Franctireur
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Francs-tireurs ("franktiröhr" v. französ. franc frei; tireur Schütze) waren die während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 aufgestellten französischen Freikorps.
Die Francs-tireurs bestanden neben den Linientruppen und den Mobilgarden und dienten zur Führung des so genannten kleinen Krieges. Bereits zu der Zeit als Marschall Niel die Reorganisation des französischen Heerwesens vorbereitete, bildeten sich in Frankreich Schützengesellschaften unter dem Namen "Sociétés des Franc-tireurs", die sich mit guten Hinterladern gleichmäßig bewaffneten und regelmäßige Waffenübungen abhielten.
Solche Gesellschaften bildeten sich in größerer Zahl in den Departements Aisne, Meurthe, Moselle, Vosges, Haut-Rhin und Bas-Rhin. Sie blieben jedoch, entgegen dem Wunsch der Regierung, völlig unabhängig und ohne Verbindung mit der Armee. Beim Einmarsch der deutschen Truppen rief ein Dekret des Kaisers Napoleon III. die Franc-tireurs zu den Waffen, ein Regierungserlaß des Kriegsministers vom 29. September unterstellte sie seiner Befehlsgewalt und durch das Dekret vom 4. November 1870 wurden sie den Armeekorps oder den Territorialdivisionen zugewiesen.
Die Francs-tireurs kämpften meist aus dem Hinterhalt gegen Transporte und die der Armee folgenden Nachschübe aller Art, gegen schwächere Abteilungen der Besatzungstruppen, gegen Eisenbahnzüge und auch gegen Patrouillen der Kavallerie, wodurch deren Aufklärung erschwert wurde. Sie waren anfangs ohne jeden festeren Zusammenhalt, besaßen keine Uniform und hatten keine militärische Disziplin. Sie besaßen keine geordnete Nachschubeinrichtung und lebten deshalb von Requirierung und Plünderung, weshalb sie bald zum Schrecken im eigenen Land wurden.
Als Gambetta Mitte September 1870 zur allgemeinen Erhebung gegen die deutschen Truppen aufrief, nahm ihre Zahl bedeutend zu und nötigte die Deutschen wiederum zur Entsendung stärkerer Abteilungen, wodurch die eigentliche Feldarmee bedeutend geschwächt wurde. Den Francs-tireurs glückten dennoch mehrfach Überfälle und Zerstörungen von Eisenbahneinrichtungen, wie am 22. Januar 1871 bei Fontenay-sur-Moselle, wobei die Brücke über die Mosel gesprengt und die sehr wichtige Bahnlinie für mehrere Wochen unterbrochen wurde.
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