Indische Schriften

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Bild:Indische Sprachen.jpg Bild:Schriftregionen.jpg Indien ist mit den angrenzenden Ländern (Sri Lanka, Bangladesch, Südostasien) die Weltregion, in der heute die meisten unterschiedlichen Schriftsysteme verwendet werden. Es sind Abkömmlinge der Brahmi-Schrift. Man kann sie auf Grund ihrer Gemeinsamkeiten als indische Schriften zusammenfassen.

In Indien und anderen südasiatischen Ländern werden die folgenden indischen Schriften gebraucht: Bengali, Devanagari, Gujarati, Gurmukhi, Kannada, Malayalam, Oriya, Sinhala, Tamilisch und Telugu. Sie alle sind in Unicode und ISCII für die Datenverarbeitung kodiert.

Weitere indischen Schriften, jedoch mit erheblichen Abweichungen von den oben ganannten sind u. A.: Laotisch, Thai, Khmer, Tibetisch, Burmesisch (Myanmar), und Balinesisch. Bis auf Balinesich, das etwa 2007 aufgenommen werden wird, sind auch diese Schriften in Unicode genormt.

Das indische Klima ist der Konservierung alter Schriften und Texte nicht förderlich; so bleiben den landestypischen Schreibmaterialien, Palmblättern und Baumrinden nur wenige Jahre, bevor sie verfallen. Überliefert sind daher hauptsächlich Schriften auf Münzen, Felsen und Bauwerken; die ältesten Manuskripte setzen erst mit dem 11.Jh. n.Chr. ein. Traditionell gilt die schriftliche Überlieferung in Indien als die unsicherere.

Besonderheiten

  • Alle indischen Schriften sind Abugidas, eine Form von Schriften, die zwischen Silbenschriften und Alphabetschriften stehen. Das bedeutet, jede Silbe hat einen inhärenten Vokal. In der Grundform ist dies ein "a". Soll eine Silbe aber auf einen anderen Vokal enden, so wird das Zeichen für den Vokal extra geschrieben. Endet ein Wort nicht auf einen Vokal, wird dies mit einem Virama, einer Art Auslassungs-Apostroph angezeigt.
  • Treten zwei Konsonanten unmittelbar ohne Vokal nebeneinander, dann können sie verschmelzen". Sie bilden eine Ligatur. Im heutigen Indien werden Ligaturen möglichst vermieden, aber in alten Sanskrit-Texten waren sie sehr häufig.
  • Vokale am Wortanfang werden mit einem eigenen Zeichen geschrieben, aber Vokale (anders als "a") im Wort, an den Silbenenden, schreibt man nur mit kleinen Strichen und Häkchen. Bei Vokalen muss man auch zwischen kurzen und langen Vokalen unterscheiden.
  • Man schreibt von links nach rechts.

Bild:IndischePhonetik.png

  • Die Anordnung der Silbenzeichen erfolgt nach phonetischen Gesichtspunkten.

An erster Stelle stehen die Vokale (अ आ इ ई उ ऊ ऋ ऌ ऍ ऎ ए ऐ), dann kommen - nach der Artikulationsstelle - von hinten nach vorne die Konsonantenreihen:

  1. Gutturale (Kanthya, कण्ठय, kaṇṭhya),
  2. Palatale (Talavya, तालव्य, tālavya),
  3. Zerebrale (Murdhanya, मूर्धन्य, mūrdhanya),
  4. Dentale (Dantya, ढन्त्य, dantya),
  5. Labiale (Oshthya, ओष्ठ्य, oṣṭya).

Am Ende der Liste stehen:

  • Diese Gruppen mit fünf Silbenzeichen werden dann noch nach tonlos (unaspiriert - aspiriert), tönend (unaspiriert - aspiriert) und je einem Nasal untergliedert.

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