Hufeisen
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Ein Hufeisen ist ein U-förmig gebogenes und mit Nagellöchern versehenes Eisen, das Pferden zum Schutz der Hufe an diesen durch Aufnageln befestigt wird.
Freilebende Pferde brauchen keinen Hufbeschlag. Bei ihnen wächst das Hufhorn in relativ gleichem Maße nach wie es sich abnutzt oder ausbricht. Bei Nutzung des Pferdes durch Anspannung (Zugtier, Fahren) und Reiten, vor allem auf hartem Boden, wird der Huf schneller abgenutzt, als er nachwachsen kann.
Deshalb suchten die Menschen schon im Altertum nach einem Schutz für die Hufe. Die Ägypter verwendeten geflochtene Sandalen aus Bast oder Lederschuhe, die mit Stricken oder Riemen ans Pferdebein gebunden wurden. Allerdings waren solche Konstruktionen wenig haltbar. Die Römer verwendeten bereits Hufbeschlag aus Bronze oder Eisen, aber auch bei ihnen verursachten die Riemen Scheuerwunden. Bei schnellem Ritt flogen die gebundenen Eisen schnell weg oder die Pferde gerieten ins Stolpern. Genagelte Hufeisen, wie sie heute verwendet werden, gibt es vermutlich seit dem 5. Jahrhundert in Europa, wahrscheinlich wurden sie von Hunnen aus Asien mitgebracht. Solche Hufeisen werden mit Nägeln am Hornteil der Hufe befestigt und halten erheblich besser. Da der Huf auch unter dem Hufeisen weiterwächst, sollten Hufeisen alle sechs bis acht Wochen abgenommen und die Hufe nachgeschnitten werden. Damit das Hufeisen gut am Huf anliegt, wird es vor dem Aufnageln erhitzt ("aufgebrannt"). Dadurch entstehen dem Pferd keine Schmerzen, allerdings erschrecken manche Pferde vor dem aufsteigenden Qualm. Werden Pferde nicht oder nur wenig geritten brauchen sie keine Hufeisen; man läßt sie sozusagen barfuß gehen. Aber auch bei ihnen muss der Huf regelmäßig vom Fachmann (Hufschmied, Hufpfleger) ausgeschnitten werden.
Ein gefundenes Hufeisen gilt als Glücksbringer, wenn es mit der Öffnung nach oben aufgehängt wird (sonst fällt das Glück heraus). Das Hufeisen bekam seine Bedeutung als Glückssymbol durch den früheren Transport von Liebesbriefen mit Postkutschen und berittenen Kurieren.
Obwohl viele Historiker glauben, Hufeisen seien eine Erfindung des frühen Mittelalters, so sind doch einige in der Nähe von Neupotz in Deutschland in einem Fluss gefunden worden als Teil einer Beute aus einer römischen Villa. Sie werden auf 294 n. Chr. datiert.
Literatur
- Künzl, Ernst, Die Alamannenbeute aus dem Rhein bei Neupotz: Plünderungsgut aus dem römischen Gallien. Mainz 1993.



