Schriftzeichen

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Ein Schriftzeichen oder Graphem ist ein Symbol, das entweder einen Laut (Phonem) wie bei Alphabeten (Buchstabenschriften) oder eine Silbe wie bei Silbenschriften repräsentiert. Dann ist es ein Phonogramm und eine phonologische Schrift. Beispiele: Das lateinische oder griechische Alphabet und die japanische Katakana. Oder das Schriftzeichen ist ein Logogramm in einer ideographischen Schrift und stellt ein ganzes Wort bzw. eine Wortgruppe dar, also eine bedeutungstragende Einheit, ein Morphem. Beispiele: Die japanischen Kanji. Bei den Hieroglyphen (Ägypten) wiederum haben einzelne Zeichen nicht nur die Bedeutung als Laut, sondern teilweise auch als Determinativ. Darunter versteht man eine Bedeutungsgruppe wie z.B. die wellenförmige Schlangenlinie (Wasserwellen), die allgemein für Flüssigkeiten steht. Das Determinativ ist hierbei gewöhnlich das letzte Zeichen des Wortes.

Die Schriftzeichen stehen in einer durch Konventionen festgelegten Beziehung zu der Sprache, die sie repräsentieren.


Inhaltsverzeichnis

Graphem

Ein Graphem ist die kleinste funktionale Einheit des Schreibsystems (Orthographie, Graphematik/Graphemik) einer Schriftsprache.

Ein Graphem hat charakterististische Merkmale, die es von anderen Graphemen unterscheiden (graphematische Merkmale, z. B. die spitze Form des v, die es von der runden Form des u unterscheidet, oder auch die diakritischen Zeichen, die z. B. ein ö vom o unterscheiden). Ein Graphem wird in der Form unterschiedlich aussehender Buchstaben (Graphen bzw. Glyphen) realisiert, je nach Schriftart (Font, Schreib-/Druckschrift usw.) bzw. der Position im Wort oder im Satz. Man spricht dabei von Allographen bzw. Varianten eines Graphems. Unterschiedliche Buchstabenformen sind dann Allographen ein und desselben Graphems, wenn sie austauschbar sind, ohne die Bedeutung eines Wortes zu verändern. ɑ und a sind z. B. Allographe des Graphems a. Eine wichtige Grundvariation stellt die Unterscheidung in Groß- und Kleinbuchstaben dar: A und a sind ebenfalls Allographe des Graphems a, deren Verteilung bestimmten Regeln folgt.

Beispiele für Graphem-Phonem-Korrespondenzen im Deutschen

Dem Graphem h entspricht üblicherweise das Phonem /h/. Es bezieht sich aber auf kein Phonem, wenn es bestimmten anderen Graphemen folgt: ch, ph, th, uh usw. (In diesen Fällen modifiziert es entweder nur die Aussprache des vorangehenden Graphems: ch, ph, oder es ist einfach stumm: th, oder es macht die Aussprache des vorangehenden Graphems eindeutig: uh.) Man nennt ch, ph, th, uh, usw. Digraphen oder Digrapheme, da zwei aufeinanderfolgende Grapheme mit einem Phonem korrespondieren.
Umgekehrt korrespondiert z. B. das Graphem z mit einer Phonemfolge (/ts/) (vgl. auch Konsonantencluster).

Ein Graphem kann mehreren Phonemen entsprechen, z. B. b den Phonemen /b/ (Erbe) und /p/ (Erbse), oder v den Phonemen /f/ (Vater) und /v/ (Vulkan).

Umgekehrt können einem Phonem unterschiedliche Grapheme entsprechen, z. B. dem stimmlosen /s/ (ß-Laut) die Grapheme ß (Fuß) und s (Erbse), oder dem stimmlosen /f/ die Grapheme f, v und die Graphemkombination (vgl. auch Konsonantencluster) ph (-graph- neben -graf-).


Logogramm

Ein Logogramm (von griechisch lógos - Wort, gráphein - schreiben) ist ein einzelnes schriftliches Zeichen, das ein Wort bzw. eine bedeutungstragende Worteinheit darstellt und dem ein oder mehrere definierte Lautkomplexe (phonemische Komplexe) zugeordnet sind.

Ein Logogramm kann ein Piktogramm (eine grafische Vereinfachung, ein Bildsymbol) oder ein Ideogramm (eine Zusammensetzung von Bildsymbolen bzw. von Symbolen ohne Bildcharakter) sein oder eine Zusammensetzung aus Pikto- oder Ideogramm mit einem oder mehreren Phonogrammen. Dafür ist die japanische Schrift ein Beispiel, wo ein Logogramm aus einem Kanji und einem oder einigen Zeichen der Silbenschrift bestehen kann.

Die meisten chinesischen Schriftzeichen werden als Logogramme eingestuft. Beispiele für moderne westliche Logogramme sind die Zahlen oder auch das Kaufmanns-Und & oder das @-Zeichen, das für englisch "at" verwendet wird.

Verglichen mit alphabetischen Systemen haben Logogramme den Nachteil, dass man von ihnen sehr viele benötigt, um die einzelnen Wörter darzustellen. Ein Vorteil ist, dass man die Sprache des Verfassers nicht zu kennen braucht, um sie zu verstehen - jeder versteht, was "1" bedeutet, egal ob man nun eins, one, uno oder ichi sagt; ebenso können sich Chinesen, die unterschiedliche chinesische Dialekte sprechen, manchmal sogar Chinesen und Koreaner oder Japaner miteinander schriftlich verständigen, obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprechen.

Beispiele

Folgende Schriften sind größtenteils logografisch

Logografisch sind zahlreiche symbolische Fachsprachen aufgebaut:

  • Symbolik der Mathematik einschließlich Zahlensystem mit arabischen Ziffern
  • chemische Formelsprache
  • physikalische Formelsprache

Ideogramm

In einer ideographischen Schrift (auch: ideografisch) stellt jedes Symbol (Ideogramm, von griechisch idéaGestalt, Form, Erscheinung, gráphein – schreiben) eine bestimmte Bedeutung dar. Vereinfacht kann man sagen, dass ein Zeichen einem Wort entspricht. Reine ideographische Schriften sind sehr selten; sie enthalten meistens auch andere Elemente. Die ägyptische und sumerische Schrift sind eine Mischung aus piktographischen, ideographischen und sprachlichen Elementen. Das trifft auch zu für die chinesische Schrift, die aus einer ideographischen Schrift entstand, sich jedoch bald zu einer logographischen Schrift entwickelte.

Ein Ideogramm ist ein Schriftzeichen, das einen ganzen Begriff darstellt und dabei symbolische Zeichen für abstrakte Begriffe verwendet oder sich aus zwei oder mehreren Piktogrammen zusammensetzt.

„Ideogramm“ ist nicht zu verwechseln mit Idiogramm (graphische Darstellung der Chromosomen).


Beispiele für Ideogramme aus der chinesischen bzw. japanischen Schrift:

„Baum“ (Piktogramm) und „Mensch“ (Piktogramm) ist „ruhen“ (Ideogramm)
„Baum“ (Piktogramm); „Wald“ (Ideogramm); „großer Wald“ (Ideogramm)
„über“ (Ideogramm)
„unter“ (Ideogramm)


siehe auch


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