Fabian Gottlieb von Bellingshausen

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Fabian Gottlieb Thaddeus (Faddej Faddejewitsch) von Bellingshausen (russ.: Беллингсгаузен, Фаддей Фаддеевич) (* 20. September 1778 in Lahetaguse auf Ösel, heute die estnische Insel Saaremaa; † 13. Januar 1852 (andere Quelle: 15.01.1852) in Kronstadt war ein deutscher Seefahrer und Offizier in russischen Diensten.

Leben und Werk

Bild:Fabian Gottlieb von Bellingshausen.jpg Geboren auf einer estnischen Insel, begann Bellingshausen bereits 1789 mit 11 Jahren seine militärische Laufbahn als Kadett an der Marine-Kadettenschule in Kronštadt. Im Jahr 1796 machte er seine erste Seereise nach England. 1797 trat er als Fähnrich zur See in die russische Flotte ein. 1803 bis 1806 diente er auf dem Schiff Nadežda und nahm er an der ersten russischen Weltumseglung unter A. J. von Krusenstern (Ivan Kruzenštern) teil. Nach der Reise wurde er zum Kapitänleutnant befördert und war Kommandant verschiedener Schiffe der russischen Baltischen Flotte und der Schwarzmeerflotte.

1819 wurde er mit der Leitung der vom russischen Zaren Alexander I. initiierten ersten russischen Expedition in die Südpolarregion beauftragt. Als Kapitän der Korvette „Wostock“ (Vostok) (600 t) brach er zusammen mit dem Versorgungsschiff „Mirny“ (560 t, Kapitän: Michail Lasarew) (Michail Lazarev) im August in Kronstadt auf. Auf der Hinreise wurden zunächst die polynesischen Tuamotuinseln und die Macquarie-Insel kartografiert. In den 751 Tagen der Reise entdeckte die Expedition 29 neue Insel im Pazifik und Atlantik, erreichte und betrat zum ersten Mal antarktischen Boden. Im Verlaufe der eigentlichen Unternehmung wurde dann sechsmal der südliche Polarkreis überquert und die Antarktis umsegelt. Es war erst die zweite Expedition überhaupt, die soweit nach Süden vorstieß. Im August 1820 wurde der 70. Breitengrad erreicht und dabei das antarktische Festland auf höherer südlicher Breite umsegelt als James Cook.

1821 entdeckte die Expedition Alexander I. Land und die Peter-I.-Insel. Im August desselben Jahres kehrten die Schiffe nach Kronstadt zurück.

Nach der Rückkehr wurde Bellingshausen zum Kapitän zur See befördert und zum Verbandschef in der Baltischen Flotte ernannt. 1828 wurde er dann zum Vizeadmiral ernannt und nahm bis 1829 an der Belagerung der Festung von Warna während der Russisch-türkischen Krieges von 1828-1829 teil. 1839 erfolgte die Ernennung zum Kriegsgouverneur und Hafenkommandant von Kronstadt. Im Jahr 1843 wurde Bellingshausen zum Admiral ernannt.

Nach ihm ist die Bellingshausensee im Südpolarmeer, die Bellingshauseninsel in den Südlichen Sandwichinseln und eine der Gesellschaftsinseln (Motu One) benannt. Die Beschreibung seiner Südpolar-Expedition erschien 1831 in russischer Sprache in Sankt Petersburg. Eine deutsche Übersetzung wurde erst 1902 veröffentlicht.

Literatur

  • Fabian von Bellinghausens Forschungsfahrten im Südlichen Eismeer 1819-1821 von Fabian von Bellinghausen, Reisebericht in deutscher Sprache auf Grund des russischen Originalwerks, Leipzig: Hirzel, 1902. V, 203 S.. - hrsg. vom Verein für Erdkunde zu Dresden.




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