Hochmoor

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Bild:Rundblaettriger Sonnentau tse2004.jpg Bild:Schmalblaettriges Wollgras tse2004.jpg Hochmoore, auch Regenmoore genannt, verdanken ihre Entstehung in den Jahrtausenden nach der letzten Eiszeit meist der Sukzession von Niedermooren oder dem Wachstum von Torfmoosen auf nährstoffarmen Böden in Gebieten mit hohen Niederschlägen und geringer Verdunstung. Sauerstoffmangel und hoher Säuregrad im ständig feuchten Substrat hemmen die Zersetzung von abgestorbenen Pflanzenteilen und führen zur Torfbildung. So wächst das Hochmoor allmählich, häufig uhrglasförmig, über das Niveau des Grundwasserspiegels, daher der Name Hochmoor. Ferner wird (im Gegensatz zum Niedermoor) kein nährstoffreiches Oberflächenwasser in das Hochmoor eingetragen, da der im Hoch- oder Regenmoor ausgebildete Moorwasserspiegel im Moorkörper selbst keinen Kontakt mehr zum Mineralboden besitzt. In diesem Zustand erhält das Moor seine Feuchtigkeit, sowie seine Nährstoffe (Flugstaub) nur aus dem Regenwasser (Ombrotrophie). Daher wachsen Hochmoore auch nur bei ausreichenden Niederschlägen und sind allgemein nährstoffarm. Aufgrund dieser Nährstoffarmut haben Hochmoorpflanzen Strategien entwickelt, um an Nährstoffe (z.B. Venusfliegenfallen als Proteinsammler) zu gelangen.

Weitere charakteristische Strukturen der Hochmoore in Mitteleuropa sind der baumfreie Hochmoorkern und das typische Bulten-Schlenken-Mosaik: flache nasse Vertiefungen (Schlenken), die sich mit trockeneren Torfmooskuppen (Bulte) abwechseln. Größere Wasseransammlungen inmitten der Hochmoore werden als Kolke oder Mooraugen (huminsäurereiche Gewässer) bezeichnet, die nassen Bereiche an den Außenrändern als Randlagg. Die extreme Nährstoffarmut und der niedrige pH-Wert der Hochmoorlebensräume bedingen eine hochspezialisierte einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl gefährdeter Arten. Durch künstliche Entwässerung und Torfabbau wurden in Deutschland viele Hochmoore trockengelegt und zerstört.

Beispiele für Hochmoorlandschaften sind das Hohe Venn im deutsch-belgischen Grenzland südlich von Aachen sowie der Große und Kleine Kranichsee im Erzgebirge.

Siehe auch: Niedermoor, Zwischenmoor



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