Olivin
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| Olivin | |
| Chemismus | (Mg, Fe)2SiO4 |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse | D2h |
| Farbe | gelbgrün, gelbbraun bis schwarz |
| Strichfarbe | weiß |
| Härte | 6,5 bis 7 |
| Dichte | 3,2 bis 4,4 |
| Molmasse (Forsterit) | 140,71 |
| Molmasse (Fayalit) | 203,78 |
| Glanz | Glas-, Fettglanz |
| Opazität | durchsichtig bis durchscheinend |
| Bruch | muschelig, spröd |
| Spaltbarkeit | unvollkommen |
| Habitus | prismatisch, diktafelig |
| häufige Kristallflächen | ___ |
| Zwillingsbildung | häufig |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindices (Forsterit) | 1,636 - 1,772 |
| Brechungsindices (Fayalit) | 1,731 - 1,875 |
| Doppelbrechung (Forsterit) | 0,0330 - 0,0420 |
| Doppelbrechung (Fayalit) | 0,0420 - 0,0510 |
| Pleochroismus | ___ |
| optische Orientierung | ___ |
| Winkel/Dispersion der optischen Achsen (Forsterit) | 2vz ~74 - 90° / r < v oder r > v |
| Winkel/Dispersion der optischen Achsen (Forsterit) | 2vz ~ 47 - 74° / schwach r > v
|
| weitere Eigenschaften | |
| Schmelzpunkt (Forsterit) | 2163 K |
| Schmelzpunkt (Fayalit) | 1490 K |
| chemisches Verhalten | ___ |
| ähnliche Minerale | Tephroit |
| Radioaktivität | nicht radioaktiv |
| Magnetismus | nicht magnetisch |
| besondere Kennzeichen | ___ |
Olivin (von lateinisch oliva: Olive) ist eine Sammelbezeichnung für Silikat-Minerale, die im Wesentlichen die chemische Zusammensetzung (Mg,Fe)2SiO4 haben. Sie bilden eine Mischkristallreihe. Natürlicher Olivin enthält zudem noch geringe Mengen Nickel, das Mg bzw. Fe substituiert. Die Klammerung bedeutet, dass Eisen und Magnesium in beliebigem Verhältnis zueinander auftreten können, aber jeweils zwei Metallatome auf eine Silikateinheit SiO4 kommen. Die so genannten Endglieder des Olivins sind der dichtere eisenreiche Fayalit Fe2SiO4 und der magnesiumreiche Forsterit Mg2SiO4, benannte Zwischenglieder sind Hyalosiderit und Hortonolith, die aber keine eigenständigen Minerale darstellen. Klare und große Olivinkristalle sind geschätzte Schmucksteine und werden als Peridot oder Chrysolith bezeichnet. Olivine kristallisieren im orthorhombischen Kristallsystem, haben eine Härte zwischen 6,5 und 7, eine im reinen Zustand gelbgrüne, sonst auch gelbbraune bis schwarze Farbe und weiße Strichfarbe. Die Kristalle sind meist prismatisch oder tafelig.
Inhaltsverzeichnis |
Vorkommen
Olivine sind die häufigsten Silikate und gesteinsbildende Minerale. Sie bilden den Hauptbestandteil des oberen Erdmantels, wo Mg und Fe im Olivin etwa im Verhältnis 9:1 stehen, und entstehen in basischen intrusiven magmatischen Gesteinen wie Gabbro oder Peridotit, aber auch in extrusiven wie dem Basalt. Dunit ist ein intrusives Gestein, das fast ausschließlich aus Olivin besteht und in dem bis zu 15 cm grose Forsteritkristalle gefunden wurden. Durch Metamorphose entsteht Olivin als Forsterit aus dolomitreichem Kalkstein; umgekehrt bilden sich durch Verwitterungsprozesse und durch Kontakt mit mineralreichen hydrothermalen Lösungen Serpentine aus Olivin. Die Erosion von Basaltlava führt an manchen Stellen zur Entstehung dunkelgrüner Olivinsande. Schließlich kommt Olivin auch in einer Gruppe der Stein-Eisen-Meteorite, den Pallasiten vor. Die Olivinkristalle sind hier in eine Nickel-Eisen-Matrix eingebettet. Im oberen Mantel durchläuft Olivin zwei Phasenumwandlungen, durch die er in Hochdruckformen transformiert wird: in ca. 410 km Tiefe wird der Olivin zu Wadsleyit ("modifizierter Spinell", oft mit β bezeichnet), und in ca. 520 km Tiefe geht dieser in Ringwoodit ("Spinell", oft mit γ bezeichnet) über; die Bezeichnung "Spinell" bezieht sich hier nur auf die Kristallstruktur und ist nicht mit dem eigentlichen Mineral Spinell zu verwechseln. An der Grenze zwischen oberem und unterem Mantel in 660 km Tiefe zerfällt Ringwoodit schließlich in Perovskit (Mg,Fe)SiO3 und Magnesiowüstit (Mg,Fe)O. Insbesondere die Phasengrenzen bei 410 und 660 km werden mit markanten seismischen Diskontinuitäten, an denen Erdbebenwellen reflektiert bzw. gebrochen werden, in Verbindung gesetzt und definieren somit die Mantelübergangszone.
Verwendung als Rohstoff
Die besonders reine, transparent-grüne Variante des Olivins, der Peridot, und der Chrysolith finden als Schmucksteine Verwendung. Normaler Olivin wird bei der Herstellung hitzeresistenter Gläser genutzt.
Geschichte
Peridot wird schon seit dem 15. Jahrhundert v. Chr. auf der Insel Zebirget (Zabargad) im roten Meer abgebaut. Er wurde in Europa hauptsächlich durch die Kreuzzüge bekannt. Erst im Jahre 1772 wurde normaler Olivin als eigenständiges Mineral erkannt - ausgerechnet in einem Meteoriten.
Siehe auch: Liste von Mineralen



