Fernheim

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Fernheim ist eine Mennoniten-Kolonie im Chaco von Paraguay. Sie wurde zwischen 1930 und 1932 von Mennoniten, die aus Russland geflohen sind, gegründet. Zentrum dieser Kolonie ist das Städtchen Filadelfia (Philadelphia).

Die Einwanderung fand unter denkbar schwierigen Umständen statt. Das Einwanderungsgebiet, das die paraguayische Regierung zur Verfügung gestellt hat, war bis dahin noch unerschlossen. Der Zugang war äußerst mühsam: zunächst musste mit einem Flussdampfer den Paraguay-Fluss bis Puerto Casado hinauf gefahren werden, von wo aus eine Schmalspurbahn der Casado-Gesellschaft ca. 150 km nach Westen in den Chaco-Busch hinein ging. Von dort war es noch eine mehrere Tage lange Fahrt mit dem Ochsenkarren in das Siedlungsgebiet. Erst 1956 wurde mit dem Bau der Trans-Chaco-Straße von Asunción nach Filadelfia begonnen.

Wirtschaftliche Grundlage der Kolonie Fernheim ist die Landwirtschaft und die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte. Die wichtigsten Produkte sind Baumwolle, Erdnüsse, Rindfleisch, Milch und Milchprodukte.

Nach der Kolonie Menno war Fernheim die zweite Mennoniten-Kolonie in Paraguay.

Literatur

  • Heinrich Duerksen (Hrsg.): 50 Jahre Kolonie Fernheim. Ein Beitrag in der Entwicklung Paraguays, Filadelfia, Kolonie Fernheim, 1980
  • Kai Rohkohl: Die plautdietsche Sprachinsel Fernheim, Caco (Paraguay), Elwert, Marburg, 1993, ISBN 3-7708-1020-1


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