Footbag

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Bild:Säckchen.jpg Footbag ist ein Sport, bei dem ein kleines reis- oder granulatgefülltes Stoffsäckchen allein oder zu mehreren mit Beinen und Füßen gespielt wird. Der Ball, nach dem Markennamen einer amerikanischen Firma fälschlicherweise auch "Hacky-Sack" genannt, hat ungefähr einen Durchmesser von fünf Zentimetern und ist aus einigen Stofflappen zusammengenäht. Dies kann aber je nach Ball unterschiedlich sein. Auch die Anzahl der Stofflappen (panels) und die Menge der sich im Ball befindlichen Füllung schwankt und ist teilweise ausschlaggebend für bestimmte Spielmodi und Schwierigkeitsgrade.

Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte des Footbag

Schon vor 4.000 Jahren wurden in Asien erste Formen des heutigen Footbag gespielt. Es ging darum, den Ball mit den Beinen, den Schultern und dem Kopf in der Luft zu halten. Auch von den Maya sind uns solche Ballspiele bekannt. Die heutige Disziplin "Netz" wurde schon von den Japanern und Chinesen gespielt. Dies hatte sich aus alten Kampfsportübungen der Asiaten, bei welchen der Ball als Kopf des Gegners gesehen und getroffen werden musste, entwickelt.

Footbag an sich wurde in den 1970er Jahren von den US-Amerikanern John Stalberger und Mike Marshall als Zeitvertreib erfunden. Stalberger hatte kurz davor eine Knieoperation und suchte nach einer einfachen Trainingsmöglichkeit. Es ging lediglich darum, den Ball (damals noch eine zusammengenähte Socke, die mit Reis gefüllt war) so lange wie möglich, ob nun alleine, zu zweit oder in der Gruppe, nur mit den Füßen in der Luft zu halten, das Spiel nannten sie Hack the Sack. Mitte der 1970er Jahre folgte der internationale Durchbruch im Spiel- und Sportmarkt.

Heutzutage gibt es die jährlichen Footbag World Championships bei denen die besten Footbagger in mehreren Disziplinen gegeneinander antreten.

Die Disziplinen

Circle

Hier geht es darum, mit mindestens zwei Spielern den Ball einfach so lange wie möglich (mit allen Körperteilen außer den Händen) in der Luft zu halten. Goldene Regel: Die Schwerkraft siegt immer.

Foursquare

Spielvariante, die man häufig in den USA auf Schulhöfen oder Plätzen beobachten kann. Das Spielfeld ist Quadrat, dass in vier Kleinere (gleich große) geteilt wird. Der Spieler im "letzen" Spielfeld wirft einem der Anderen den Footbag zu und startet somit das Spiel. Dabei scheidet der Spieler aus, der den Bag in seinem Spielfeld liegen hat, oder ihn aus dem Spielfeld befördert - dann rücken alle eins auf, und ins erste Spielfeld kommt ein neuer Spieler. Punkten kann nur der Spieler im letzen Spielfeld - und zwar immer, wenn ein anderer Spieler ausscheidet.

Dance

Einzige Regel: Es gibt keine Regeln (außer die vom Circle). Dance hat sich als Gegenstück zu den Regelstarken Footbagvarianten entwickelt, die von der World Footbag Association unterstützt werden. Wie der Name schon sagt, geht es darum, in einem Rhythmus mit den anderen zu spielen, der einem Tanz gleicht.

Consecutive

Es geht darum, den Ball so oft und so lange wie möglich (alleine oder zu zweit) in der Luft zu halten. Der Rekord im zeitlich unbeschränkten "Kicken" liegt bei 63.326 Berührungen (!) des Bags mit dem Fuß. Außerdem gibt es das sogenannte timed consecutive, wo es gilt in einer bestimmten Zeit möglichst viele Berührungen zu erreichen.

Golf

Der Name sagt alles: Wie beim Golfen werden Ziele ausgesucht, in die der Bag gekickt werden muss. Dabei darf er natürlich aus den Händen fallen gelassen werden, muss also nicht mit dem Fuß direkt vom Boden gekickt werden.

Netz

Footbag übers Netz wird auf einem Badminton Feld gespielt: jede Seite ist ca. 6 mal 6 Meter groß und die Netzhöhe beträgt 1,52 m. Der Netz-Footbag ist im Gegensatz zum Freestyle-Footbag möglichst rund und hart und hat einen Durchmesser von etwa 6 cm. Der Footbag darf nur unterhalb des Knies gekickt werden, alle anderen Kontakte mit dem Körper werden als Body-Foul bezeichnet. Berührt ein Spieler das Netz handelt es sich um ein Net-Foul. Berührt ein Spieler den Gegner auf dessen Spielfeldseite handelt es sich um ein Contact-Foul.

Es gibt zwei Netz-Disziplinen: Doppel und Einzel. Beim Doppel dürfen die beiden Spieler eines Teams den Ball maximal dreimal berühren, um diesen letztlich ins Spielfeld des gegnerischen Teams zu kicken. Beim Einzel darf der Spieler den Ball hingegen nur zweimal berühren. Gespielt wird um Punkte: Entweder wird ein Gewinnsatz bis 15 Punkte gespielt oder zwei Gewinnsätze bis 11 bzw. 15 Punkte. Nur das Team, das die Angabe macht, kann Punkten. Gewinnt das gegnerische Team den Ballwechsel kommt es zu einem Angabenwechsel. Die Angaben (Serves) erfolgen von der Grundlinie aus diagonal ins gegenerische Feld.

Die besondere Kunst beim Netz-Footbag liegt vor allem in Saves, Sets und Spikes: Als Save bezeichnet man einen Kick, der einen Ball vor dessen Auftreffen auf dem eigenen Spielfeld nach oben befördert und damit den Ball "im Spiel hält". Sets sind meist hohe, parabelförmige Vorlagen für den Teampartner (im Doppel) oder für sich selbst (im Einzel), die zu einem Spike führen können. Spikes sind Schmetterbälle verschiedenster Art. Dabei wird der Ball oberhalb der Netzkante, also auf einer Höhe von 1,50 bis 2 Meter möglichst hart ins gegnerische Feld gekickt.

Als verwandte Sportarten wären zu nennen das in Südostasien weitverbreitete Sepak Takraw sowie das vor allem in China gespielte Fußfederball.

Freestyle

Hier sind die Wurzeln des Footbag. Wie man schon der wörtlichen Übersetzung Freistil entnehmen kann, ist hier alles und überall erlaubt. Dieser Modus wird sowohl bei Meisterschaften als auch auf Straßen, Plätzen und Schulen gespielt und ist damit eine der vielseitigsten Disziplinen. Hier finden auch Tricks ihre Anwendung, wie zum Beispiel das Auffangen (stall bzw. delay).

In den Meisterschaften gilt es, eine Choreographie zu einem selbst gewählten Musikstück vorzuführen. Folglich zeigen die Freestyler im Rhytmus meist Solo oder im Doppel diverse Tricks. Beurteilt werden sie nach Schwierigkeitsgrad der gestandenen Tricks, dem Zusammenspiel mit der Musik und der Gesamtchoreographie von einer Jury.

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