auch von englischen Streitkräften verteidigt. Eine andere Auffassung vertritt nur der deutsche Bundesgerichtshof, der in einer Entscheidung vom 1. Juli 2002 (Az. II ZR 380/00) zu § 110 der ZPO Jersey dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union einverleibte (Auszug: "[...] Da J. als Bestandteil des Vereinigten Königreiches, wenn auch unter Beachtung seines verfassungsrechtlichen Sonderstatus zur Europäischen Union gehört, [...]").
Landessprache
Auf Jersey wird neben Englisch heute noch Französisch mit normannischem Dialekt gesprochen. Dieser Dialekt wird von den Einheimischen auch Jersey-French Jèrriais genannt. Der Dialekt weicht so stark vom Schulfranzösisch ab, dass er nur von den einheimischen Inselbewohnern verstanden wird. Jersey-French ist in den Schulen Jerseys kein Pflichtfach mehr, kann jedoch als Nebenfach belegt werden. In den meisten Familien wird Jersey-French nicht mehr gesprochen und ist somit vom Aussterben bedroht.
Vorgeschichte und Geschichte
Die Kanlinseln gehören zu den Gebieten, die vor dem nacheiszeitlichen Merresanstieg, der etwa 5000 v. Chr. abgeschlossen war, Teil des kontinentalen Festlandes waren und als solche bereits früh besiedelt wurden. Älteste Funde stammen aus der Höhle von La Cotte de St. Brelade. Von der Ankunft des Ackerbaus zeugen noch 15 von ursprünglich 60 Megalithanlagen (Dolmen) und einige Menhire. Ursprünglich waren alle Kanalinseln Teil der Ländereien des Herzogs der Normandie. Im Jahre 1066 eroberte Herzog Wilhelm der Eroberer England und wurde englischer König. Die Kanalinseln blieben in königlichem Besitz. Jersey wurde im 2. Weltkrieg ab 1940 von den Deutschen besetzt. Zuvor waren ca. 30.000 Bewohner nach Großbritannien evakuiert worden. In dieser Zeit wurden Festungsbauten (Bunker etc.) an der Küstenlinie installiert. So wurde die Insel Teil des Atlantikwalls. Außerdem ließen die Nazis durch Zwangsarbeiter das German Underground Hospital (dt.: "Deutsches unterirdisches Krankenhaus") errichten. Es sollte der Versorgung von deutschen Soldaten dienen, die im Kampf verwundet wurden. Beim Bau dieses Hospitals kamen viele Zwangsarbeiter ums Leben. Bei der Invasion in der Normandie blieb Jersey verschont. Man wollte sich nicht mit der Befreiung der "unwichtigen" Insel aufhalten. So kam es, dass die Besatzer das Kriegsende abwarteten und erst am 9. Mai 1945 kapitulierten. Aus dieser Zeit sind noch viele Gebäude und Anlagen erhalten, die heute als Museen genutzt werden.
Tourismus und Verkehr
Unbedingt besuchen sollte man den Zoo von Jersey. Neben einer gut dokumentierten Orang-Utan Horde gibt es eine große Anlage für Flughunde. Bei Besuch der vor der Inselhauptstadt Saint Helier im Meer liegenden Festung ist Vorsicht geboten. Die Besatzung der Festung besteht aus einem einzigen Soldaten, der die Aufgabe hat zur Mittagszeit einen Kanonenschuss abzugeben. Da ihm dazu aber lediglich ein tonnenschweres Vorderladergeschütz zur Verfügung steht, rekrutiert er zum Ausrennen der Kanone umherlaufende Touristen.
Weblinks
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Jersey – Bilder, Videos oder Audiodateien |
Koordinate: 49° 13′ 0" n. Br., 2° 7′ 57" w. L.



