Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

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Die Parole Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (französisch: liberté, égalité, fraternité) tauchte erstmals in etwas anderer Form 1793 aufgrund eines Beschlusses des Direktorium in Paris, auf alle Häuser die Parole "Unite; Indivisibilite de la Republique, Liberté, Egalité, Franternité ou la mort"(Übersetzung siehe weiter unten), auf.

Unter Napoleon III. wurde über 50 Jahre nach der Französischen Revolution "Liberté, Egalité, Franternité zur Parole der Französischen Revolution erklärt. Das tatsächliche Motto der Französischen Revolution war "Freiheit, Gleichheit, Eigentum". Nachdem sie mehrmals in Frage gestellt worden war, setzte sie sich schließlich unter der III. Republik durch. Sie wurde in der Verfassung von 1958 verankert und ist heute Teil des nationalen Erbes Frankreichs. Die Begriffe "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit", die Fénelon Ende des 17. Jahrhunderts miteinander in Verbindung brachte, erlangten während der Phase der Aufklärung große Verbreitung. Während der Französischen Revolution war "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" eine der zahlreichen Losungen, auf die man sich berief. In einer Rede über die Organisation der Nationalgarden sprach sich Robespierre im Dezember 1790 dafür aus die Worte "Das französische Volk" und "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" auf die Uniformen und die Flaggen zu schreiben; sein Vorhaben wurde jedoch nicht angenommen. 1973 begannen die Pariser folgende Worte auf ihre Hausfasaden zu schreiben: "Einheit, Unteilbarkeit der Republik; Freiheit, Gleichheit oder Tod", was die Bewohner der anderen Städte rasch nachahmten. Sie wurden jedoch bald aufgefordert, den letzten Teil dieser Aufschrift zu entfernen, da er zu sehr an die Schreckensherrschaft erinnerte.

Wie viele Symbole der Revolution geriet auch diese Devise unter dem Empire in Vergessenheit. Während der Revolution von 1848 wurde sie wieder aufgegriffen und erhielt nunmehr eine religiöse Komponente: die Priester feierten den Christus der Brüderlichkeit und segneten die Freiheitsbäume, die zu dieser Zeit gepflanzt wurden. Bei der Abfassung der Verfassung von 1848 wurde die Devise "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" zu einem "Grundsatz" der Republik erhoben.

Vom Zweiten Empire gemieden, setzte sie sich schließlich unter der 3. Republik durch. Es machte sich allerdings noch etwas Widerstand breit, selbst bei den Anhängern der Republik: "Solidarität" wurde zuweilen "Gleichheit" vorgezogen, die eine soziale Nivellierung beinhaltete, während die christliche Konnotation der Brüderlichkeit nicht auf allgemeine Zustimmung stieß.

Anläßlich der Feierlichkeiten zum 14. Juli 1880 erschien die Devise wieder auf den Giebeln der öffentlichen Gebäude. Sie wurde in die Verfassungen von 1946 und 1958 aufgenommen und ist heute fester Bestandteil des nationalen Erbes Frankreichs. Sie ist auf den in Umlauf befindlichen Gegenständen zu lesen, wie beispielsweise auf den Geldmünzen oder den Briefmarken. {{}}



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