Giulio Andreotti

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Giulio Andreotti (* 14. Januar 1919 in Rom) ist ein italienischer Politiker.

Er gehörte den Christdemokraten (Democrazia Cristiana; DC) an. Andreotti war insgesamt an 33 Regierungen (von 59 nach 1945, Stand 2004) beteiligt und dabei siebenmal italienischer Ministerpräsident. Dabei stellte er den Rekord der kürzesten und der zweitkürzesten Amtperiode mit 8 bzw. 10 Tagen auf. Er wurde vom italienischen Parlament zum Senator auf Lebenszeit ernannt.

Nach einem Studium der Rechtswissenschaften war er seit 1944 enger Mitarbeiter des späteren Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi. 1946 wurde er Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung. 1947 wurde er erstmalig zum Mitglied der Deputiertenkammer gewählt. Dort war er 1968 Fraktionsvorsitzender der DC, sowie 1979 bis 1983 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten.

Wichtigste Ministerämter:

  • 1954 Innenminister
  • 19551958 Finanzminister
  • 1958–1959 Schatzminister
  • 1959–1966 Verteidungsminister
  • 1966–1969 Industrieminister
  • 19831989 Außenminister

Italienischer Ministerpräsident:

Verwicklung mit der Mafia

Andreotti konnte achtundzwanzigmal die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität abwehren, erst der neunundzwanzigste Versuch führte zur Aufhebung. 1993 erste Prozesse wegen Andreottis angeblicher Mafiabegünstigungen. Der erste Prozess um die Ermordung des Journalisten Mino Pecorelli am 20. März 1979 endete im September 1999 nach drei Jahren mit einem Freispruch. In zweiter Instanz wurde Andreotti am 17. November 2002 in Perugia zu 24 Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde in der Berufungsverhandlung am 2. Mai 2003 in Palermo aufgehoben, unter anderem wegen Verjährung.

Unstrittig ist, dass Andreotti in seiner Zeit als führender italienischer Politiker Kontakte zur Mafia hatte. So traf er sich 1987 mit Salvatore Riina, dem damals mächtigsten sizilianischen Mafioso, der seit eineinhalb Jahrzehnten flüchtig war und für etwa 1000 Morde verantwortlich sein soll.

Andreotti gilt als prominentestes Symbol der Verstrickung der italienischen Nachkriegspolitik und besonders der Democrazia Cristiana mit organisiertem Verbrechen und anderen dunklen Geschäften und der daraus folgenden Ausbeutung des Staates für private Interessen.

Zitate

  • Die Macht verschleißt nur den, der sie nicht hat.

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Giulio Andreotti – Bilder, Videos oder Audiodateien




Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links