Haie

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Haie
Bild:Grosser weisser Hai.jpg
Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Fische (Pisces)
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Überordnung: Haie
Wissenschaftlicher Name
Selachii
Ordnungen

Die Haie (Selachii) sind eine Überordnung in der Unterklasse der Plattenkiemer (Elasmobranchii). Sie werden in acht Ordnungen eingeteilt, zu denen etwa 30 Familien und rund 460 Arten gehören. Ihre nächsten Verwandten sind die Rochen (Batoidea), die vier weitere Ordnungen der Plattenkiemer bilden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Haie tragen je fünf offene Kiemenspalten an den Körperseiten. Eine Ausnahme bilden die Grauhaiartigen (Hexanchiformes) mit je sechs Kiemenspalten. Ihre Haut ist mit Placoidschuppen bedeckt. Ihre nachwachsenden Zähne sind im Aufbau den Placoidschuppen sehr ähnlich. Sie ernähren sich räuberisch mit Ausnahme der bis zu 18 Meter langen Walhaie, der Riesenhaie und der Riesenmaulhaie, die Planktonfresser sind.

Anders als die meisten Fischarten haben Haie ein sehr langsames Wachstum und erreichen teilweise erst mit 30 Jahren die Geschlechtsreife. Verbunden mit der geringen Zahl von Nachkommen führt das dazu, dass sich überfischte Haibestände nur sehr langsam erholen. Durch den Fang zur Herstellung von Haiflossensuppe (vermeintliches Aphrodisiakum) und anderen Haiprodukten wie Steaks, Schillerlocken und Seeaal sind viele Haiarten deshalb in ihrem Bestand bedroht.

Faszinierend ist unter anderem ihr Körperbau: Während die Knochenfische Schuppen tragen und deren Zähne aus dem gleichen Material bestehen wie unsere menschlichen Zähne, haben die Haie Schuppen, die als Zähne beginnen - und die Zähne breiten sich vom Maul über den ganzen Körper aus. Die Zähne verkleinern sich und werden als Hautzähnchen fortgesetzt. Dies erklärt auch, weshalb Schürfwunden entstehen, wenn ein Hai die unbekleidete Haut eines Tauchers rammt. Der Hai profitiert von diesem Körperbau: Dank der laminaren Strömung auf seiner Haut kann er beim Schwimmen massiv Energie einsparen.

Urhaie

Bereits im Erdzeitalter des Devon vor etwa 400 bis 350 Millionen Jahren tauchten erste haiähnliche Arten auf, wie zum Beispiel der Cladoselache. Bis 1986 entdeckte man weitere Urhaie, die im folgenden Zeitalter des Karbon lebten. Viele von ihnen hatten einen oder mehrere lange Stachel auf ihrem Kopf. Obwohl die Bedeutung dieser Stachel noch nicht genau bekannt ist, schätzt man, dass sie zur Verteidigung verwendet wurden. Einer der größten Haie war der bis zu 13 Meter lange Megalodon, der vor 15 bis 1 Million Jahren lebte. Da das Skelett von Haien zum größten Teil aus Knorpeln besteht, findet man als Fossilien meist nur noch Zähne, was eine genaue Erforschung der Urhaie immens erschwert.

Gefährdung von Menschen durch Haie

Bild:Gebiss Tigerhai 1.jpg Bild:Gebiss Tigerhai 2.jpg Bild:Gebiss Tigerhai 3.jpg

Die Gefahr von Haiangriffen wird oft übertrieben dargestellt; so ist die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden weitaus höher als die Gefahr einer Haiattacke. In einem Jahr registriert man durchschnittlich 100 Haiangriffe; ungefähr 5 bis 10 davon enden tödlich. Viele dieser Angriffe sind das Ergebnis folgender Faktoren:

  • Belästigung durch den Menschen: Es gibt Fälle, in denen Personen, meistens Jugendliche, Eindruck bei ihren Altersgenossen schinden wollen, in dem sie versuchen, die Flosse eines langsamen Ammenhais zu greifen. Für gewöhnlich verschwinden diese Haie, aber es gab auch Fälle, in denen sie sich umdrehten und die betroffene Person angriffen. Grundbewohnende Port Jackson-Haie sind bekannt für Bissverletzungen bei darauftretenden Badegästen.
  • Verwechslung: Ein Weißer Hai (Carcharodon carcharias) kann bei einem Angriff den meisten Schaden verursachen. Manchmals kommt es auch vor, dass der Hai einen Surfer / Wellenreiter attackiert, da dessen Brett Geräusche verursacht, die ihn zu einem Probebiss animieren. Das Gerücht es ist eine Verwechslung mit einer Robbe, hält sich hartnäckig.

Obwohl viele Menschen bei solchen Haiangriffen fast automatisch an einen weißen Hai denken, so ist doch in Wirklichkeit der Bullenhai (Charcharinus leucas) für die meisten Attacken verantwortlich. Unter anderem liegt das daran, dass diese Haie oftmals die Flüsse heraufschwimmen und dort wochenlang verweilen (Amazonas, Nicaraguasee, Sambesi). Ein berühmter Fall, in dem ein Hai gleich mehrere Tage hintereinander zuschlug, fand in New Jersey statt. Während der Tage vom 1. Juli bis zum 6. Juli 1916 wurden fünf Menschen angegriffen. Vier Betroffene überlebten nicht. Am sechsten Tag griff ein Hai den elfjährigen Jungen Lester Stillwell an und zog ihn in die Tiefe. Ein Mann namens Stanley Fisher versuchte den Jungen zu retten, wurde aber selber am Oberschenkel gebissen und starb kurz darauf im Krankenhaus. Während der Ereignisse flohen die anderen Menschen aus dem Wasser. Dennoch wurde ein weiterer Junge, Joseph Dunn, am Bein gebissen. Bei der darauffolgenden Jagd fing man einen über zwei Meter großen weißen Hai. Als man den Mageninhalt durchsuchte, wurden Fleisch- und Knochenreste entdeckt, die von Menschen stammen sollten. Jedoch konnte dies nie offiziell bestätigt werden. Obwohl die Angriffe danach abbrachen, geht man doch davon aus, dass es ein Bullenhai war, der die Menschen attackierte.

Zusätzlich zu dem Großen Weißen Hai (Carcharadon carcharias) und dem Bullenhai (Carcharhinus leucas), haben bereits Weißspitzen-Hochseehaie (Carcharhinus longimanus) und Tigerhaie (Galeocerdo cuvieri) Menschen nachweislich getötet. Die meisten Angriffe geschehen im Pazifik.

Weitere zehn Arten haben den Menschen bereits gebissen, jedoch ohne tödlichen Ausgang. Zu diesen Arten zählen unter anderem der Makohai (Isurus spec.), der Seidenhai (Carcharhinus falciformis), der Zitronenhai (Negaprion brevirostris) oder auch der Hammerhai (Carcharhinus falciformis). Nicht diesen Arten zuzurechnen ist, mit Ausnahme der australischen Gattung, der Ammenhai, da dieser niemals von sich aus Menschen angreifen würde.

Es wird häufig behauptet, dass Haie kein Menschenfleisch mögen. Diese Behauptung rührt daher, dass Haie oftmals nur einmal zubeißen, dann aber wieder verschwinden. Dieses Verhalten kann aber auch anders erklärt werden. Wenn ein Hai einen Seelöwen oder eine Robbe angreift, stellen die Augen die verletzlichsten Körperteile eines Hais dar, die ein angegriffenes Tier noch erreichen kann. Um sich vor Verletzungen zu schützen, die von den scharfen Krallen des sich wehrenden Tiers entstehen können, verschwindet der Hai kurzzeitig. Er wartet bis sein Opfer genügend Blut verloren hat, um es dann in dem geschwächten Zustand erneut anzugreifen. Selbst unter Annahme dieser Theorie, kann man jedoch sagen, dass Menschen auf gar keinen Fall eine bevorzugte Beute für Haie darstellen.

Eine weitere Theorie beruht auf der Tatsache, dass bei diesen so genannten Probebissen oft nur eine kleine Fleischwunde entsteht. Immer mehr kristallisiert sich in der Haiforschung heraus, dass Haie intelligente Tiere sind, die ein komplexes Sozialverhalten zeigen. Besonders deutlich wird dies beim Grauen Riffhai (Charcharhinus amblyrhynchos), dessen mit gesenkten Brustflossen schwimmendes Warnverhalten bei Nichtbeachten oft schon zu Unfällen mit Menschen geführt hat. Es wäre denkbar, dass auch andere Haie ein solches Warnverhalten zeigen und dass große Konkurrenten (Haie, Kleinwale, Menschen, etc.) mit Bissen attackiert werden, um sie zu vertreiben. Dies würde die Tatsache erklären, dass einige Haiangriffe oft nur kleine Fleischwunden zur Folge haben.

Jagd auf den Hai

Bild:Lemon shark.png Die Jagd auf den Räuber war und ist nach wie vor ein beliebter Männersport. Begehrt ist das präparierte Haigebiss oder der ganze Kopf als Trophäe.

Bestimmte Hai-Arten, wie zum Beispiel der Blauhai, Glatthai, Zitronenhai, Katzenhai, Dornhai (Schillerlocken und Seeaal), Heringshai (Haifisch-Steak) werden jedoch auch als Speisefisch verwendet und auch deswegen gejagt. Im Handel wird Fleisch von Haien oft unter sogenannten "Handelsnamen" verkauft: Kalbsfisch, Speckfisch, Karbonadenfisch, Königsaal, Steinlachs und Seestör sind einige davon.

Besonders in der asiatischen Küche ist der Hai zunehmend beliebter. Heute stehen deshalb schon viele Haiarten auf der Rote Liste der gefährdeten Arten.

Haifinning

Als "Finning" wird die Praxis bezeichnet, bei welcher Haien ganz oder teilweise die kulinarisch begehrten Flossen vom Körper abgetrennt werden (Haifischflossensuppe). Dies geschieht oftmals ohne das Tier vorher zu töten. In der Regel wird das gefinnte Tier zum Teil noch lebendig wieder zurück ins Meer geworfen, da die Flossen weniger Laderaum beanspruchen als der ganze Körper. Da der Hai die Flossen zum Schwimmen und somit auch zum Atmen braucht, sinkt er zu Boden und verendet auf elendige Weise. Das Finning wurde in den Vereinigten Staaten bereits verboten, doch werden auch heute noch überall Haie gefangen und auf diese Weise getötet. Selbst einige europäische Staaten, z.b. Spanien betreiben das Haifinning, weil der Export von Flossen viel Geld bringt mit Gewinnspannen dem Drogenhandel vergleichbar. Die Firmen die dahinter stehen haben Vorgehensweisen und Strukturen, die mit der organisierten Kriminalität vergleichbar sind.

Forschungstier Hai

Haie wurden von verschiedenen Forschern auf verschiedene Weise dargestellt. Bemerkenswert ist der Wandel von Jacques-Yves Cousteaus Darstellungen bis hin zur heutigen Literatur. Cousteau hat, vermutlich wegen der besseren Finanzierung seiner Forschungsreisen durch den Verkauf von (reißerischen) Sachbüchern, Haie allgemein als sehr gefährliche Tiere beschrieben. Schon die Beobachtung von Haien von einem schwimmenden Stahlkäfig aus wurde als eine Heldentat gepriesen; und die zu beobachtenden Haie wurden sehr oft auch gefüttert, was ihren feeding frenzy - deutsch etwa "Fressrausch" - auslöst. Die Haie wurden also nicht in ihrem natürlichen Verhalten beschrieben. Notorisch für diese Darstellungen ist "Haie" von 1971, Droemer-Knaur Verlag.

Den Wandel erfuhr das Hai-Image durch den österreichischen Taucher Hans Hass, der zusammen mit dem bekannten Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt wie Cousteau auf eine Expedition ging. Nur: Sie verzichteten auf die Stahlkäfige und konnten das natürliche Verhalten der Haie beobachten. Hass sagte von seinen Beobachtungen, dass er als Forscher auf ein genauso neugieriges Wesen gestossen sei, nämlich den Hai. Während Cousteau das Umkreisen eines Menschen durch den Hai noch als eine veritable Einschüchterung und als ein vorgefasster Entscheid zum Angriff beschrieb, erklärte Hass, dass dies Haie ganz einfach tun - weil sie den neuartigen "Gast" im Wasser besser begutachten können, da Haie ihre Augen bekanntlich auf der Körperseite tragen. Cousteau hatte offenbar sogar schon Angst vor anderthalb Meter langen Haien. Hass, nur mit Haistock "bewaffnet" - hatte Begegnungen mit bis zu fünf Meter langen Exemplaren. (Der Hai: Legende eines Mörders bzw. Wie Haie wirklich sind, 1977/1986.)

Seither hat die Haiforschung weitere Fortschritte gemacht. Der Hai wird immer stärker als faszinierendes Tier beschrieben, das dank seiner Ausstattungen wie zum Beispiel seiner speziellen Haut Jahrmillionen ohne grosse Veränderungen überdauerte. Bemerkenswert war etwa die rogue shark theory, auf Deutsch etwa die Verbrecher-Hai-Theorie. 1962 behauptete der australische Chirurg Victor Coppleson nämlich, dass nur verhaltensgestörte Haie Menschen angreifen, da Menschen offensichtlich nicht zu ihrer normalen Nahrung gehören (ansonsten wäre ja jeder Badestrand leergefressen). Unterstützt wurde diese These durch die Feststellung, dass fatale Haiangriffe oft kurz nacheinander im gleichen Gebiet stattfinden - was nahelegt, dass ein einzelner "verrückter" Hai dafür verantwortlich ist.

Heute wird vor allem nach den bionischen Eigenschaften der Haie geforscht. Themen sind etwa die verbesserte Bauweise von Flugzeugen und Schiffen. Dazu wird versucht, über das Fortpflanzungsverhalten der Haie mehr zu erfahren - bei fast allen grösseren Arten wurde zum Beispiel noch nie eine Paarung beobachtet - um damit den Schutz der gefährdeten Haiarten zu verbessern. Die Meere sind auf die Haie angewiesen, da sonst das ökologische Gleichgewicht unter den Meeresbewohner zu kippen droht.

Arbeiten von Cheryl Wilga

Auffallende Köpermerkmale der Haifische sind seit vielen Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Bereits Ende der 1970er Jahre entdeckten Forscher eine mikroskopisch feine Struktur der Haifischhaut. Sie ist mit winzigen Schuppen besetzt, die in Strömungsrichtung verlaufende Längsrippen aufweisen. Derartige Strukturen verringern die turbulente Wandreibung, die einen Teil des Strömungswiderstand ausmacht. Nach diesem Vorbild existiert eine als Folie hergestellte Oberfläche (Riblet-Folie), die beispielsweise auf die Außenhaut von Flugzeugen geklebt werden kann und den Energieverbrauch herabsetzt. Die Arbeiten an der widerstandsvermindernden Struktur der Haifischschuppen wurden von den deutschen Wissenschaftlern Prof. Reif, Dr. Dinkelacker und Dr. Bechert begründet. Außerdem gibt es Schwimmanzüge, deren Hersteller propagieren, dass der Hai als Vorbild gedient haben soll.

Besonders einer Arbeitsgruppe um die Meeresbiologin Cheryl Wilga von der University of Rhode Island (USA), auch "shark lady" genannt, befasst sich mit Haien.In einer ihrer ersten Arbeiten konnte das Team mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras und winzigen Elektroden, die die Aktivität der Kiefermuskulatur aufzeichneten, das Beißverhalten von Haien näher untersuchen. Viele Experten glaubten bis dahin, dass Haie Beutestücke reißen, indem sie ihren Unterkiefer beim Zubeißen bewegen. Wilga zeigte, dass der Hai seinen Oberkiefer vor dem Biss nach vorne schiebt, zubeißt und dann wieder zurückschiebt – eine Art Förderband mit Reißzähnen. Von der Rückenflosse, dem Furcht einflössenden Markenzeichen der Haie, ist bekannt, dass sie dem Tier Stabilität im Wasser verleiht und die ruckartigen Bewegungen der Schwanzflosse ausgleicht. Wie der Kiel eines Bootes sorgt sie dafür, dass der Hai eine stabile Schwimmlage einnehmen kann und nicht mit dem Bauch nach oben treibt.

Die Schwanzflosse ist - wie bei den meisten anderen Fischen - bei Haien das Antriebsorgan. Obwohl Größe und Form der Schwanzflosse zwischen den einzelnen Haiarten stark variiert, fällt auf, dass der obere Schwanzflossenlappen (oberer Lobus) wesentlich größer ausgeprägt ist als der untere. Diese asymmetrische Schwanzflossenform wird auch als heterozerkal bezeichnet und kommt beispielsweise auch bei Stören vor. Welchen hydrodynamischen Vorteil dieser offensichtliche Symmetriebruch für die Bewegung der Haie hat, ist noch weitgehend unklar.

Das Team um Wilga analysierte die Strömungswirbel, die durch die nach oben vergrößerte Schwanzflosse verursacht werden. Die Wissenschaftler führten ihre Untersuchungen an kleineren, 69 cm langen Dornhaien (Squalus acanthias) durch, eine der wenigen Arten, die in Gefangenschaft überleben. Um das von der Schwanzflosse erzeugte Strömungsmuster im klaren Wasser sichtbar zu machen, wurde das so genannte DPIV-Verfahren (DPIV: digital particle-image velocimetry, digitale Partikelbild-Geschwindigkeitsmessung) benutzt. Dazu wird das Wasser mit unzähligen winzigen Glaskügelchen angereichert, die so klein sind, dass sie mühelos durch die Kiemen der Haie strömen können. Jeder dieser Kugeln ist mit Silber beschichtet. Zur Beobachtung wird ein Laser benutzt, der einen breiten Strahl – ähnlich einem Blatt Papier – vertikal durch das Wasserbecken sendet. Durch den Schwanzschlag des Haifischs geraten die Kügelchen in Bewegung, wodurch sich die Reflexion des Laserlichts verändert. Die Strömungsmuster im Kielwasser des Fischs wurden mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgezeichnet.

Die Auswertung zeigte eine komplexere Wirbelbildung als sie von anderen Fischen mit symmetrischen Schwanzflossen bekannt ist. Die Flosse des Hais verdreht sich während des Schlags im oberen Teil um eine Achse, die in Bezug zur Schwimmrichtung eine Aufwärtsneigung aufweist. Es entstehen ringförmig ineinander gelagerte Wirbelzentren, die am oberen Ende miteinander verschmelzen. Zusammen produzieren diese beiden Wirbel einen effektiven Strömungsjet, der nach hinten und nach unten gerichtet ist, der erforderliche Rückstoß für den Antrieb des Tieres. Die Forscher vermuten, dass durch die abwärts geneigte Wirbelbildung auch die vertikale Manövrierfähigkeit des Tieres zunehmen könnte.

Das Team will jetzt untersuchen, inwieweit die Schwanzflosse tatsächlich der Höhenkontrolle dient. Die Wissenschaftler wollen jedoch nicht nur die Hai-Anatomie besser verstehen. Ein Vergleich mit Strömungsmuster, die entstehen, wenn Wasser aus Rohren mit schräger Öffnung herausgeschleudert wird, zeigte gute Übereinstimmung. Die Schwanzflosse des Hais wirkt beim Schlag, bei dem sich die beiden asymmetrischen Enden gegeneinander rollen, demnach wie ein Rohr mit schräger Öffnung auf das durchströmende Wasser. Das aufgezeigte Prinzip könnte zur Entwicklung besserer Antriebe und Steuermechanismen bei Schiffen und U-Booten beitragen.

Systematik

Man unterscheidet acht Ordnungen, die hier mit den zugehörigen Familien aufgeführt werden:

Bild:Hammerhai.jpg

Siehe auch: Systematik der Haie

Literatur

  • Alessandro de Maddalena, Frank Reckel: Haie im Mittelmeer. Biologie in unserer Zeit 33(4), S. 257 - 263 (2003), ISSN 0045-205X
  • Ralf Michael Hennemann: Haie & Rochen Weltweit, Hamburg 2001, IKAN-Unterwasserarchiv Frankfurt, ISBN 3-86132-584-5
  • Erich Ritter: Mit Haien sprechen, Kosmos-Verlag 2004, ISBN: 3440098079 (Ein umfassender Statusbericht über den aktuellen Wissenstand über die Körpersprache der Haie.)
  • Erich Ritter, Gerhard Wegner: Haiunfälle: Hintergründe verstehen - Gefahren erkennen, Kosmos-Verlag 2005, ISBN: 3440101711 (Das Buch enthält die neuesten Ergebnisse aus der Forschung und zeigt die Hintergründe der spektakulärsten Haiunfälle des letzten Jahrhunderts mit vielen Tipps und Hinweisen für Wassersportler bei der Begegnung mit einem Hai.)

Weblinks



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links