Humangenomprojekt
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Das Humangenomprojekt (HGP, engl. Human Genome Project) wurde im Herbst 1990 mit dem Ziel gegründet, das Genom des Menschen vollständig zu entschlüsseln, d. h. die Abfolge der Basenpaare in der menschlichen DNA auf ihren einzelnen Chromosomen durch Sequenzieren zu identifizieren.
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Hintergrund
Das menschliche Genom enthält alle Informationen, die die für einen Menschen notwendigen Proteine mit den Basenpaaren in seiner DNA kodieren. Die vollständige Sequenzierung dieses Genoms bildet unter anderem die Grundlage für die Möglichkeit, Erbkrankheiten zu erforschen und molekulare Mechanismen der Krebsentstehung besser zu verstehen.
Geschichte
Das Projekt wurde in den USA im Oktober 1990 als Projekt eines öffentlich finanzierten internationalen Forschungsverbunds gegründet. Zu Beginn nahmen über 1000 Wissenschaftler in 40 Ländern teil. Ziel war die Sequenzierung des menschlichen Genoms bis 2010. 1992 veröffentlichte das Projekt Genkarten für die Chromosomen 21 und Y.
Im Juni 1995 schloss sich auch Deutschland dem internationalen Humangenomprojekt der Human Genome Organisation an und nahm seine Arbeit ein Jahr darauf auf. Das Deutsche Humangenomprojekt (DHGP) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.
Die Human Genome Organisation bekam 1998 durch die neu gegründete US-Firma Celera private Konkurrenz.
Bis 1999 erfolgte die Sequenzierung des Chromosoms 22. 2000 wird das Chromosom 21 vollständig sequenziert, wodurch die Möglichkeiten zur Erforschung der Auswirkungen einer Trisomie 21 wachsen.
Das HGP fand in der Öffentlichkeit seinen vorläufigen Höhepunkt, als 2001 unabhängig von beiden Forschungsunternehmungen die vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms verkündet wurde, die in den Medien häufig als "Entschlüsselung" tituliert wurde.
2003 wurde endgültig die Fertigstellung im Rahmen der angelegten Maßstäbe verkündet. Das Deutsche Humangenomprojekt beendete seine Aktivitäten im Juni 2004.
Auf die Arbeiten des Deutschen Humangenomprojekts aufbauend, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2001 das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN). Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die Erforschung der genetischen Ursachen von häufigen Krankheiten.
Siehe auch
Weblinks
- Management des Human Genome Projects innerhalb des US-amerikanischen National Institute of Health
- Deutsches Humangenomprojekt
- Link zum komplett entschlüsselten Genom bei Gutenberg.net
- History of the Human Genome Project (engl.) Eine sehr informative Seite von Wellcome Trust
- Nationales Genomforschungsnetz NGFN



