Ertrinken

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Das Ertrinken ist der Tod durch Einatmen von Flüssigkeiten und eine spezielle Form der Asphyxie, welche eine Unterform des äußeren Erstickens ist. Ertrinken gehört bei Kleinkindern zu den häufigsten Todesursachen.

Das Einatmen kleiner Wassermengen führt zu starkem Husten und zu einem Stimmritzenkrampf, der das weitere Eindringen von Wasser in die Lunge verhindert. Durch den Sauerstoffmangel (die Hypoxie) kommt es zur Bewusstlosigkeit (trockenes Ertrinken). Durch die abnehmende Muskelspannung löst sich schließlich der Stimmritzenkrampf, so dass langsam Wasser in die Lunge eindringt (feuchtes Ertrinken). In dieser Phase bestehen nur noch geringe Überlebensschancen.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Das Ertrinken ist häufig eine Folge von Bade- oder Tauchunfällen. Seltener kommt es auch bei Verkehrsunfällen, Herabfallen von einem Boot u. ä. vor.


Allein in Bayern sterben jedes Jahr ca. 100 Personen auf diese Weise.

Rettung Ertrinkender

Gefahren

Die Gefahren liegen in der möglichen Bewußtseins- und Atemstörung. Es kann bei jeder Art des Beinahe-Ertrinkens zu einem späteren Lungenödem kommen (bis zu 24 Stunden danach).


Ertrinken - chemisch betrachtet

Beim Ertrinken im Meer gelangt Salzwasser in die Lunge. Die Konzentration der Ionen in der Lunge ist höher als im anliegenden Gewebe, sodass ein Konzentrationsausgleich statt findet. Da Biomembranen semipermeabel (für Ionen undurchlässig, für Wassermoleküle durchlässig sind) muss der Konzentrationsausgleich mit Hilfe der [Diffusion] von Wassermolekülen erfolgen. Die Konzentration der Wassermoleküle in der Lunge ist geringer als die Konzentration der Wassermoleküle im anliegenden Gewebe, sodass dem Gewebe Wassermoleküle entzogen werden und in die Lunge weiter mit Wasser befüllt wird. Diesen Vorgang nennt man Plasmolyse (Wasser strömt aus den Zellen aus).

Ertrinken im Süßwasser Auch beim Ertrinken im Süßwasser gelangt Wasser in die Lunge. Die Konzentration der Wassermoleküle in der Lunge ist nun höher als die in den Zellen des anliegenden Gewebes. Um diesen Konzentrationsunterschied auszugleichen, diffundieren Wassermoleküle aus dem Lungengewebe in die Erythrozyen, welche letztlich platzen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Deplasmolyse (Wasser strömt in die Zellen ein).

Sofortmaßnahmen

Falls eine Person zu ertrinken droht, sollte zunächst versucht werden, den Patienten unter Beachtung des Eigenschutzes zu retten! Eventuell sind Fachkräfte (z.B. der DLRG oder der Wasserwacht) hinzuzuziehen. Nicht den Patienten retten, solange er in Panik ist - er kann beide unter Wasser ziehen! Ferner sollte der Notruf veranlasst werden.

Nachdem der Patient in Sicherheit ist, sollte er bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wenn Atemstörungen bzw. Atemstillstand auftreten, soll die Atmung unterstützt werden bzw. der Patient ist zu beatmen. Sämtliche Maßnahmen (auf den Kopf stellen, u. ä.) zum Entfernen von Wasser aus der Lunge sind zu unterlassen! Es sind Maßnahmen zu treffen, um die Unterkühlung des Patienten zu vermeiden (Decken/Entfernen nasser Kleidung etc.). Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist der Patient zu betreuen.

Maßnahmen durch den Rettungsdienst

  • Überdruckbeatmung und Intubation
  • ggf. Infusionstherapie

Bei Salzwasserertrinken: Auf Grund des Osmotischen Drucks "zieht" das Salzwasser der Lungen Flüssigkeit aus den Blutgefäßen heraus. Das Blut verliert somit an Flüssigkeit und wird dickflüssiger wodurch die Mikrozirkulation des Blutes gestört wird. Die Folge können ein Sauerstoffmangel (Hypoxie), eine metabolische Azidose sowie daraus resultierend ein Kammerflimmern sein.

Bei Süßwasserertrinken: Das Süßwasser durchdringt rasch die Wand der Lungenbläschen (Alveolen) und gelangt so letztendlich in das Blutgefäßsystem. Die Lunge kollabiert und kann nicht mehr ausreichend Sauertsoff aufnehmen sowie Kohlenstoffdioxid abgeben. Die Folge ist auch hier ein Sauerstoffmangel und eine metabolische Azidose bis hin zum Kammerflimmern. Hier sollte der Rettungsdienst zur Gabe von Medikamenten eine Kanüle legen, über diese jedoch nur sehr langsam Flüssigkeit laufen lassen. Der Körper hat durch das Ertrinken schon genug Flüssigkeit.

Therapie im Krankenhaus

Prävention

Es existieren eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen und Verhaltensregeln, deren Befolgung die Gefahr des Ertrinkens deutlich einschränkt. Dazu gehören vor allem:

  • Kinder nicht alleine schwimmen lassen!
  • Bei Bootsfahrten, etc. Schwimmwesten tragen!
  • Nicht leichtsinnig über zugefrorene Gewässer laufen!
  • Unbekannte Gewässer meiden!
  • Warnungen vor Strömungen ernst nehmen!
  • Erst recht Kopfsprünge in unbekannte oder auch niedrige Gewässer vermeiden!
  • Bei hoher Lufttemperatur nicht ohne vorheriger Abkühlung ins Wasser springen!
  • Nach einer Mahlzeit einige Zeit verstreichen lassen, bevor man ins Wasser zum Schwimmen geht!

Die Erklärung für diese letztere Maßnahme ist eine plötzlich auftretende Blutleere und damit Ohnmacht im Kopf. Da der Magen für die Verdauung bereits Energien abzieht, würde eine zusätzliche Kühlung des Körpers weiteres Blut zur Erwärmung benötigen. Eine Bewusslosigkeit könnte die Folge sein.

Siehe auch

Weblinks

Bild:Erste hilfe.png Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!


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