Fichten

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Fichten
Bild:GemeineFichte.jpg
Systematik
Abteilung: Nadelholzgewächse (Pinophyta)
Klasse: Pinopsida
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Piceoideae
Wissenschaftlicher Name
Picea
A.Dietr.

Bild:Koeh-105.jpg Bild:Picea pungens branch.jpg Bild:Picea mariana cones.jpg Bild:Fichteqringrp.jpg Fichten (Picea) sind eine Gattung von Nadelbäumen in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Am bekanntesten ist die Gewöhnliche Fichte (Picea abies), die wegen ihrer schuppigen, rotbraunen Rinde fälschlicherweise auch als "Rottanne" bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Sie kommen im größten Teil der nördlichen Erdhalbkugel, mit Ausnahme von Afrika, vor.

Beschreibung

Habitus

Fichten sind immergüne Nadelbäume, unter bestimmten Klimabedingungen wachsen sie auch strauchförmig. Als Flachwurzler findet eine Fichte noch in dünner Bodenkrume zwischen Felsbrocken ihren Halt, doch bei heftigem Sturm wird sie auch relativ schnell entwurzelt.

Einzeln stehende Fichten besitzen je nach Herkunft eine pyramiden- bis säulenförmige Krone. Die Kronenform ist eine Anpassung an die winterliche Schneeauflage - eine säulenförmige Krone bietet eine höhere Photosyntheseleistung, birgt aber eine höhere Gefahr von Schneebruch. Die Zweige reichen bis fast zum Erdboden. In geschlossenen Fichtenbeständen sterben die unteren Äste allerdings ab.

Blätter

Die Blätter sind als 1 bis 2 cm lange, deutlich vierkantige Nadeln ausgebildet, die auf der Ober- und Unterseite dunkelgrün, teilweise blaugrün, gefärbt sind. Sie werden einzeln am Zweig gebildet - nicht wie bei beispielsweise Kiefern zu mehreren an Kurztrieben. Sie fallen nach 5 bis 8 Jahren ab; eine neue Generation Nadeln bildet sich jedes Jahr an der Zweigspitze.

Zapfen und Samen

Fichten sind einhäusig getrenntgeschlechtig, es gibt weibliche und männliche Zapfen an einem Baum. Die Zapfen hängen im reifen Zustand nach unten (ein Unterscheidungsmerkmal zu Tannen), sind braun bis schwarzbraun gefärbt und je nach Art zwischen 1 und 20 cm lang und 0,5 bis 2 cm dick. Sie werden als Ganzes abgeworfen. Die Samen sind geflügelt.

Holz

Sehr ausgeprägt sind bei der Fichte die Jahresringe. Im Frühjahr, am Anfang der Wachstumsperiode, wachsen sie hell, und je weiter die jährliche Wachstumsperiode weiterschreitet, desto dunkler werden sie. Jeder Jahresring sagt auch etwas über den Standort und die Wuchsbedingungen im jeweiligen Jahr aus. Die Fichte gehört zu den Reifholzbäumen.

Nutzung

Bild:Fichte Holz.JPG Bild:Fichtennadel.jpg Wegen ihres raschen Wuchses werden einige Fichtenarten als Nutzholz angepflanzt; sie liefern Holz für den Bau (Balken, Bohlen, Bretter, Kanthölzer, Dickholz) oder für Möbel (Leimholz, Mittellagen für Tischlerplatten, Unterkonstruktionen). Schönes Fichtenholz kann auch im Möbel- und Innenausbau benutzt werden.

Feinjähriges, astloses Fichtenholz von besonderen Standorten ist als Klangholz im Musikinstrumentenbau begehrt, beispielsweise als Decken für Geigen und Gitarren und als Resonanzboden bei Klavier und Cembalo.

Bei Durchforstungen anfallendes Schwachholz sowie klein- und langsamwachsende Arten finden Verwendung in der Platten- und Zellstoffindustrie. Junge Bäume werden auch als Weihnachtsbäume und deren Zweige als Tannengrün genutzt, obwohl sie ihre Nadeln schnell abwerfen. Überhaupt ist fälschlicherweise im allgemeinen Sprachgebrauch mit dem weihnachtlichen Tannenbaum meist die Fichte gemeint.

Aus den Fichtennadeln gewinnt die Parfümindustrie auch das Fichtennadelöl, das durch Wasserdampfdestillation aus frischen Nadeln, den nadeltragenden Zweigen und kleinen Ästen gewonnen wird. Um 1 kg Fichtennadelöl herzustellen, benötigt man etwa 500 kg Fichtennadeln. Der Duft ist spezifisch, harzig-würzig und kräftig-ausstrahlend. Aus dem Saft heimischer Fichten synthetisierte Wilhelm Haarmann im Jahr 1874 erstmals das Vanillin.

Arten

Die Gattung Picea umfasst etwa 30 bis 35 Arten (Auswahl):

Beachte

Die am bodenliegenden Zapfen, die meistens "Tannenzapfen" genannt werden sind Fichtenzapfen, denn Tannen (Abies) werfen ihre Zapfen nicht als Ganzes ab.

Weblinks


Siehe auch: Tannen, Weißtanne, Kiefern, Nadelholzgewächse, Nacktsamige Pflanzen, Borkenkäfer, Holz



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links