Hängebrücke
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Eine Hängebrücke ist eine Brücke bestehend aus zwei Pylonen über die zwei Tragseile geführt sind, an denen der Fahrbahnträger aufgehängt wird. Die Tragseile werden zu den Widerlagern geführt und dort in großen Ankerblöcken im Baugrund verankert.
Inhaltsverzeichnis |
Einsatz
Hängebrücken werden überwiegend zur Überbrückung breiterer schiffbarer Gewässer errichtet. Im Regelfall werden Eisenbahnbrücken wegen der Tendenz zu Schwingneigung und größeren Verformungen nicht als Hängebrücke ausgeführt.
Tragverhalten
Bild:Haengebr.png Der Fahrbahnträger wird mit Hängern an die zwei Haupttragseile gehängt. Damit stehen diese Seile unter Zugspannung. Dies verursacht durch die Umlenkung der Seile auf den Pylonen eine Druckkraft in den Pylonen, die diese in die Gründung weiterleiten. Die resultierende Zugkraft in den Tragseilen wird von der Endverankerung aufgenommen. Dafür werden bei echten Hängebrücken meist schwergewichtige Ankerblöcke verwendet. Im Gegensatz dazu werden bei den Schrägseilbrücken, auch als unechte Hängebrücke bezeichnet, die Tragseile im Fahrbahnträger verankert. Dies bewirkt Druckkräfte im Träger, welche von der Konstruktion aufzunehmen ist.
Entwicklung der Hängebrückenbauweise
Die moderne Form der Hängebrücke entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Den Anfang dieser Entwicklung machte Finley 1801 in den USA mit 21 Metern Spannweite. Die Hängesysteme bestand damals meist noch aus Kettengliedern. Daher werden die frühen Hängebrücken auch als Kettenbrücken bezeichnet. John Roeblings Weiterentwicklung des so genannten "Luftspinnverfahrens", welches ursprünglich von dem Franzosen Henry Vicat erfunden und 1831 vorgestellt wurde, führte zur weiten Verbreitung der Hängebrücken. Der Vorteil dieses Verfahrens, gegenüber der Verwendung von vorgefertigten Stahlkabeln oder Ketten, ist die geringere Belastung der Pfeiler während der Montage. Die Spannweite des Haupttragwerks konnte entscheidend vergrößert werden und ermöglichte den Bau von Brücken in zuvor nie gekannten Dimensionen. Roebling verhalf dieser Konstruktionsweise zunächst in Amerika und später auch in Europa zum endgültigen Durchbruch. Gegenüber Kritikern vertrat er energisch die Verwendung von Drahtkabeln an Stelle von Kettengliedern. Heute gibt es viele dieser Brücken. Eine Liste geordnet nach der Länge der Mittelspannweite zeigt heutige Hängebrücken und Schrägseilbrücken an:
Beispiele von Hängebrücken
Geplante Hängebrücken
In Planung ist die Brücke über die Straße von Messina, welche Italien und Sizilien verbinden soll. Sie wäre mit einer Hauptspannweite von 3300 Metern die größte Hängebrücke der Welt. Desweiteren gibt es Überlegungen die Straße von Gibraltar und die Sundastraße zu überbrücken. Diese Konstruktion hätten dann deutlich längere Mittelspannweiten zur Folge.



