Iridium

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Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel behandelt das chemische Element Iridium, für das gleichnamige Kommunikationssystem siehe Iridium (Kommunikationssystem)
Eigenschaften
Osmium - Iridium - Platin
Rh
Ir
Mt  
 
 
[Xe]4f145d76s2
193
77
Ir
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Iridium, Ir, 77
Serie Übergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block 9, 6, d
Aussehen silbrig weiß
Massenanteil an der Erdhülle 1 · 10-7 %
Atomar
Atommasse 192,217
Atomradius (berechnet) 135 (180) pm
Kovalenter Radius 137 pm
van der Waals-Radius -
Elektronenkonfiguration [Xe]4f145d76s2
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 32, 15, 2
1. Ionisierungsenergie 880 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1600 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen -
Kristallstruktur kubisch flächenzentriert
Dichte (Mohshärte) 22650 kg/m3 (6,5)
Magnetismus -
Schmelzpunkt 2739 K (2466 °C)
Siedepunkt 4701 K (4428 °C)
Molares Volumen 8,52 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 604 kJ/mol
Schmelzwärme 26,1 kJ/mol
Dampfdruck 1,47 Pa bei 2716 K
Schallgeschwindigkeit 4825 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität 130 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 19,7 · 106 S/m
Wärmeleitfähigkeit 147 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände -1, 0, 1, 2, 3, 4, 6
Hydride und Oxide (Basizität) (leicht basisch)
Elektronegativität 2,20 (Pauling-Skala)
Normalpotential 1,156 V (Ir3+ + 3e- → Ir)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
189Ir {syn.} 13,2 d ε 0,532 189Os
190Ir {syn.} 11,78 d ε 2,000 190Os
191Ir 37,3 % Ir ist stabil mit 114 Neutronen
192Ir {syn.} 73,830 d β-
ε
1,460
1,046
192Pt
192Os
192mIr {syn.} 241 a IT 0,155 192Ir
193Ir 62,7 % Ir ist stabil mit 116 Neutronen
194Ir {syn.} 19,15 h β- 2,247 194Pt
195Ir {syn.} 2,5 h β- 1,120 195Pt
NMR-Eigenschaften
191Ir 193Ir
Kernspin 3/2 3/2
gamma / rad/T 4,598 · 106 5,006 · 106
Empfindlichkeit 2,53 · 10-5 3,27 · 10-5
Larmorfrequenz bei B = 4,7 T 3,44 MHz 3,74 MHz
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Iridium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Ir und der Ordnungszahl 77. Das sehr schwere, harte, spröde, silber-weiß glänzende Metall der Platingruppe gilt als das korrosionsbeständigste Element. Unter 0,11 Kelvin wechselt es in den supraleitfähigen Zustand über.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Iridium (griechisch iris für Regenbogen) wurde 1803 in London von Smithson Tennant zusammen mit Osmium entdeckt. Beim Auflösen eines Rohplatins in Königswasser befanden sich beide Platinmetalle im unlöslichen schwarzen Rückstand. Die hohe Farbkraft der Iridiumsalze inspirierte Tennant zu dem Namen Iridium.

Vorkommen

Iridium ist seltener als Gold oder Platin. In der Natur tritt es elementar in Form von kleinen Körnern auf oder in Begleitung des Platins. Mit Osmium bildet es zwei natürlich vorkommende Minerale :

  • Osmiridium, das zu 50 % aus Iridium, der Rest aus Osmium, Platin, Rhutenium und Rhodium besteht
  • Iridosmium, das sich zu 55-80 % aus Osmium und zu 20-45 % aus Iridium zusammensetzt.

Wichtige Vorkommen liegen in Südafrika, im Ural, Nord- und Südamerika, in Tasmanien, Borneo und Japan.

Freies Iridium ebenso wie andere Elemente der Platingruppe finden sich in Flusssanden. Daneben fällt Iridium bei der Verhüttung von Nickelerzen an.

Eigenschaften

Wegen seiner Härte und Sprödigkeit kann Iridium nur schwer bearbeitet werden. Bei Rotglut oxidiert es unvollständig zu schwarzem IrO2, das oberhalb 1140 °C wieder zerfällt. Auch Iridium ist wie Osmium in der Hitze und vor allem beim höherem Sauerstoffgehalt als Oxid flüchtig. An kalten Stellen jedoch scheidet es sich im Gegensatz zum Osmium als Metall oder IrO2 wieder ab.

In Mineralsäuren, auch in Königswasser, ist es beständig. In Chlorid-Schmelzen bei Gegenwart von Chlor wird es jedoch aufgelöst. Iridium gilt als das Element mit der größten Dichte.

Ein bestimmtes Iridiumiostop ist mit 22,65 kg/dm³ das dichteste aller Reinelemente. Im Durchschnitt aller vorkommenden Isotope ist Iridium nicht das dichteste Element, sondern Osmium. Ob Iridium das dichteste Element ist, oder ob es Osmium ist, ist also reine Definitionssache. In der angelsächsischen Literatur gilt überwiegend Osmium als das dichteste Element.

Isotope


Iridium hat 8 Isotope

  • 189Ir {syn.}
  • 190Ir {syn.}
  • 191Ir 37,3 % Ir ist stabil mit 114 Neutronen
  • 192Ir {syn.}
  • 192mIr {syn.}
  • 193Ir 62,7 % Ir ist stabil mit 116 Neutronen
  • 194Ir {syn.}
  • 195Ir {syn.}

siehe Tabelle rechts

Verwendung

Iridium ist oft Bestandteil von Legierungen, denen es Härte und/oder Sprödigkeit verleiht. Platin-Iridium-Legierungen setzt man bei Präzisionsmessungen, in der Medizin und dem Maschinenbau ein.

Weitere Verwendung findet es:

Sicherheitshinweise

Metallisches Iridium ist wegen seiner Beständigkeit ungiftig. Iridiumverbindungen müssen als toxisch eingestuft werden.

Nachweis

Siehe auch KT-Impakt (Kreide-Tertiär-Einschlag), Auftreten von Iridium in Schichten weltweit, die durch einen Meteor oder Kometen hervorgerufen wurden.

Verbindungen

Viele Iridiumsalze sind farbig: Mit Chlor bildet es olivgrünes Iridium(III)-chlorid oder dunkelblauschwarzes nicht ganz definiertes Iridium(IV)-chlorid. Mit Fluor reagiert es zu gelbem, leichtflüchtigem Iridium(VI)-fluorid beziehungsweise gelbgrünem Iridium(V)-fluorid.

Literatur

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Iridium – Bilder, Videos oder Audiodateien


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