Grüner Knollenblätterpilz

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Grüner Knollenblätterpilz
Bild:Amanita phalloides 1.JPG
Systematik
Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse: Hutpilze (Agaricomycetidae)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Dachpilzartige (Pluteaceae)
Gattung: Wulstlinge (Amanita)
Art: Grüner Knollenblätterpilz
Wissenschaftlicher Name
Amanita phalloides
(Vaill. ex Fr.) Link

Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) ist der für die meisten Pilzvergiftungen mit tödlichem Ausgang verantwortliche Pilz. Er wird häufig verwechselt mit Grünlingen und grünen Täublingsarten.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Ein sicheres Merkmal, das die Knollenblätterpilze von essbaren Arten unterscheidet, ist der Stiel, der immer in einer in der Erde verborgenen Hülle steckt. Der Stiel von Champignons, Grünlingen und Täublingen ist dagegen immer ohne Hülle beziehungsweise Scheide. Auch die Lamellen sind bei den Knollenblätterpilzen immer weiß, während sie bei den Champignons je nach Art rosa bis dunkelbraun sein können.

Kurzbeschreibung

  • Hut: 5-15 cm breit, glatt, jung von weißer Hülle umgeben, später aufschirmend, dunkelolivgrün, auch heller.
  • Lamellen: Engstehend, weiß.
  • Stiel: 5-15 (<18) cm hoch, olivgrün genattert auf weißem Grund. Basis dick-knollig mit weißer Scheide, Ring deutlich gerieft.
  • Fleisch: Weiß, Geruch süßlich.
  • Vorkommen: Ab Ende Juli, Buchen- und Eichenwälder in Gruppen oder einzeln.

Giftigkeit

Die tödliche Dosis des Knollenblätterpilz-Gifts Amanitin liegt beim Menschen bei 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, für eine 70 Kilogramm schwere Person also bei etwa 7 Milligramm. Diese Substanzmenge ist bereits in weniger als 35 Gramm Frischpilz enthalten. Weil ein ausgewachsener Fruchtkörper durchaus 50 Gramm oder mehr wiegen kann, kann daher schon ein einzelner verspeister Pilz tödlich giftig sein.

Die ersten Symptome (Brechdurchfälle) nach einer Vergiftung treten in der Regel erst nach acht bis zwölf Stunden auf - zu spät, um noch durch Magenauspumpen wirksam eingreifen zu können. Bei den Giften des grünen Knollenblätterpilzes handelt es sich hauptsächlich um verschiedene zyklische Polypeptide: Die Amanitine (α-Amanitin, β-Amanitin, γ-Amanitin) und Phallotoxine (Phalloin, Phalloidin, Phallicin, Phallacidin). Seltener erscheinen Symptome nach zwei bis sieben oder dreizehn bis sechsunddreißig Stunden. Sie klingen danach für zwei bis drei Tage wieder ab, um sich dann ca. fünf Tage nach dem Verzehr zu einem kompletten Leberversagen zu entwickeln. Der Tod tritt meist etwa zehn Tage nach dem Verzehr ein. Die einzige mögliche Rettung ist eine Leber-Transplantation. Ironischerweise liefert der grüne Knollenbätterpilz das Gegengift Antanamid selbst, allerdings in zu geringen Mengen, um die Giftwirkung auszugleichen.


Das berühmteste Opfer des Giftpilzes war Papst Klemens VII..

Die Toten Hosen haben diesem Pilz auf dem Album Auswärtsspiel das Lied Amanita phalloides gewidmet.

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