Hermon
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Der Hermon (hebr.: הר חרמון "Har Chermon") ist ein 2814 m hoher Berg im Nahen Osten im Grenzbereich zwischen Libanon, Syrien und Israel. Im Arabischen wird der Berg als Dschabal asch-Schaich (جبل الشيخ) bezeichnet.
Die Bezeichnung Kleiner Hermon wird gelegentlich für den östlich der Stadt Afula am Südrand der Jesreelebene liegenden Giw'at haMore (arabisch Dschabal ad-Dahi) verwendet. Dabei handelt es sich jedoch nur um etwas über 500 m.ü. NN hohe Erhebung, die außer dem Namen keine Verbindung zum Hermon hat.
Geographische Angaben
Das Hermongebirge erstreckt sich entlang der syrisch-libanesischen Grenze über 25 Kilometer in einer Ausrichtung Südwest-Nordost. Im Süden endet das Gebirge auf den israelisch besetzten Golanhöhen. Im Nordosten schließen sich die Berge des Antilibanon an das Gebirge an.
Durch seine Höhe sammelt der Hermon an seiner Westflanke erhebliche Niederschläge, die verschiedene Quellen speisen. An der Süd- bzw. Westseite entspringen auch die drei Jordanquellen Hazbani, Dan und Banyas. Aufgebaut ist der Berg meist aus Kalkstein und dazwischen vulkanischen Gesteinen.
Durch seine Höhe von 2814 m ü. NN dominiert der Hermon mit seinen drei Gipfeln die umgebenden Landschaften. Über 1800 m ist der Berg mehrere Monate im Jahr schneebedeckt, weswegen er auch als Berg des Greises bzw. Berg des Schnees gilt.
Biblische Bezüge
Nach den Angaben in 5. Mose 3,9 hatte wurde der Hermon in alttestamentlicher Zeit von den Sidoniern Sirjon und von den Amoritern Senir genannt. Der Berg bildete die Nordgrenze des Reiches Israel; nach der Darstellung des 1. Chronikbuches wohnte "der halbe Stamm Manasse ... im Lande ... bis zum Berg Hermon" (5,23). Bei der Beschreibung der durch Israel eroberten Gebiete taucht der Berg ebenfalls mehrfach auf (Josua 11,17; 12,1; 13,5). Im Richterbuch findet sich zudem ein Hinweis darauf, dass es auf dem Hermon heidnische Kulte der Kanaanäer gab; der Berg wird dort als Baal-Hermon bezeichnet (3,3).
Im Neuen Testament spielt der Hermon nur indirekt eine Rolle. Nach Darstellung der Evangelien hielt sich Jesus in Caesarea Philippi am Fuß des Berges auf (Markus 8,27ff. und Parallelstellen). Auf seine Frage, für wen ihn die Leute hielten, bekannte Simon Petrus, dass Jesus der Messias sei.
Gelegentlich wird der Hermon auch für den Ort der Verklärung Jesu gehalten (vgl. z.B. Matthäus 17,1-13). Die Tradition geht aber überwiegend davon aus, dass es sich beim Berg der Verklärung um den Berg Tabor am Ostrand der Jesreelebene gehandelt hat.
Bedeutung
Bis zum Sechstagekrieg 1967 gehörten die südwestlichen Hänge des Hermons zu Syrien; am 10. Juni 1967 wurden diese Gebiete zusammen mit dem Golan von Israel erobert, das sie bis heute besetzt hält. Für Israel, dessen international anerkannte Grenze am Fuß des Berges verläuft, ist der Berg aus militärstrategischen Gründen von erheblicher Bedeutung. Er dient v.a. als Beobachtungsposten auf weite Gebiete Westsyriens. Im Bereich des Gipfels befinden sich daher verschiedene Einrichtungen der israelischen Armee.
Auch die zivile Nutzung spielt eine erhebliche Rolle. Israel bezieht einen großen Teil seines Trinkwassers über den Jordan aus der Umgebung des Berges und und möchte deswegen die die Kontrolle über diese Quellen nicht verlieren. Der ungewöhnliche Wasserreichtum ermöglicht außerdem eine vergleichsweise reiche Vegetation und die Nutzung für die Landwirtschaft (z.B. für den Weinbau)
Die regelmäßigen Schneefälle im Winter schufen darüber hinaus eine wichtige touristische Attraktion. Die Schneedecke erlaubt in höheren Bereichen sogar Abfahrten mit Skiern. Daher konnte um die israelische Siedlung Newe Atiw auf dem Golan ein kleines Wintersportgebiet - das einzige Israels - eingerichtet werden.



