IMDb

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Die Internet Movie Database (IMDb) ist eine Datenbank über Filme, Fernsehserien, Videoproduktionen und Videospiele sowie über die Personen, die daran mitgewirkt haben. Aktuell gibt es Einträge zu mehr als 457.000 Filmproduktionen aller Art und zu über 1,8 Millionen Menschen. Die Nutzung ist grundsätzlich kostenlos. Gegen Bezahlung bietet IMDbPro.com ein zusätzliches Informationsangebot (aktuelle Box-Office-Statistiken, Zugriffsstatistiken, Agenten-Kontakte etc.) an.

In der Datenbank befindet sich ein Großteil aller Kino- und sehr viele Fernsehfilme, die seit Beginn der Kinematographie gedreht wurden. Anders als bei ähnlichen Projekten werden auch pornografische Produktionen archiviert. Fehlende Informationen können von den Besuchern (nach vorheriger Registrierung) nachgetragen werden.

Es kann sowohl nach Filmen als auch nach Personen, Film-Charakteren, Zitaten, innerhalb von Biographien sowie (über verschiedene erweiterte Suchen) nach vielen weiteren Angaben gesucht werden. Der Umfang der angebotenen Informationen ist abhängig vom Bekanntheitsgrad der Filme und Personen.

Besucher können zu Filmen Bewertungen und Kommentare abgeben, die dann nach einem auf der Bayesscher Wahrscheinlichkeitsverteilung beruhenden System ausgewertet werden. Zum einen wird ab 5 abgegebenen Stimmen ein Durchschnittswert berechnet, zum anderen nach einem weiteren Berechnungssystem eine Liste der 250 (in der IMDbpro-Version 500) besten und 100 schlechtesten Filme.

Bei der deutschsprachigen Version der IMDb sind bisher nur einzelne Begriffe auf den Filmseiten (zum Beispiel Schauspieler statt Actor) ins Deutsche übersetzt worden.

Als Alternative gibt es die OFDb, die Online-Filmdatenbank. Sie bietet zwar wesentlich kompaktere und abgespecktere Informationen und Inhalte, ist aber komplett deutschsprachig.

Geschichte

Der Ursprung der IMDb liegt in der Newsgroup rec.arts.movies, einer Diskussionsplattform für Filmbegeisterte. Weit vor 1990 begannen einige Teilnehmer damit, Listen über Schauspieler, Regisseure und anderes zu führen und regelmäßig über rec.arts.movies zu veröffentlichen. Im Oktober 1990 fanden sich in diesen von Hand geführten Listen über 23.000 Einträge, die Col Needham mit Hilfe einiger Programme zusammenführte und durchsuchbar machte – das Ergebnis war die Internet Movie Database: Episode I – The Text-Only Unix Version. Das System war mit dem heute verfügbaren kaum vergleichbar, zu diesem Zeitpunkt musste noch jeder Benutzer die gesamte Datenbank auf seinen eigenen Rechner kopieren, um sie benutzen zu können.

1993 wurde die Datenbank per E-Mail zugänglich und kurz darauf, noch bevor der erste große Webbrowser NCSA Mosaic herauskam, nahm die erste Web-Version Gestalt an.

Die steigende Anzahl von Benutzern und Daten machte es 1996 erforderlich, dass das private Projekt IMDb unter heftigen Debatten pro/contra Kommerzialisierung in eine Firma umgewandelt wurde. Eigentümer der Firma waren diejenigen, die auch bislang die Listen geführt hatten, die Arbeit an der IMDb und für die Internet Movie Database, Ltd. erledigten sie meist neben Schule, Studium und Beruf.

Bis 1998 hatte sich die Größe von 1996 nochmals verdoppelt und der Resourcenbedarf drohte die Möglichkeiten ihrer nebenberuflich und praktisch unentgeltlich arbeitenden Eigentümer zu übersteigen. Nachdem bereits mehrere Kaufangebote ausgeschlagen wurden wegen der Befürchtung, dass das Projekt in seine Bestandteile zerlegt werden würde, ging die IMDb 1998 an das Internet-Versandhaus Amazon.com.

Die Wurzeln der IMDb sind auch heute noch erkennbar. Die Datenbank lebt zu großen Teilen nach wie vor von der Mitwirkung der Netzgemeinde und gibt ihre kompletten Bestände nach wie vor kostenfrei an die Netzgemeinde zurück, nicht nur über die Portalseite, sondern auch in Form von Rohdaten.

Siehe auch

  • Soundtrack Collector (Datenbank für Sammler von Musik aus Filmen, Fernsehserien und Computerspielen)

Weblinks



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links