Dorset (Kultur)

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Die Dorset sind eine Kultur in der nordamerikanischen Arktis, deren Gebiet heute weitgehend von den Inuit bewohnt ist. Legenden der Inuit kennen ein Tunit genanntes Volk, welches von den Inuit vertrieben wurde; eine Identifizierung der Tunit mit den Dorset bleibt allerdings spekulativ.

Der Name Dorset stammt vom Kap Dorset, dem heutigen Kingait in der kanadischen Arktis, wo erstmals archäologische Funde gemacht wurden, die eine bis dahin unbekannte Kultur kennzeichneten. Der Anthropologe Diamond Jenness erkannte in Jahre 1925, dass diese Funde sich von denen der Inuit unterschieden.

In der Folgezeit gelangten Forscher zu der Überzeugung, dass die Dorset keine domestizierten Hunde kannten und auch keine Boote nutzten. Diese und andere technische Überlegenheiten der Inuit, eventuell in Zusammenhang mit einer Abkühlung des Klimas, werden als Gründe für die Verdrängung durch die Inuit angegeben.

Die Sadlermiut

Im Jahre 1824 ankerte die HMS Griper unter ihrem Kapitän G. F. Lyon vor Kap Pembroke auf Coats Island in der Hudson Bay. Dort traf er auf einen Eskimo-Stamm, der sich als Sallirmiut oder Sadlermiut bezeichnete und einen unbekannten Dialekt sprach. Die Sadlermiut hatten auf ihrer isoliert liegenden Insel eine von den Inuit unterschiedliche Kultur aufrechterhalten. In Folge ihrer Kontakte mit Europäern infizierten sie sich mit unterschiedlichen Krankheiten; die letzten Mitglieder des Stammes starben im Jahre 1902, wahrscheinlich an Typhus.

In den Jahren 1954 und 1955 untersuchte Henry B. Collins von der Smithsonian Institution Eskimosiedlungen in der kanadischen Arktis. Er erkannte, dass der Stamm der Sadlermiut Teil einer ehemals weit verbreiteten Kultur war, die er als Dorset identifizierte.

Molekulargenetische Untersuchungen haben diese Verbindung bestätigt, und ebenfalls nachgewiesen, dass es keinerlei nahen Bezug zwischen den Dorset und Inuit gibt.

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