Intravenös
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Intravenös (Abk. i.v., von lat. intra = hinein, innen, innerhalb und vena = Vene, Blutader) bedeutet "in einer Vene" oder "in eine Vene hinein". Man versteht darunter z.B. die direkte Verabreichung eines Medikamentes oder einer Flüssigkeit oder Suspension in ein venöses Blutgefäß. Sie ist eine Form der parenteralen Gabe von Medikamenten. Die gegebene Flüssigkeit wird mit dem Blutstrom zum Herzen geführt und von dort aus über die Arterien im gesamten Organismus verteilt. Praktisch geschieht dies durch eine Injektion oder Infusion.
Inhaltsverzeichnis |
Häufig genutzte Venen
Man unterscheidet periphervenöse Zugänge und zentralvenöse Zugänge (ZVK).
Als Venen zur intravenösen Behandlung werden beim Menschen meist die Armvenen (Vena mediana cubiti oder Vena cephalica) oder größere Venen am Hals (Vena jugularis interna) oder in der Leiste benutzt. Beim Säugling haben sich oberflächliche Schädelvenen bewährt.
Bei größeren Tieren (ab etwa Größe Schaf) wird zumeist die Drosselvene (Vena jugularis externa) genutzt. Bei Hunden und Katzen verwendet man meist eine Vorderbeinvene (Vena cephalica) oder Hinterbeinvene (Vena saphena lateralis). Beim Schwein und Kaninchen wird zumeist eine der Ohrvenen (Venae auriculares) genutzt. Bei sehr kleinen Heimtieren ist eine intravenöse Injektion fast unmöglich, man kann (in Narkose) die Drosselvene freipräparieren. In Notfällen kann als Ersatz eine Injektion direkt in Herz erfolgen (intrakardiale Injektion).
Man kann sich die Punktion einer Vene durch einige Maßnahmen erleichtern:
- ausreichende Stauung
- ausführliches Tasten und Beklopfen der Vene
- Wärme (z.B. ein Armbad) erweitert die Venen (Kälte macht die Venen enger)
- Man kann die Venen gut im Ultraschall lokalisieren
- Kopftieflage bei Punktion der Vena jugularis am Hals
Praktische Vorgehensweise
Bei der intravenösen Punktion wird meist zum Herzen hin eingestochen. Die Stichrichtung ist aus praktischer Sicht unbedeutsam und ergibt sich nur aus der anatomischen Lage. Eine Verletzung der Venenklappen durch eine Nadel hat keine merkbaren Folgen.
Das intravenös verabreichte Volumen sollte den Flüssigkeitsbedarf des Patienten nicht übersteigen. Die Wirkung eines intravenös verabreichten Medikamentes tritt meistens innerhalb von Sekunden und ohne Resorptionsverlust ein. Ein Nachteil ist, dass das Aufsuchen einer Vene nicht immer ganz einfach ist. Auch der schnelle Eintritt der Wirkung ist nicht immer erwünscht.
Benötigte Materialien
Folgende Materialien werden für einen intravenösen Zugang benötigt:
- Zwei Einmal-Handschuhe
- Venenstauer oder Blutdruckmanschette
- Hautdesinfektionsmittel
- Tupfer
- Venenverweilkanüle
- Abwurfbox
- Infusion mit entlüftetem Infusionsysstem und ggf. Druckinfusionsmanschette
- Viggo-Pflaster
Dieser Materialien lassen sich übersichtlich und zusammen in einer Nierenschale lagern.
Risiken
Bei der intravenösen Punktion können Keime in die Blutbahn eingebracht werden, so dass nur mit sterilen Nadeln gearbeitet werden darf. Bei der längeren intravenösen Therapie über eine Venenverweilkanüle kommt es meist innerhalb einiger Tage zu einer Keimbesiedlung, so dass eine Thrombophlebitis, eine Bakteriämie und/oder eine Sepsis auftreten können. Dann muss die Verweilkanüle umgehend entfernt werden.
Bei einem Durchstechen der Vene kann das Medikament paravenös, also in das umliegende Gewebe gelangen. Bei gewebsreizenden Medikamenten kann das zu einem örtlichen Absterben des Gewebes (Nekrose) oder zu Abszessen führen.
Desweiteren besteht die Gefahr der Bildung von Hämatomen, der sekundären Perforation der Vene, der Venenschädigung und Venenreizung und der arteriellen Punktion und Injektion.
Siehe auch
Blutentnahme - Spritze - Intramuskulär - Subkutan - Intrapulmonal - Intraperitoneal
| Bild:Erste hilfe.png | Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen! |



